Wetterschutz an Friedhofskapelle
70 000 Euro für ein Vordach?

Lotte -

Ästhetisch ansprechend, aber zu teuer: So lässt sich die Mehrheitsmeinung im Lotter Bau- und Planungsausschuss zum in der jüngsten Sitzung vorgestellten Entwurf für einen Wetterschutz an der Friedhofskapelle in Büren zusammenfassen.

Mittwoch, 27.11.2019, 18:08 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 18:16 Uhr
Lichtdurchflutet: So könnte nach dem Vorentwurf des Architekten die Überdachung des Vorplatzes der Friedhofskapelle in Büren aussehen.
Lichtdurchflutet: So könnte nach dem Vorentwurf des Architekten die Überdachung des Vorplatzes der Friedhofskapelle in Büren aussehen. Foto: Kornhage + Schubert

Lediglich die Grünen fanden den aktuell ausgewiesenen Betrag von 70 000 Euro für ein rund 50 Qua­dratmeter großes Vordach angemessen. Die Mehrheit beschloss, die Entscheidung zu verschieben, um nach Möglichkeiten zur Kostenreduzierung suchen zu können.

Bereits vor einem Jahr war auf einen noch älteren Antrag der SPD-Fraktion hin die Erstellung eines Vorentwurfs für eine Überdachung des Vorplatzes der Friedhofskapelle beschlossen worden. Diesen stellte Dangard Schubert vom Architekturbüro Kornhage + Schubert jetzt zeitlich stark verzögert vor.

Da der von der Gemeinde als erhaltenswert eingeschätzte Rundbau der Aussegnungshalle nur einer begrenzten Personenzahl Platz bietet, sollten sich die Trauernden im Vorbereich vor der Witterung geschützt aufhalten können, so der Hintergrund des SPD-Antrags. Die Aufgabenstellung für den Architekten lautete, eine Überdachungskonstruktion zu entwerfen, die nicht erdrückend wirkt und das Erscheinungsbild der Kapelle optisch nicht negativ beeinflusst.

Die Schwierigkeit, so erläuterte der Architekt, liegt darin, dass der Vorplatz auch Zufahrt zum Gebäude und zur Garage ist. Die Überdachung müsse daher das Unterfahren mit Fahrzeugen des Servicebetriebs ermöglichen und deshalb eine Höhe von 3,20 Metern haben. Um trotzdem optisch leicht und transparent zu wirken, schlug er ein oberhalb der Kapellentraufe ansetzendes Stahlgestell mit leicht geneigtem, transparentem Glasdach vor.

„Das Vordach soll frei vor der Kapelle stehen und sich auf das Kapellendach (Dachrinne) entwässern. Die gewählte Stahl-Glas-Konstruktion gewährleistet, dass es zu keiner Verschattung führt und damit der Freiraum lichtdurchflutet und freundlich bleibt. Gleichzeitig wird die Kapelle freigestellt und ist in Gänze wahrnehmbar“, heißt es dazu auch im Erläuterungsbericht zur Beschlussvorlage. Die beigefügte Skizze gebe „eine Anmutung, wie es sein wird“.

„Der Vorschlag gefällt uns“, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Giebel. Die Kuppelbau-Ästhetik werde gut aufgenommen. Auch seine Fraktionskollegin Heike Laters sah darin eine „ansprechende Lösung“. Ähnlich äußerten sich Sabine Lockstedt und Werner Schwentker von der CDU , Friedhelm Pösse von der FDP sowie Thomas Schmitt und Dieter Hörnschemeyer von den Grünen.

Der Wermutstropfen allerdings sind die Kosten, wobei die von Lockstedt zu bedenken gegebenen Folgekosten für die halbjährliche Reinigung des Glasdachs wohl weniger ins Gewicht fallen. „Das ist wie bei einem Dachflächenfenster“, sagte Schmitt. CDU-Fraktionschef Schwentker verdeutlichte, dass die Kosten von anfangs 20 000 Euro für einen vom Bauamt der Gemeinde präsentierten Vorschlag über 30 000 auf jetzt 70 000 angestiegen seien: „Das ist viel Geld“, räumte auch Bürgermeister Rainer Lammers ein. „Irgendwo muss Schluss sein“, fand Ausschussvorsitzender Georg Holtgrewe und schlug vor, die Kosten auf 50 000 Euro zu deckeln. Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer hingegen fand den Preis „angemessen“, was Schwentker mit Unverständnis quittierte: „Es handelt sich um Steuergelder“, konterte er mit einem sonst oft von den Grünen angeführten Argument.

Der Architekt betonte, dass von ihm schließlich eine realistische Kostenschätzung erwartet werde und der Aufwand für die witterungsbeständige Behandlung der Streben und des Glases „relativ groß“ sei. „Ich kann es kleiner machen, aber dann bietet es weniger Wetterschutz“, sagte er. Bis auf die Grünen einigten sich die Fraktionen schließlich darauf, die Entscheidung zu verschieben.

Mit der Durchführung der Bürgerbeteiligung für die Überplanung der Bahnhofstraße Mitte in Alt-Lotte soll unterdessen auf einstimmigen Beschluss des Gremiums das Münsteraner Büro Planinvent beauftragt werden, das bereits Träger des Ikek-Prozesses war. Dafür sind im Haushalt 12 000 Euro vorgesehen.

Die restlichen Beratungspunkte, darunter die Haushaltssatzung 2020, wurden auf eine Extra-Sitzung im Dezember vertagt.

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