Konzert in der Pfarrkirche Ss. Cornelius und Cyprianus
Variabilität und Virtuosität

Metelen -

Am Samstagabend gastierte das Trio Contemporaneo in der Pfarrkirche Ss. Cornelius und Cyprianus. Auf dem Programm des Konzertes zur Fastenzeit stand besinnliche Musik von der Barockzeit bis in die Moderne

Montag, 12.03.2012, 19:03 Uhr

Konzert in der Pfarrkirche Ss. Cornelius und Cyprianus : Variabilität und Virtuosität
Bot bei seinem Konzert in der Metelener Pfarrkirche eine überzeugende Leistung: das Trio Contemporaneo mit (v.l.) Tamara Buslova, Benjamin Nachbar und Günther Wiesemann. Foto: thei

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Zu Beginn zeigte Benjamin Nachbar mit den Sätzen Allegro und Adagio aus einem Konzert für Viola und Orchester von Johann Christian Bach an der Viola, dass sein Instrument völlig zu Unrecht im Schatten der Violine steht und selten als Soloinstrument zu hören ist. Vereint das Instrument doch die Wendigkeit der Violine und die melancholische Sanglichkeit eines Cellos. Mit Tamara Buslova an der Sauer-Orgel fand er dabei eine souveräne Begleiterin. In dem ausdrucksstarken Andante der h-moll-Sonate von Johann Sebastian Bach zeigte Nachbar, dass er auch an der Violine ein Meister ist. Mit „caelis aeternis“ für Violine, Orgel, Sprecher und Schlaginstrumente des neuzeitlichen Komponisten und Trio-Mitglieds Günther Wiesemann folgte das längste Werk des Abends. Darin verarbeitet Wiesemann hauptsächlich den Choral „O Welt, sieh hier dein Leben“. Immer wieder bringen Orgel und Violine das motivische Material der Choralzeilen zum Erklingen und variieren sie dabei mit zeitgenössischen Kompositionstechniken. Dabei entstehen teilweise bedrohliche, teilweise flüchtige Klänge, die für die Zerstörung der Schöpfung und das Leid, das durch den Menschen in die Welt gebracht wird, stehen. In diese bedrohliche Klangkulisse hinein spricht Wiesemann immer wieder Versatzstücke des Choraltextes. Mit „Nun danket all und bringet Ehr‘“ wird ein zweiter Choral zitiert. In diesem Teil des Werkes ist die Musik ruhiger, an einigen Stellen fühlt man sich kurzfristig an die Barockmusik des Konzertbeginns erinnert. Die „barocken Einlagen“ werden aber nach ein paar Takten wieder zeitgenössisch verfremdet.

Virtuoser Höhepunkt des Abends waren Präludium und Fuge aus der fünften Suite für Viola da gamba von Bach. Nachbars Bratschenspiel bestach vor allem durch die fein herausgearbeitete Polyphonie in der Fuge. Man konnte kaum glauben, dass nur ein Instrument beteiligt war. Mit Bartóks Andante aus einem Konzert für Viola und Orchester stand auch ein Werk des frühen 20. Jahrhunderts auf dem Programm, bevor mit „quiete“ ein weiteres Werk Wiesemanns gespielt wurde. In diesem introvertierten Stück dominieren diskrete Schlaginstrumente und die Viola. Die Komposition erzeugt dabei eine ganz nach innen gerichtete meditative Stimmung.

Passend zur Fastenzeit erklangen zuletzt die Kreuzandachten für Orgel des Romantikers Franz Liszt. Ganz im Gegensatz zur feurigen Virtuosität seiner größeren Orgelwerke, lässt Liszt hier die Orgel über einige Stationen des Kreuzweges meditieren. Nach dem letzten Werk des Abends gab es für die Musiker Benjamin Nachbar, Tamara Buslova und Günther Wiesemann von den leider nur wenigen Zuhörern den verdienten Applaus.

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