Metelen
Ein rotes Kreuz an „würdiger Brust“

Montag, 22.08.2011, 23:08 Uhr

Metelen - Da wusste er ganz kurz nicht, was er sagen sollte. Der Moment währte freilich nicht lange: Sichtlich erfreut bedankte sich Heinz Tewes gestern Nachmittag für die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande. Landrat Thomas Kubendorff hatte die Auszeichnung wenige Minuten zuvor im Namen von Bundespräsident Christian Wulff an die Brust des Heimatvereinsvorsitzenden geheftet.

Vor allen Dingen wegen seinem Engagement in diesem Amt folgte die NRW-Staatskanzlei dem Vorschlag von Tewes Weggefährten Reinhard Feldhues, Heinz Gortheil, Dieter Sontowski, Reinhard Ewering und Dr. Ulrich Klisa für die Ehrung. In der offiziellen Begründung würdigte die Staatskanzlei unter anderem die Gründung 17 neuer Hobbygruppen im Heimatverein, dessen von 852 auf 1142 gestiegene Mitgliederzahl und die „kontinuierliche Pflege des Brauchtums und Weiterentwicklung des historischen Mühlenmuseums“. Hierfür habe Tewes Spenden besorgt und Mitglieder motiviert.

Landrat Kubendorff hatte aber noch zahlreiche weitere Gründe parat: Tewes Wirken im Sozialverband VdK sowie im Zucht-, Reit- und Fahrverein Metelen etwa. Oder den Einsatz für die Stiftsbibliothek, bei dem der heute 72-Jährige 80000 Euro an Spenden zusammenbrachte, damit die Kirchengemeinde 250 historische Bücher restaurieren lassen konnte. „Nebenbei“ ist der frühere Vorstandsvorsitzende der Volksbank Metelen seit drei Jahren Vorsitzender des Fördervereins des Blasorchesters, seit 1965 Mitglied der Schützenbruderschaft Ss. Fabianus und Sebastianus und seit 15 Jahren im Vorstand des Landwirtschaftlichen Ortsvereins.

„Meine Güte, wie viele Tätigkeiten da parallel liefen“, beendete Kubendorff seine Aufzählung und fragte: „Wo stünde Metelen heute, wenn man sich all diese Aktivitäten wegdächte?“ Darüber wollte auch Agnes Opitz, Tewes Stellvertreterin beim Heimatverein nicht nachdenken. In einer launigen Rede bescheinigte sie dem „Chef“: „Auch wenn es manchmal so aussieht, als würdest Du nur die Kommandos geben, gibt es doch niemanden, der die Kommandos besser geben kann als Du.“ Die Auszeichnung finde nicht nur in einem würdigen Rahmen statt - zahlreiche Freunde, Weggefährten, die Familie und Weihbischof Wilfried Theising waren ins Bürgerhaus gekommen - sondern hefte nun auch an einer „würdigen Brust“.

„So viel Lob bin ich ja gar nicht gewohnt“, sagte „Tews Heinz“ schließlich schmunzelnd. Und er gab zu, dass er aufgrund der vielen Ehrenämter in den vergangenen Jahren eher selten zu Hause gewesen sei. Wenn doch, habe seine Frau schon mal gefragt, ob er keinen Termin habe. „Dann bin ich halt in die Gaststätte gegangen und wer mich kennt, weiß, wie ungern ich das tue“, bewies Tewes Humor.

Zunächst habe er überlegt, die Auszeichnung abzulehnen. „Aber ich glaube, dann hätte ich Ärger bekommen.“ Mit Blick auf die vielen, die mit ihm zusammen ehrenamtlich arbeiteten, nehme er die Ehrung nun „mit Freude und Stolz“ entgegen.

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