Metelen
Nach dem Frühstück geht’s weiter

Dienstag, 01.09.2009, 00:09 Uhr

Metelen . Es war weit nach Mitternacht, als der lange Wahlabend für Helmut Brüning zu Ende ging. Wenige Stunden später war der alte und neue Bürgermeister Metelens schon wieder auf den Beinen. „Um 5 Uhr konnte ich nicht mehr schlafen, die Anspannung war einfach noch zu groß“, meinte er gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Viel Zeit zum Durchatmen blieb ihm nicht. Zwar gönnte er sich ein ausgiebiges Frühstück mit der Familie, dann aber zog es ihn bereits wieder ins Rathaus. „Allerdings nur kurz“, wie Brüning einräumte, „ich werde heute zu Hause arbeiten. Dort habe ich mehr Ruhe.“

Der Sozialdemokrat, der nun weitere sechs Jahre an der Spitze der Verwaltung stehen wird, war auch am Tag nach der Wahl noch überwältigt von seinen 69,3 Prozent. „Ich bin beeindruckt, dass sich die Metelener so massiv hinter unsere Arbeit gestellt haben. Die Menschen wollten offensichtlich ganz klar prognostizieren, wie es in Zukunft weiter gehen soll. Das sehe ich als Verpflichtung an“, betonte Brüning. Dabei kostete er noch ein wenig die Stimmung am Wahlabend aus: „Die Präsentation im Bürgerhaus erinnerte zuweilen an die Atmosphäre bei den Übertragung während der Fußballweltmeisterschaft. So stelle ich mir Demokratie vor. Ich hoffe, dass wir davon etwas mitnehmen können in den politischen Alltag.“

Apropos Alltag: Brünings sechsjähriger Enkel Jonas hakte gestern, als er aus der Schule kam, gleich mal nach. „Opa, wie lange hängst Du noch?“, wollte er wissen. Da muss das Wahlkampfteam wohl ran und die Plakate abnehmen.

Gleiches gilt auch für die Helfer von Brünings Gegenkandidaten Franz-Josef Meiring ( CDU ). Er selbst gönnte sich gestern einen Tag Urlaub. Heute kehrt der Personalleiter des St.-Marien-Krankenhauses Ahaus-Vreden an seinen Schreibtisch zurück. Als unsere Zeitung ihn auf dem Handy erreichte, war er gerade mit seiner Frau Maria unterwegs. „Wir schalten ein bisschen ab, gehen spazieren und erholen uns etwas vom Wahlkampfstress“, erklärte Meiring. Und er fügte hinzu: „Es ist nicht so einfach, mit diesem Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Dass man da nicht gut schläft, dürfte jedem klar sein.“

Für seine Partei stehe nun eine gründliche Analyse der Wahlergebnisse an. „Wir müssen sehen, ob es an unseren Inhalten oder an den Personen gelegen hat. Dann werden wir weitersehen“, machte Meiring deutlich. Ob er CDU-Vorsitzender bleibt, ließ er gestern ebenso offen wie die Frage nach dem Fraktionsvorsitz. „Darüber werden wir in nächster Zeit innerhalb der Partei reden“, war alles, was er dazu sagen wollte.

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