Metelen
Sanierungs-Liste ist lang

Montag, 08.03.2010, 22:03 Uhr

Metelen - 50 Jahre hat die Sporthalle an der Ochtruper Straße demnächst auf dem Buckel . Ein halbes Jahrhundert, das seine Spuren hinterlassen hat. Das Dach, die Wärmedämmung, die Decke, die Heizung, die Sanitärräume - die Liste der renovierungsbedürftigen Punkte ist nicht gerade kurz.

Im Mittelpunkt der bisher vorgestellten Konzepte, sowohl beim Entwurf des Architekturbüros Haase als auch in den Plänen des Metelener Architekten Karlo Tewes , steht das Einsparen von Energie. Und wo die im Moment am meisten verloren geht, zeigt ein Blick unter das Dach der Halle: Asbestbelastete Eternitplatten, darunter der Dachraum, eine dünne Dämmschicht und darunter eine Holzdecke, die aufgrund der Brandschutzbestimmungen heute nicht mehr zulässig ist - das ist alles. Ein Großteil der Wärme, die mithilfe von vier Lüftern durch die Decke in die Halle geblasen wird, macht sich schnell wieder davon. In die Decke eingebaute Lampen entlassen die Heizungskraft sogar beinahe ungehindert wieder in den Dachraum. Ein neues Dach muss her und die Holzdecke durch eine ballwurfsichere aus Metall ersetzt werden, das ist für Karlo Tewes klar.

Nicht gerade wärmespeichernd ist auch die Außenhülle der Halle. Im Dachbereich besteht sie zum Teil nur aus einem Verblendstein - vor 50 Jahren war Energiesparen eben noch kein Thema. 24000 Euro zahlt die Gemeinde zurzeit an Heizkosten. Laut Tewes könnte sich dieser Betrag halbieren, wenn die Halle erst einmal saniert ist.

Auch die Duschen haben schon mal bessere Tage gesehen. Sie würden bei einer Sanierung ebenso wie die Umkleidekabinen erneuert, aber in ihrer Größe nicht verändert. „In einem Privathaushalt hat wohl niemand nach 50 Jahren noch sein erstes Bad“, vermutet Tewes. Und dennoch: „Es ist zwar alles alt, aber es funktioniert noch“, widerspricht er denjenigen, die die Sanierung am liebsten sofort beginnen würden. „Wir brauchen hier nichts überstürzen.“

Das sehen wohl auch die Schüler der Offenen Ganztagsgrundschule so, die an diesem Nachmittag in der Halle toben. Sie spielen auf dem 684 Qua-dratmeter großen Feld, das laut Tewes ebenfalls nicht mehr den heutigen Bedingungen entspricht. Zu hart ist das Holz. Ob der Boden wirklich ausgetauscht werden muss, ist aber noch nicht ganz klar. Vielleicht gibt es doch noch eine Chance, ihn nur abzuschleifen. 60000 Euro würde das sparen.

Die Heizung und einiges an Technik stammt zwar nicht mehr aus dem Jahr 1960, aber eine Erneuerung ist auch hier notwendig, sonst hilft alle Wärmedämmung nicht. Über einen unterirdischen Gang ließe sich die Heizungsanlage auch für das benachbarte Gebäude der Feuerwehr nutzen, hat Tewes schon überlegt. Und die Sonne könnte auf dem Hallendach das Duschwasser erwärmen. Die Schwachstellen der Halle sind schnell gefunden. Ihre Behebung dauert länger. Die Sommerferien, so schätzt die Verwaltung, würden dafür nicht ausreichen. Schwieriger zu bewältigen als der Zeitfaktor sind jedoch die Kosten. 1,1 Millionen Euro veranschlagt Karlo Tewes für die Sanierung. Das Architekturbüro Haase schätzt 1,5 Millionen Euro für eine modellhafte Sanierung, die dann noch einige Punkte mehr umfassen würde, als die Pläne des Metelener Architekten. Diesem Konzept liegen jedoch alte Zahlen zu Grunde, die jetzt noch einmal aktualisiert werden. Erst dann können beide Konzepte miteinander verglichen werden.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/289759?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F700372%2F700420%2F
Nachrichten-Ticker