Metelen
„Aber das wär’ doch nicht nötig gewesen!“

Sonntag, 21.12.2008, 18:12 Uhr

-lz- Ochtrup . „Es ist bereits das zweite Mal, dass ich hier im Alten Posthof auftrete und schon wieder ist der Saal ausverkauft“, freut sich Usch Hollmann . In der Tat – vor Beginn der Veranstaltung am Freitag hat das Posthof-Team alle Hände voll zu tun, um die Gäste an die richtigen Tische zu führen.

Während das Publikum schon die Suppe genießt, überlegt Usch Hollmann allerdings noch, welche Geschichte sie aus ihrem aktuellen Buch vorlesen soll. „Ich weiß nicht so recht, ob die Leute heute Abend eher auf Weihnachten eingestimmt sind oder lieber etwas anderes hören möchten“, überlegt sie laut.

Diese Frage klärt sie einfach zu Beginn der Lesung mit einer einfachen Frage an ihr Publikum, das – der großen Zustimmung nach – offenbar für eine Weihnachtsgeschichte ist. Sie wird sich später noch als etwas unkonventionell heraustellen.

In Hollmanns Geschichte geht es um drei, auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Ehepaare fortgeschrittenen Alters. Zwei der drei Ehepaare zeichnet Hollmann als „ganz normal“, was heißt, dass bei ihnen auch schon mal die Fetzen fliegen.

Nun erhalten diese beiden Ehepaare eine Einladung des dritten Paares, das angeblich nach dreißig Ehejahren noch so verliebt ist wie am ersten Tag. Diese Familie Kemper bittet ihre alten Schulfreunde zu einer „Weinnacht“, statt mit Kindern und Enkelkindern das Weihnachtsfest zu verbringen.

„Eigentlich ein ganz netter Gedanke.“ Das finden zumindest die Damen. Sie glauben nämlich, dem Weihnachtsstress einmal entfliehen zu können und sagen schließlich zu – ein Fehler. Denn ruckzuck geht der Stress mit dem Gastgeschenk und der passenden Garderobe los.

In den mit großer Stimmenvielfalt von Usch Hollmann vorgetragenen Dialogen zwischen den Ehepartnern wird sich wohl kaum eines der anwesenden Ehepaare nicht wiedererkannt haben. Während der gesamten Lesung ist der Saal von lautem, herzhaften Lachen erfüllt.

Der Clou an der Geschichte: Das angeblich so verliebte Ehepaar outet sich mit steigendem Alkoholpegel doch als „ganz normal“ – sehr zur Freude der Gäste.

Nachdem alle Gänge verspeist sind, heißt es am Freitag dann allerdings „Hallo Änne, hier is Lisbeth“. Die Küchenhilfe Lisbeth, die vielen noch von der Comedygruppe „Die fünf frechen Frauen“ bekannt ist, begeistert das Publikum mal wieder mit ihrer klaren Sicht auf die wichtigen Dinge des Lebens, wie zum Beispiel den Kuppeleiparagraphen oder die ordnungsgemäße Verwendung von Kaninchenpfoten.

Buchtipp: „Aber das wär’ doch nicht nötig gewesen!“ – Heitere Geschichten vom Feiern, Usch Hollmann, Solibro Verlag, 12,90 Euro.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/556969?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F700451%2F700452%2F
Nachrichten-Ticker