Beratung im Lotter Verkehrsausschuss
Wartehalle mit Rastplatz ?

Lotte -

Das Buswartehäuschen der Lotter Haltestelle „Glinsforter Weg“ ist in die Jahre gekommen, mit Graffiti beschmiert und marode. Statt renoviert zu werden, soll es an der Lengericher Straße mit dem Bushalt „Grüner Brink“ zusammengelegt werden – barrierefrei mit Wartehalle und überdachtem Fahrradstand.

Donnerstag, 21.11.2019, 18:34 Uhr aktualisiert: 21.11.2019, 18:46 Uhr
In die Jahre gekommen ist die Buswartehalte am Glinsforter Weg. Eine neue mit überdachten Fahrradabstellmöglichkeiten soll an anderer Stelle gebaut werden.
In die Jahre gekommen ist die Buswartehalte am Glinsforter Weg. Eine neue mit überdachten Fahrradabstellmöglichkeiten soll an anderer Stelle gebaut werden. Foto: Ursula Holtgrewe

Der Lotter Verkehrs- und Umweltausschuss folgte damit einstimmig einem Antrag der „Bürgerinitiative Glinsfort“. Der lockere Zusammenschluss von Bewohnern des inoffiziellen gleichnamigen Ortsteils zwischen Alt-Lotte und Osterberg hatte sich im April erstmals an die Gemeinde gewandt. Die Bushaltestelle werde derzeit von 14 Kindern auf ihrem Schulweg genutzt und befinde sich direkt an touristisch genutzten Radrouten, erläuterte der Klimaschutzbeauftragte Marc-Philipp Nikolay .

Die Regionalverkehr Münsterland (RVM) prüfe derzeit aus Sicherheitsgründen die Zusammenlegung der nur 100 Meter auseinander liegenden Haltepunkte „Grüner Brink“ und „Glinsforter Weg“ zu einem neuen Stopp mit sogenanntem Buskap, also einem auf die Fahrbahn ragenden Haltestellenrand.

Die geplante neue Buswartehalle würde künftig von fünf Buslinien angefahren. Für die aktuell ungeschützt im Graben abgestellten Fahrräder sollten überdachte Abstellmöglichkeiten geschaffen werden. Um die Attraktivität des ÖPNV und der Radrouten sowie die Sicherheit zu steigern, solle die geplante Wartehalle nicht nur funktional, sondern auch attraktiv als Rastmöglichkeit für Radtouristen gestaltet werden, erläuterte Nikolay.

Die Bürgerinitiative habe sich bereit erklärt, ehrenamtlich an der Planung und Umsetzung mitzuwirken, um die Kosten gering zu halten. Sie wolle die Aufenthaltsqualität für Touristen, Anwohner und ÖPNV-Nutzer unter anderem mit Tisch, Bänken und Pflasterung erhöhen, sodass eine Art „sozialer Treff im Grünen“ entstehe. Dafür werde sie einen „Heimatscheck“ von 2000 Euro beim Land NRW beantragen.

Die Buswartehalle und das Buskap würden mit 90 Prozent der förderfähigen Kosten vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) bezuschusst. Für die Gemeinde Lotte bedeute dies bei 15 000 Euro für die Buswartehalle einen Eigenanteil von 1500 Euro im Jahr 2020. Für das Buskap seien im Haushalt 30 000 Euro berücksichtigt. Eine Busbucht, so verdeutlicht die Beschlussvorlage der Verwaltung, würde hingegen mit 70 000 Euro zu Buche schlagen. Klarheit über die Detailfragen soll eine Verkehrsschau mit RVM und allen Beteiligten im November oder Dezember bringen.

Da Nikolay auch nicht verhehlte, dass wegen des „sehr bürokratischen“ Förderverfahrens frühestens im Spätsommer 2020 mit einem Zuwendungsbescheid zu rechnen sei, sprach sich CDU-Fraktionschef Werner Schwentker dafür aus, der Bürgerinitiative vorab schon einen Betrag zur Verfügung zu stellen, damit sie zeitnah loslegen könne. „Aus unserer Sicht ist das eine runde Sache“, begrüßte er das gesamte Vorhaben. „Wenn vorab Geld fließt, ist das förderschädlich“, gab Nikolay zu bedenken. Auf Fördermittel aber, so waren sich die Ausschussmitglieder einig, wolle man keinesfalls verzichten.

Einstimmig bei einer Enthaltung sprach sich der Ausschuss zudem für einen Antrag der SPD aus, die Verwaltung zu beauftragen, zwecks Umstellung des ÖPNV auf Elektro-Busse mit dem Kreis Steinfurt als Aufgabenträger, der RVM und den Stadtwerken Osnabrück zu führen. Ziel ist, dass sowohl die Buslinie R30/31, als auch die Linie R11 mit E-Busen befahren wird. „Der Antrag hätte von uns kommen können“, lobte Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer. CDU und SPD betonten, dass der 20-Minute-Takt sichergestellt bleiben müsse: „Eine gute Verbindung muss Priorität sein“, so Hermann Brandebusemeyer (SPD).

Bei drei Stimmenthaltungen lehnte der Ausschuss ab, die ihn betreffenden Haushaltsansätze abzusegnen. Schwentker monierte, dass der Haushalt wichtige Themen und Beschlüsse, die schon 2019 im Etat waren, nicht abbilde, und einige Maßnahmen ohne Beteiligung der Gremien auf Folgejahre verschoben worden seien. Das sei ein „besonderes Ärgernis“. Für die Grünen bemängelte Hörnschemeyer, dass trotz beschlossenen Radwegekonzeptes bis zum Jahr 2023 keine Zahlen für den für Radwegebau angesetzt seien: „Das ist für meine Begriffe ein unhaltbarer Zustand.“

Stefan Litke von der Kämmerei betonte, dass diese Maßnahmen und Investitionen nicht entfallen, sondern in diversen Positionen und Einzelplänen enthalten seien. Maßnahmen, die im Verzug seien, würden selbstverständlich aufs Folgejahr übertragen: „Da geht überhaupt nichts verloren“, versicherte er, räumte aber ein: „Das Problem ist die Darstellung.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7081627?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F177%2F
2:0 gegen Magdeburg: Preußen Münster beendet Sieglosserie
Er kann es noch; Rufat Dadashov (2.v.l.) erzielte wie in Meppen ein Tor, dieses Mal zur 1:0-Führung
Nachrichten-Ticker