Metelen
„Am Vechteufer“ darf geschunkelt werden

Montag, 18.01.2010, 23:01 Uhr

Metelen - Die Melodie der Strophe könnte fast von den „Höhnern“ stammen, und der Refrain lädt zum Schunkeln ein: „Am Vechteufer, da wachsen keine Trauben, es blüht kein goldener Wein am schönen Vechtestrand, doch wachsen hier, und das könnt Ihr mir glauben, die liebsten Leute im ganzen Land.“ Herbert Graes drückt die Stopp-Taste. Den Text kennt der 56-jährige Präsident der KG Stadtwacht schon lange auswendig. Das Lied ist ein Klassiker bei den Metelener Prunksitzungen. 1967 hat Heinz Wiedau es getextet. Die Vechtespatzen, eine Gesangsgruppe der Kolpingfamilie, trugen es bei der folgenden Sitzung vor. Damit war ein Kulthit für die karnevalistischen Veranstaltungen in Metelen geboren.

Herbert Graes hat das Stück jetzt neu vertont. Bei der Prunksitzung der KG Stadtwacht am Samstag (23. Januar) feiert die 2009er Auflage von „Am Vechteufer“ Premiere. Stampfender Rhythmus ersetzt nun die Klavierbegleitung von damals.

Mit Tanzmusik kennt sich der Rheiner Kriminalhauptkommissar bestens aus: 15 Jahre lang war er nebenbei auf Hochzeiten, Schützenfesten und anderen Veranstaltungen unterwegs, die ohne Musik nicht auskommen, als DJ unterwegs. Deshalb war es für ihn ein Leichtes, den ursprünglichen Text noch mal ein wenig umzudichten. Schwimmhalle, Hähnchenmast und Vogelpark sorgen nun für die nötige Aktualität. Udo Nobis, Küster und Organist der katholischen Kirchengemeinde, fügte eine neue Tonart hinzu, und dann ging es auch schon in ein Tonstudio in Leverkusen, wo Graes das neue Werk einsang.

„Die Melodie ist sicher schon 100 Jahre alt“, sagt Graes. Das Lied sei im ganzen Münsterland bekannt, nur eben mit unterschiedlichen Texten. Am Samstag präsentiert Graes es zum Playback von der neuen CD. Aber natürlich hat die KG Stadtwacht noch weit mehr auf Lager, um die Stimmung anzuheizen. Schon seit Monaten feilen die beiden vereinseigenen Tanzgarden, die „Minis“ und die „Roten Funken“, an ihren neuen Choreographien. Mit welchen Besonderheiten sie in diesem Jahr aufwarten, ist geheim. Nicht mal Graes weiß, wie die neuen Tänze aussehen. Dass aber sieben der Tanzmariechen während der Sitzung den Treueorden in Bronze des Bundes Deutscher Karneval erhalten, kann er ganz sicher sagen. Die Anstecker liegen schon in seinem Wohnzimmer bereit.

Daneben wartet die KG Stadtwacht mit Büttenrednern wie John und Ron aus den Niederlanden oder Powerfrau Emma alias Sabine Hollefeld aus Emsdetten auf. Zählen kann die KG auch auf die Jungschützen aus Leer, die eine Showeinlage im Gepäck haben. Zu Gast sind außerdem die Bocholter Stadtgarde und Party-DJ Rick Arena. Im Anschluss an das Programm sorgt DJ Dirk Rieskamp dafür, dass kein Narr nach Hause gehen muss, ohne das Tanzbein geschwungen zu haben.

Das Motto der Sitzung lautet „Über 50 Jahre Sitzungskarneval in Metelen“. Graes erklärt, warum die KG diesen Titel wählte: „Während seiner Walz als Bäckergeselle machte Albert Tietmeyer Station in Köln. Beim dortigen Karneval dachte er, das muss doch in Metelen auch gehen und brachte die Idee zur Prunksitzung mit nach Hause.“ Und es ging. 1957 veranstaltet die Kolpingfamilie die erste Sitzung. Diesen Anfängen gedenkt die neueste Auflage der Sitzung. Als Ehrengäste sind Albert Tietmeyer und Heinz Wiedau eingeladen.

Bis dahin haben Graes und seine Mitstreiter aber noch einiges zu tun: Spätestens ab Donnerstag geht der Aufbau im Saal des Bürgerhauses in die entscheidende Runde. „Vermutlich werden wir Nachtschichten einlegen müssen“, sagt Graes. Ab 19.11 Uhr steht er dann am Samstag auf der Bühne. Bis dahin muss alles fertig sein.

» Karten gibt es noch im Versicherungsbüro Kippelt am Sendplatz. Einlass ist ab 18 Uhr.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/303805?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F700372%2F700425%2F
Nachrichten-Ticker