Dirk Lating ist der „Monzaguhru“
Zeugnisse einer Leidenschaft

Metelen -

Manta kann jeder. Für Dirk Lating, Pardon, „Monzaguhru“, muss es da schon ein echtes Opel-Dickschiff, so eine Sechszylinder-Gurke, sein. Lating wohnt mit seinen zwei Töchtern „als alleinerziehender Papa“ und mit ganz vielen Monzas, Senatoren, Commodores und Rekords an der Wet­tringener Straße in Metelen. Und das seit nunmehr sieben Jahren.

Montag, 13.05.2013, 08:05 Uhr

„Guhru allmächtig“: Dirk Lating verwahrt
„Guhru allmächtig“: Dirk Lating verwahrt Foto: Martin Fahlbusch

Seit zwölf Jahren indes gibt es das „Monzaguhru“-Treffen. Hält da der Guhru („mit ‚h‘ in der Mitte, bitte“) etwa Hof? „Nein, nein“, wehrt der lächelnd ab, „ich bin so etwas wie das Leittier einer ziemlich urigen Interessengemeinschaft. Unser Dreiklang lautet: ,Opel, quatschen, schrauben‘“, fasst der Opel-Oberst zusammen. In diesem Jahr trifft sich die PS-Gemeinde am 25. Mai (Samstag), traditionell am Gasthof Schulte (Barle 1 in Ahaus).

Dirk ist Baujahr ‘68 und kommt aus der Ecke – aus Wessum, genauer gesagt. Dort ist irgendwann seine besondere Leidenschaft für diese speziellen Modelle entfacht. Monza, zweitürig; Senator, viertürig; und etwas kleiner, aber letztlich auch in diese Baureihe gehörend, die in einer Art Baukastensystem miteinander verbunden ist, noch Commodore und Rekord. Aber wer mit dem Guhru gemütlich in der Halle mit den Opelschätzchen am Ortsausgang von Metelen auf dem Sofa sitzt und schnackt, merkt schnell, dass das beim „Monzaguhru“-Treffen“ nicht so eng gesehen wird. „Es gibt auch echt geile Mantas, keine Frage. Und auf die Kadetten lassen einige auch nichts kommen“, stellt der blonde Kerl mit den langen Haaren und der 7/8-Hose klar. „Na ja, Opel sollte es schon sein. Andererseits: Wer kommt, der kommt – und einige schon ganz viele Jahre. Ist das Wetter okay, können das schnell bis zu 150 Leute beziehungsweise Autos werden.“ Lating erläutert: „So ein Treffen stemme ich nicht alleine.“ Da sind noch auf jeden Fall der Parkplatz-Achim aus Viersen und der Praktikant Kenje dabei, ganz zu schweigen von anderen fleißigen Unterstützern. Und einige Sponsoren sind auch mit von der Partie.

Aber alles bleibe im Rahmen – und im Thema. Jedem sei klar, dass die Opel keine Edelkarossen waren oder sind. Letztlich durchschnittliche Alltagsautos. „Hauptsache, sie haben ein paar Jährchen auf dem Lack, fahren noch – oder werden so lange bearbeitet, bis sie das wieder verkehrstauglich tun“, gibt der Guhru die Losung aus.

Lating war 25 Jahre lang Möbeltischler gewesen, bevor er seine Opel-Leidenschaft neben seine beiden Mädchen in den Mittelpunkt stellte. Heute arbeitet er als Hausmeister im Sophienheim. „Übrigens eine spannende und interessante Aufgabe, sich behinderten Menschen zu widmen und für sie Arbeiten zu erledigen“, sagt er. Trotz Opel-Leidenschaft und einer liebenswerten Schrulligkeit macht Lating im Gespräch deutlich, dass er mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Eben auf seine Art – als „Monzaguhru“, umgeben von Zeugnissen seiner Opel-Vorliebe.

Am 25. Mai werden die ersten Gleichgesinnten ab 9 Uhr in Ahaus auf dem Platz sein. „Mal sehen, wie ich diesmal anreise – ob im Opel-Leichenwagen, Opel-Krankenwagen oder mit meinem alten Feuerwehrauto, einem Opel Blitz.“, überlegt Lating.

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