Metelen
Einzelhandelskonzept soll her

Freitag, 29.08.2008, 22:08 Uhr

Metelen . Die Schilder sind nicht zu übersehen. Groß und grell kleben sie an der Schaufensterscheibe . „Zu vermieten“ steht darauf. Ein Anblick, der seit geraumer Zeit zum Ortsbild gehört. Ob der ehemalige Schlecker-Markt am Schilden oder das frühere K+K-Ladenlokal am Düwelshook, sie stehen ebenso leer wie viele andere. Kein schöner Anblick. Da hilft auch das in diesen Tagen in Kraft getrene neue Landesentwicklungsprogramm, kurz Lepro genannt, wenig.

Die Tatsache, dass Metelen mit diesem Problem nicht alleine dasteht, ist nur ein schwacher Trost. Doch sie hat nicht nur die Industrie- und Handelskammer, sondern auch die Bezirksregierung auf den Plan gerufen. Sie hatten in dieser Woche zu einem Fachgespräch zu diesem Thema eingeladen. Bürgermeister Helmut Brüning war dabei, als sich die Stadt Münster als Ober-, Recklinghausen als Mittel- und die Gemeinde Ostbevern als Grundzentrum präsentierten und dabei ihre Probleme mit dem Einzelhandel deutlich machten. Sein Fazit: „Leider ist es so, dass ausschließlich wirtschaftliche Gründe zu solchen Verhältnissen wie in Metelen führen. Das Problem ist nur, dass das für Kommunen unserer Größenordnung kaum zu beeinflussen ist. Während Oberzentren einen enormen Zulauf haben, leiden die Mittelzentren darunter, und Grundzentren wie Metelen bangen gar um ihre Existenz.“ Hinzu komme das Kaufverhalten der Menschen, die es nach wie vor stark in die Discounter ziehe.

Bei der Veranstaltung in Münster sah sich Brüning in seiner Auffassung bestätigt: „Durch die Bank gibt es keine direkten Eingriffsmöglichkeiten für die Kommunen. Wir können nur durch geschickte Planung versuchen, etwas zu erreichen.“ Deshalb will er das Thema Anfang 2009 mit der Aufstellung eines Einzelhandelskonzeptes angehen. „Darin können wir zum Beispiel Kernzonen festlegen, Bestandsschutz schaffen oder Warensortimente festlegen“, erklärte der Verwaltungschef im Gespräch mit unserer Zeitung. Und er fügte hinzu: „Das ist zwar ein hartes Instrument, aber ich glaube nicht, dass wir ohne auskommen. Wichtig ist mir auch, die Werbegemeinschaft mit ins Boot zu holen.“

Damit rennt er beim Vorsitzenden Gerd Marpert offene Türen ein. „Die Leerstände sind für uns als Werbegemeinschaft ein Dauerthema. Wir können nur immer wieder an die Metelener appellieren, hier vor Ort einzukaufen.“

Brüning warnte jedoch vor übertriebenen Erwartungen: „Wir können mit einem Einzelhandelskonzept die Rahmendaten vorgeben, aber wir können nicht einen Metzger oder einen Vollsortimenter in den Ort holen.“

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