Metelen
Auf Spurensuche mit Asterix und Obelix

Mittwoch, 27.10.2010, 22:10 Uhr

Metelen - Wohl jeder hat schon mal von ihnen gehört. Viele haben beim Schmökern in den entsprechenden Comicbänden ihre Bekanntschaft gemacht, und Asterix, Obelix sowie das übrige Volk der Gallier sind längst ihre Freunde im Geiste geworden. Bei Asterix fließt jedenfalls kein Blut. Selbst das besiegte Wildschwein hat ein Grinsen im Gesicht, als es zur Schlachtbank geführt wird.

Am Dienstagabend waren die Gallier auf Einladung der Kulturinitiative Metelen (KIM) zu Gast im Saal Pieper. Sie kamen in Begleitung des Kunsthistorikers Dr. Martin Dziersk . „Die spinnen, die Römer“, war das Motto des Literaturabends. Gleich zu Beginn stellte der Kunsthistoriker heraus, dass hinter den Geschichten über die Gallier und Römer mehr steckt als Comic pur. Vom flachen Klamauk liegt Gallien ohnehin weit entfernt. „Es ist Comic für gebildete Erwachsene“, betonte Dziersk, der obendrein ein leidenschaftlicher Sprachanalytiker ist. Dass Asterix und Obelix das A und O der Serie sind, ist logisch - man betrachte die Anfangsbuchstaben ihrer Namen. An diesem KIM-Kulturabend wird selbst einem Comicmuffel klar, dass sich nicht nur die Gallier und Römer in dem Werk tummeln. Nein, hier herrscht ein humorvolles Zitatengerangel. Es wimmelt von Wortschöpfungen, sprachakrobatischen Wortspielen, Sprichwörtern und augenzwinkernden Anspielungen.

Eine griechische Taverne heißt „In vino veritum“. Der kleine Hund „Idefix“ steht für eine fixe Idee und Vetter „Bratensos“ sorgt für das leibliche Wohl. Gut so, denn der füllige Obelix ist hungrig. Dass er außerdem von den „Obelisken“ begeistert ist, dürfte anhand seines Namens ebenfalls klar sein.

Doch nicht immer ist die Sprache der Gallier sofort durchschaubar. Wer assoziiert schon den Begriff „Numerobis“ auf Anhieb mit dem Zahlensystem. Doch ein „Mann des Wortes“ wie Martin Dziersk sieht so etwas auf einen Blick. Wenn nicht, stellt er die Formulierungen auch mal auf den Kopf. Jedenfalls entsteht der Eindruck, als entdecke er in allen ach so banal klingenden Aussagen augenzwinkernde Anspielungen, Sprichworte oder historische, politische, gesellschaftliche und biblische Begebenheiten. Beispiel: Hinter der Aussage „Man soll sich nicht beklagen“, steckt seiner Meinung nach eine Anspielung auf die Klagemauer von Jerusalem. Auch Zitate Napoleons, Werbespots, Stars aus Film und Fernsehen tauchen in versteckter Form auf. Der Band „Asterix und Kleopatra“ etwa ist eine süffisante Anspielung auf die großen Hollywoodfilme.

Parallel zu seinen Erläuterungen ließ Martin Dziersk die jeweiligen Szenen über die Leinwand laufen. Darunter Asterix und Obelix, als sie Cäsars Lorbeeren mit nach Hause bringen müssen. Um an den großen Julius Cäsar heranzukommen, gibt es nur eine Möglichkeit: Sie lassen sich selbst auf dem Sklavenmarkt ausstellen. Der Kunsthistoriker führt das Publikum vom Dorf der Gallier durch Griechenland, Rom und Ägypten. Obelix klettert auf die Sphinx, bestaunt die Pyramiden und stellt glücklich fest, dass so eine Pyramide nichts im Vergleich zu einem schönen Hinkelstein ist.

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