Rollpasteten statt Knochenschinken
Metelener Christian Langehaneberg lernt während Auslandsaufenthalt französische Art des Metzgerns kennen

Metelen/Heek -

Die Fleischerei von Christoph Laschke ist in Heek eine Institution. Das Angebot der Dorfmetzgerei ist breit gefächert, die Qualität der Fleisch- und Wurstwaren weit über den Ort bekannt. So ist der Familienbetrieb beispielsweise für die Lieferung des so genannten Wellfleisches bei den Heeker Schlesier-Treffen zuständig. An diesen nehmen auch regelmäßig Vertriebene aus den Nachbarorten teil.

Freitag, 09.12.2011, 08:12 Uhr

Doch nicht nur der gekochte Schweinebauch oder der westfälische Knochenschinken , sondern auch die eine oder andere französische Spezialität wie Charolais-Rinderbraten oder Rollpasteten könnte bald bei der Fleischerei zu haben sein. Verantwortlich dafür ist Christian Langehaneberg. Der 19-jährige Metelener ist Azubi im dritten Lehrjahr bei Laschke und hat jetzt an einem deutsch-französischen Austauschprogramm für Auszubildende im Lebensmittelhandwerk teilgenommen.

Zwei Wochen lang hospitierte Langehaneberg in einer Fleischerei in der Nähe von Orléans . Dabei wurde ihm schnell klar: Die Welt der Fleisch- und Wurstwaren sieht im Nachbarland ganz anders aus. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Unterschiede so groß sein würden“, gibt der Metelener die Eindrücke seines Auslandsaufenthaltes wieder.

Zwischen den Handwerkskammern Orléans und Münster besteht seit 50 Jahren eine Partnerschaft – und jetzt auch ein Austauschprogramm. Als Christian Lange­haneberg davon hörte, war er gleich interessiert. „Ich habe mich dann mit meinem Chef und mit meinem Vater beraten“, erzählt er. Da beide ihn in seinem Ansinnen bestärkten, habe er die Gelegenheit beim Schopfe gepackt. „Hätte ich die Chance zu meiner Lehrlingszeit gehabt, ich hätte es genauso gemacht“, sagt Christoph Laschke.

Vorbereitet auf seinen beruflichen Einsatz in Frankreich hat sich Christian Langehaneberg mit einem einwöchigen Sprachkursus. Mit ein paar Brocken Französisch, einigem Englisch und viel „Händen und Füßen“, hätten ihm die Kollegen gezeigt, wie es richtig geht – auf französische Art: andere Schnitte, andere Stücke. „Die französischen Kunden fragen eben viel mehr Braten und Fleisch nach als hier“, sagt er, „Wurstwaren spielen dort eine untergeordnete Rolle“. Die vergleichsweise kleine Metzgerei mit sechs Beschäftigten, in der er arbeitete, habe lediglich drei Sorten Wurst hergestellt, ergänzt er und zeigt lachend auf die breite Auslage in der Metzgerei Laschke hinter sich.

Was ihm sonst noch so auffiel? „Es geht in Frankreich alles ein wenig gemächlicher zu.“ An die Mengen, die in einer Metzgerei in Deutschland verarbeitet werden, kommen sie nicht heran, sagt Langehaneberg. Und die Pausen seien auch länger. So dauerte die Mittagsruhe in der Regel rund drei Stunden. Immerhin hatte der Metelener so Zeit, auch Land und Leute ein wenig kennenzulernen „Der Auslandsaufenthalt hat mir viel gebracht“, zieht er ein positives Fazit.

Sein Chef Christoph Laschke freut sich über die Erfahrungen, die sein Azubi gemacht hat. Davon könne nicht nur der junge Mann selbst profitieren, sondern das ganze Team. Im Februar, kündigt Laschke an, werde es eine französische Woche geben. Die bietet sich zu dem Zeitpunkt auch förmlich an: Denn dann kommt Langehanebergs Austauschpartner aus Orléans für drei Wochen nach Heek, um etwas über das deutsche Metzgerhandwerk zu lernen.

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