Dämmerschoppen der Lotter Landfrauen
Schlüpfriges Vergnügen

Lotte -

Bei kaltem und ungemütlichem Wetter kam warmherzige Unterhaltung im Alt-Lotte Haus Hehwerth den Gästen gerade recht. Beim 22. Plattdeutschen Dämmerschoppen der Alt-Lotter Landfrauen ging es beim Theaterstück der Steinbecker katholischen Frauengemeinschaft recht schlüpfrig zu.

Mittwoch, 20.11.2019, 18:34 Uhr aktualisiert: 20.11.2019, 18:38 Uhr
Das gibt Ärger: Hedwig (rechts) liest Richard die Leviten, weil Escortdame Chantalle in der gemeinsamen Wohnung aufgekreuzt ist.
Das gibt Ärger: Hedwig (rechts) liest Richard die Leviten, weil Escortdame Chantalle in der gemeinsamen Wohnung aufgekreuzt ist. Foto: Ursula Holtgrewe

„Lewe Frunslüe, lewe Mannslüe, Ilse Lange tut es einfach nicht – sie spricht kein Platt“, beschwerte sich Lottes Bürgermeister Rainer Lammers schmunzelnd in Mundart über die herzliche, aber auf Hochdeutsch vorgetragene Begrüßung der Sprecherin des Landfrauen-Leitungsteams. Alle seien, so Lammers, tohaupe (zusammen) gekommen, um sich mit Plattdeutschen Dönekes unterhalten zu lassen. Er gab Vergnügliches auf Platt zum Besten, bevor Anke Mewis den großen Besucherchor zum Gassenhauer-Singen motivierte.

Eigens für das Dämmerschoppenpublikum habe sie das Programm zusammengestellt, berichtete sie. Bevor der Chor wegen Atemnot bereits beim ersten Lied über Herrn Pastor sien Kauh das Singen einstellen musste, wurde er nach Strophe 12 von rund 40 erlöst. „Ich habe einen Hang zum Schmalz“, leitete Anke Mewis zu „La Paloma“ über, bekannt aus dem Film „Die große Freiheit Nr. 7“ mit Hans Albers.

Im Publikum vergnügten sich auch Brunhild Kretschmer und Heribert Weimar. „Wir kommen seit mindestens zehn Jahren zum Dämmerschoppen“, blickte er zurück. Sie ergänzte fröhlich: „Weil es uns immer gut gefällt. Die Stimmung ist gut. Der Imbiss ist gut. Was will man mehr.“

Es wurde unruhig auf der Bühne. Dat seäute Liäben van Paris (Das süße Leben von Paris) begann – ein munteres Stück über unerfüllte Sehnsüchte und zerplatzte Wünsche.

Geschäftsmann Richard (Maria Lange) in Retro-Kleidung und mit von Anglizismen gespickter Sprache schickt seine ältliche Frau Hedwig (Margret Rieke) zur Erbtante. Sie beschimpft sein Gebaren als Midlife crisis“ und reist ab. Weil Richard mit seiner Sekretärin (Johanna Wiethake) nach Paris fliegen möchte, die Wohnung indes regelmäßig seinem Kumpel Hüppel für ein Schäferstündchen zur Verfügung stellt, bittet er den Freund Heinzi (Liesel Möllenkamp), alles vorzubereiten: „Er steht auf Spitzenunterwäsche als Deko.“ Auch Toast, Lachs und Schampus lägen bereit.

Weil nun Hedwig ihren Koffer mit Omas Unterwäsche, die Hedwig aufträgt, vergessen hat, wundert sich Heinzi verschiedentlich. „Und das soll einen scharf machen, diese Schinkenbüddels (Schinkenbeutel)?“, fragte er ins johlende Publikum und hält Unterbuchsen hoch.

Escortdame Chantalle mit Betonung auf dem e betritt die Bühne. Sie findet den richtigen Koffer und gibt mit Dessous dem Wohnzimmer das passende Ambiente. Später erfährt das amüsierte Publikum von einer verschmitzten Maria Lange: „Ihr glaubt gar nicht, an wie viele Türen wir in Steinbeck geklingelt haben, bis wir alles zusammenhatten.“

Entsetzt ist Richard, als er in seiner Wohnung auf Chantalle trifft, kennt er doch die lebenslustige Dame aus anderen Etablissements. Zu allem Übel taucht auch Hedwig auf, zieht die eigentlich richtigen Schlüsse, woraufhin Chantalle sagt: „Gute Frau, ihr Mann ist treu wie Gold. Das können Sie glauben oder nicht.“

Kurz darauf applaudierten die Besucher lautstark, denn es hieß wieder „Ende gut, alles gut“.

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