Schlüsselübergabe fürs Wersener Gerätehaus
Feuerwehr bekommt modernen Neubau

Lotte-Wersen -

2,2 Millionen Euro hat das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr in Wersen gekostet. Jetzt wurde es eingeweiht. Etwa 120 Gäste waren dabei.

Montag, 25.11.2019, 05:25 Uhr aktualisiert: 25.11.2019, 05:30 Uhr
Zufrieden, nun endlich die offizielle Schlüsselübergabe fürs Wersener Feuerwehrgerätehaus vollzogen zu haben, sind Rainer Lammers (von links), Marcus Prinz und Architekt Edmund Flatau.
Zufrieden, nun endlich die offizielle Schlüsselübergabe fürs Wersener Feuerwehrgerätehaus vollzogen zu haben, sind Rainer Lammers (von links), Marcus Prinz und Architekt Edmund Flatau.

Nun hat die Freiwillige Feuerwehr Lotte den Schlüssel für ein neues Zuhause. Genauer gesagt: Seit einem kleinen Festakt am Freitagabend kann der Löschzug in Wersen offiziell die neuen Räume am alten Standort betreten. Investiert wurden rund 2,2 Millionen Euro.

Es roch noch nach Farbe und nach neuem Mobiliar an der Bergstraße. Die meisten Räume waren leer. Richtig voll war es in der Multifunktionshalle. Dort standen statt der Fahrzeuge gedeckte Tische. Rund 120 Personen – Aktive, Nachwuchs und Ehrenabteilung der Feuerwehr , Vertreter von Verwaltung und der Parteien aus der Kommunalpolitik – waren dabei. Wohl auch um durch die Räume zu streifen.

Dass die Feuerwehrkollegen aus Alt-Lotte später eintrafen, lag an einer Ölspur in Osterberg, die es zu neutralisieren galt. Das erklärte Bürgermeister Rainer Lammers eingangs. „Ich bin mir sicher, dass es aktuell eines der modernsten Feuerwehrhäuser ist, die ihrer Bestimmung übergeben werden“, sagte er zufrieden; wenngleich die Übergabe rund drei Monate später als ursprünglich geplant vonstatten gehen konnte.

Lammers blickte zurück: Im Jahr 2017 stand eh eine Heizungssanierung für das Gerätehaus aus dem Jahr 1986 an. Ein Brand vor zwei Jahren hinterließ erheblichen Sachschaden. Der Plan einer groß angelegten Renovierung wich nach dem Votum der Kommunalpolitik einem stattlichen Erweiterungsbau. „Während der Findungsphase haben wir auch nach einem anderen Standort gesucht. Dabei sind wir zu der Auffassung gelangt: Hier wollen wir den Standort behalten“, so der Bürgermeister.

Er dankte dem Architekten Team Flatau und allen involvierten Ideengebern fürs Engagement. „Die fachlichen Wünsche der hochmotivierten Kameradinnen und Kameraden haben die Planungsbüros versucht, umzusetzen. Wir mussten die Kosten im Auge behalten. Daher waren verschiedentlich Kompromisse notwendig“, resümierte Lammers. Hinter vorgehaltener Hand habe er gehört, dass man nicht ganz so unglücklich über die Gelegenheit gewesen sei, im Großen sanieren zu müssen, betonte Architekt Edmund Flatau. Dem trapezförmigen, sich in Richtung Autobahn verjüngenden Grundstück habe sich das Gebäude mit nun teils wesentlich höheren Räumen angepasst. Es gebe: Multifunktionshalle, Werkstatt, Materiallager, Umkleidekabinen für Feuerwehrfrauen und -männer, Büros und Toilettenanlagen.

Flataus Fazit: „Wir haben viel nachgeholt, was vorher nicht da war.“ Damit sich bei Einsätzen ausrückende und ankommende Feuerwehrleute nicht in die Quere kommen, sind die Zu- und Ausfahrt voneinander getrennt worden. „Zukünftig gibt es Klarheit durch eine Einbahnstraßenregelung“, betonte er.

Mit den Einbauten sind energetische Vorgaben erfüllt worden. Das Gebäude nebenan mit der Wohnung oben sei nun gleichfalls energetisch auf aktuellem Stand. „Die Absprachen mit der Wehr haben uns sehr geholfen“, lobte der Architekt konstruktive Treffen – und überreichte schmunzelnd einen Gutschein: Falls es mal einen Grund zum Feiern gebe.

Der Steinfurter Kreisbrandmeister Raphael-Ralph Meier hob eine Besonderheit des provisorischen Löschzugstandorts am Teichweg heraus: „Dass ein Löschzug in einem anderen Bundesland gastiert, haben wir auch noch nicht gehabt.“ Er erinnerte sich an den Schrecken, mit dem er nächtens vom Brand im Wersener Gerätehaus gehört habe. Und, dass bei seinem Eintreffen in Wersen die Lotter Feuerwehrmitglieder in Einsatzkleidung vor Ort gewesen seien, die Wersener aus nachvollziehbaren Gründen nicht.

Mit besten Wünschen, dass alle ehrenamtlichen Helfer jeden Einsatz unbeschadet überstehen, schloss jeder Redner.

Nun war Zeit für Besichtigungen. „Ist doll geworden“, meint Ehrenabteilungsmitglied Wilhelm Huntmann. Dem stimmten seine Kollegen Bernhard Holle und Günter Tüpker anerkennend zu. Ein Teil der SPD-Ratsfraktion erreichte gerade den Raum mit der Industriewaschmaschine und dem Trockner für je zwei Monturen Einsatzkleidung. „Ach, und darüber haben wir so lange diskutiert“, sagte Thomas Giebel ein wenig erstaunt über die stattlichen Dimensionen der Geräte.

Die CDU-Delegation ließ sich vom stellvertretenden Gemeindebrandinspektor Gerd Nüsse die Örtlichkeiten zeigen. Auch die Küche in feuerwehrrot. „Die haben unsere Damen geplant“, erfuhr die Gruppe. Noch waren die Schränke fast leer. Im Kühlschrank gab es schon Licht – für die Bedienungsanleitung.

„Wir werden wohl Anfang Januar umziehen“, stellte Marcus Prinz in Aussicht. Auch die Jahresversammlung der Feuerwehr im Januar werde in Wersen abgehalten.

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