Ausschuss gibt grünes Licht für Leader-Förderantrag „Halen bewegt sich“
„Unhaltbare Zustände“

Lotte -

Der Bau- und Planungsausschuss hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, für das Projekt „Halen bewegt sich“ Fördermittel aus dem Leader-Programm zu beantragen. Nicht warten kann allerdings nach den Schilderungen diverser Halener Bürger die Reinigung und Reparatur der alten Turnhalle in Halen.

Montag, 25.11.2019, 16:56 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 18:16 Uhr
Die Turnhalle am Niederseester Weg soll abgerissen werden. Bis geklärt ist, wo und wie ein Neubau ins Gesamtentwicklungskonzept des Ortsteils passt, muss sie noch nutzbar bleiben.
Die Turnhalle am Niederseester Weg soll abgerissen werden. Bis geklärt ist, wo und wie ein Neubau ins Gesamtentwicklungskonzept des Ortsteils passt, muss sie noch nutzbar bleiben. Foto: Volker Poerschke

Auf unhaltbare Zustände in der alten Turnhalle wiesen Yogalehrerin Marita Ritter und mehrere ihrer Teilnehmerinnen in der Einwohnerfragestunde hin: Die Männer müssten sich Umkleiden und Duschen auch nach vier Jahren immer noch mit den nebenan im AWO-Gebäude untergebrachten Flüchtlingen teilen, an der Decke gebe es lose Latten, im Fußboden ein Loch, das nur überklebt sei, die Tischtennisplatten stünden im Vorraum der Damenduschen, die Außenbeleuchtung funktioniere nicht, und die Kellerabgänge seien voller Laub, Dreck und Abfälle.

„Ich wohne seit 40 Jahren gern in Halen. Aber das sieht schlimm aus. Das ist sehr, sehr ungepflegt. Da muss man einfach mal Ordnung schaffen“, machte eine andere Bürgerin ihrem Unmut Luft. Eine weitere monierte, dass man es nicht geschafft habe, in den vergangenen Jahren eine Dusche in der Flüchtlingsunterkunft einzubauen: „Wir waren gerne bereit, die Duschen zu teilen. Aber nicht monate- und sogar jahrelang.“

Bürgermeister Rainer Lammers verwies darauf, dass eine Sanierung der alten Halle eine halbe Million Euro kosten würde, die Diskussion um Abriss und Neubau noch nicht abgeschlossen sei und die Erweiterung und Sanierung der Sporthalle in Wersen Vorrang habe, weil dort das Schulzentrum, die Gesamtschule, die Krüger-Schulen und Vereine Nutzer seien. „Wir können nicht alles auf einmal“, warb er um Verständnis und versicherte: „Selbstverständlich wird Halen nicht vergessen.“

Lammers versprach, umgehend den Servicebetrieb mit der Außenreinigung und den dringlichsten Reparaturen zu beauftragen. „Die Halle muss erst einmal nutzbar bleiben. Dafür werden wir jetzt sorgen“, betonte er. Auf Dauer sei die Halle aber nicht tragbar.

Deutlich wurde auch, dass einige Halener, insbesondere Sportplatz-Anlieger, gegen die im Zuge des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzepts (Ikek) aufgekommene Idee sind, den Neubau einer Halle als Sport- und Kulturzentrum am Sportplatz zu planen. Dazu soll laut Bauamtsmitarbeiterin Margarete Lersch im kommenden Jahr eine Bürgerbeteiligung stattfinden: „Wir laden Sie alle herzlich zu dem Prozess ein, der kurzfristig starten wird.“ Auf die Frage des Ausschussvorsitzenden Georg Holtgrewe (CDU) nach der Zeitschiene stellte ihre Verwaltungskollegin Joana Watermeyer April oder Mai in Aussicht.

Auch die langfristige Umwandlung des alten Friedhofs in Wersen in eine Parkanlage sei ein aus dem Ikek-Prozess entstandenes Projekt, erläuterte Lersch. Die zum Teil noch vorhandenen Nutzungsrechte für einzelne Grabstellen liefen nach und nach aus. Wichtig sei, die beiden Denkmäler, das Grab des Theologen Martin Niemöller und zwei Kriegsgefallenengräber, angemessen zu präsentieren.

Die Bezuschussung durch das Leader-Programm beträgt Lersch zufolge maximal 65 Prozent. Nach derzeitigem Stand sei davon auszugehen, dass die Gesamtkosten für die Bürgerbeteiligung, die Planung und die Umgestaltung bei rund 327 000 Euro lägen. Davon könnten 212 000 Euro gefördert werden; 115 000 Euro müsste die Gemeinde als Eigenanteil zahlen. Dieser Betrag soll vorsorglich im Haushalt 2020 zur Verfügung gestellt werden. Dem stimmten alle Fraktionen zu.

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