Bürener hat 24 500 Euro gespart
Sanieren lohnt sich

Lotte -

Lohnt sich energetisches Renovieren bei Häusern aus den 1950er Jahren ? Ein klares „Ja“ gab es vom Bürener Thomas Schmitt in der Elly-Heuss-Begegnungsstätte. Interessierte Besucher erhielten motivierende Praxisberichte, es gleichzutun.

Dienstag, 03.12.2019, 16:40 Uhr
Angeregt diskutieren Thomas Schmitt, Nicole Schröder und Michael Schulte (von links).
Angeregt diskutieren Thomas Schmitt, Nicole Schröder und Michael Schulte (von links). Foto: Ursula Holtgrewe

Bei der Auftaktveranstaltung zu der auf drei Jahren ausgelegten kostenlosen Beratung im Rahmen des Bürener Quartiersprojekts beteiligten sich mit rund 30 Besuchern zwar weniger Hausbesitzer als erhofft, diese erwiesen sich dafür aber als sehr wissenshungrig. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem kreisangehörigen Verein Energieland 2050 und der Gemeinde Lotte. Es wird gefördert von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), der Kreissparkasse Steinfurt und dem Kreis Steinfurt.

Zu den Zuhörern gehörten auch Nicole Schröder und Michael Schulte aus Alt-Lotte. „Wir möchten viele Informationen zu den Fachthemen bekommen, damit wir mit einem guten Hintergrund vernünftig überlegen und mitdiskutieren können“, sagte Schröder.

Die Zuhörer lernten Andrea Kiewitt kennen, selbstständige Energieberaterin, die auch über altersgerechtes Wohnen, Heizungssanierung, Fördermittel und weitere Themen für „Haus im Glück“ berät. „Haus im Glück“ ist ein Beratungsportal des Kreises Steinfurt für energetisches Renovieren. Dort informiert der Kreis über Berater, Handwerker, Fördermittel und mehr; Kiewitt sucht individuelle Lösungen für jeden Eigentümer.

Lottes Klimaschutzmanager Marc-Philipp Nikolay fasste zusammen, dass das mit Bürgerbeteiligung erstellte Quartierskonzept kein Papiertiger bleiben solle. Es umfasse beispielsweise die Erhaltung der Wohnqualität und das Stärken der Nachbarschaft, „damit das Quartier Büren weiterhin lebenswert bleibt und für die Zukunft gerüstet ist“, wie Nikolay sagte.

Auch Projektmanagerin Sara Dietrich hob nach der Begrüßung durch Bürgermeister Rainer Lammers heraus, dass es Ziel der Förderung vom Energieland 2050 sei, Bürger allen Alters zu motivieren, sich daran zu beteiligen, die Gemeinde Lotte zukunftsfähig zu gestalten.

Seinen energetischen Beitrag hatte Thomas Schmitt , Architekt, Energieberater und Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Niedersachen, bereits 2003 geleistet. Im Schlesierweg baute er ein Haus aus dem Jahr 1952 in ein Niedrigenergiehaus um. Damit war er ein überzeugter Pionier dieser Jahre.

Er passte das Gebäude sensibel an die Bedürfnisse der Familie an. „Es war mir wichtig, den Charakter des Hauses zu erhalten“, betonte Schmitt, der als Sonnenwirt Röhrenkollektoren aufs Dach baute für warmes Brauchwasser und zur Heizungsunterstützung. Aufgefangenes Regenwasser kommt in den Toiletten und in der Waschmaschine zum Einsatz. Folge: Familie Schmitt zahlt keine Frischwasser-, aber Schmutzwassergebühr. Aber: Ist die Zisterne leer, erhalten Schmitts Frischwasserversorgung. Das ist Pflicht beim Betreiben einer Regenwasserzisterne.

Dach und Fassaden des 67 Jahre alten Hauses wurden entsprechend gedämmt. Es hat nun kleine Fenster zur Nordseite und größere zur Südseite. Die Sanitär-, Elektro- und Heizungsanlagen erneuerte der Architekt und installierte eine dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Seine beachtliche Heizenergiebilanz nach 16 Jahren: Er sparte rund 75 Prozent der verbrauchten Energie ein, was einen Betrag von 24 491 Euro ergibt. Was ihm als sachkundiger Bürger für die Lotter Grünen noch wichtiger ist: „Ich habe die Umwelt mit 74 Tonnen COweniger belastet.“

Auf einem Teil des langen Gartens hat er zudem eine Bienenweide ausgesät. „Damit habe ich ein Vielfaches an Blattoberfläche als Wiese geschaffen, das entsprechend mehr Photosynthese betreibt“, sagte Thomas Schmitt

Für Schröder und Schulte war der Abend jedenfalls informativ. „Wir haben vor einigen Jahren die obere Etage ausgebaut und energetisch saniert. Schon davor hat uns Andrea Kiewitt beraten“, blickte Schröder zurück. „Wir haben Fenster ausgetauscht, das Dach gedämmt und Trittschalldämmung und Dämmung in den Boden eingebracht“, ergänzte Schulte. Nun lebe keiner der Großeltern mehr im Erdgeschoss. Vor dem Umbau dort werde wieder Kiewitts Rat eingeholt.

Die Alt-Lotter wissen, dass kostenfrei nur Bürger des Bürener Quartiers drei Jahre lang beraten werden.

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