Metelen
Gute Vermittlungsquote lässt Landesmittel sinken

Samstag, 24.12.2011, 05:43 Uhr

metelen - Dass die Gemeinde wegen guter Arbeit abgestraft werde, wollte Bürgermeister Helmut Brüning zwar nicht hören, aber Fakt ist: Metelen bekommt weniger Geld vom Land, weil Verwaltung und GAB (Gemeinsam für Arbeit) sich in den vergangenen Jahren intensiv darum bemüht haben, Empfänger von SGB-II-Leistungen zu vermitteln. Denn: Nach der Aktualisierung des Gemeindefinanzierungsgesetzes spielen die Sozialausgaben einer Gemeinde eine wesentlich größere Rolle für die Höhe der Schlüsselzuweisungen als bisher.

„Der Soziallastenanteil wird sehr viel massiver gewichtet als früher“, erklärte Bürgermeister Helmut Brüning im Ausschuss. Damit fällt es nun negativ auf die Gemeinde zurück, dass sie sich stets um die Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld bemüht und die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Ort in den vergangenen Jahren gesenkt hat. Metelen ist - seit die Regelung des Sozialgesetzbuches II die früheren Formen von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld im Jahr 2005 abgelöst hat - als Optionskommune zusammen mit der GAB selbst für die Langzeitarbeitslosen zuständig. Als kommunaler Träger übernimmt die Gemeinde unter anderem die Kosten für Unterkunft und Heizung, Kinderbetreuung sowie die Erstausstattung für die Wohnung. Den Lebensunterhalt zahlt die Agentur für Arbeit .

Die Gemeinde verbuchte seit 2006 stete Erfolge bei der Vermittlung. Simone Frahling, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs 3, Bürgerdienste, stellte die Zahlen vor. Demnach senkte die Gemeinde die jährlichen SGB-II-Leistungen von 1,1 Millionen Euro im Jahr 2006 auf 958000 Euro im vergangenen Jahr. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sank von 316 (2006) auf 252 (2010). Als Grund für die Erfolge nannte Frahling unter anderem den engen Kontakt zu den Betroffenen. „Wir waren da immer hart am Ball und jetzt gereicht uns das nicht zum Vorteil“, sagte Brüning.

Zudem kommen auf die Gemeinde künftig höhere Kosten für die Unterbringung von SGB-II-Betroffenen zu. Sie musste nun erstmals einen Mietspiegel aufstellen, der die Vergleichsmieten in Metelen zeigt. Gegenüber der Entwicklung bei den SGB-II-Empfängern ist die Zahl derjeningen, die SGB XII - die Grundsicherung im Alter - beziehen, in Metelen gestiegen. 2006 zahlte die Gemeinde 107000 Euro, 2010 waren 169000 Euro. Gründe dafür sind niedrige Renten und die demografische Entwicklung.

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