Hauptschule ist in Metelen nicht zu halten
„Das ist einfach traurig“

Metelen -

Wenn die Hauptschule schließt, könnte es passieren, dass Firmen in Metelen nicht mehr so wie bisher auf Praktikanten setzen können, die über ein gesamtes Jahr ein Mal pro Woche in die Betriebe kommen. Martin Hüning: „Es ist schade, dass die Gemeinde so eine Schulen nicht halten kann.“ Jürgen Marpert: „Dieses Praktikum ist eine große Chance für die Schüler.“

Samstag, 11.05.2013, 07:05 Uhr

Martin Huning findet es traurig, Martin Hüning findet es traurig, dass es bald in Metelen keine Hauptschule mehr geben wird.
Martin Hüning findet es bedauerlich, dass es bald keine Hauptschule mehr in Metelen geben wird.   Foto: Bettina Laerbusch

Dass die Hauptschule in absehbarer Zeit – wann genau, das weiß noch niemand – schließen wird, findet Martin Hüning „einfach traurig“. Er hat die Droste-Hülshoff-Schule selbst besucht – bis 1988. Dann absolvierte er in Münster eine Ausbildung, machte Zivildienst, baute sein Fachabitur und lernte später in der Schweiz unter anderem das Dekorationshandwerk. Malermeister ist er heute, staatlich geprüfter Restaurateur dazu und einer von zwei Gesellschaftern des Malerbetriebes Hüning in Metelen .

Viele Praktikanten haben er und das gesamte Team im Laufe der Jahre kennengelernt. „Es ist schade, dass die Gemeinde so eine Schule in Metelen nicht halten kann“, bedauert Hüning die Entwicklung. Seine Praktikanten seien nicht ausschließlich von der Hauptschule gekommen, aber wenn, dann sei die Zusammenarbeit mit eben dieser wichtigen Einrichtung in Metelen stets lohnend gewesen, betont Hüning. Die Schule habe ein guten Ruf, auch das sagt er.

Dass die Schüler der jeweiligen Klasse 10 a die Möglichkeit haben, sogar über ein ganzes Jahr ein Mal in der Woche einen Betrieb zu besuchen und dort mitzuarbeiten, findet Martin Hüning vorbildlich. „Das gibt einem die Möglichkeit, einen potenziellen Auszubildenden über einen langen Zeitraum zu begleiten.“ Der Malermeister fügt hinzu, dass gerade diese Art des Jahrespraktikums ihm und seinen Kollegen auch die Gelegenheit gibt, zu zeigen, wie vielfältig und interessant ihr Berufsalltag ist. Hüning redet Tacheles. „Leider Gottes hat der Beruf des Malers und Lackierers in der Gesellschaft keinen guten Ruf“, sagt er – und nennt gängige Vorstellungen: „Es ist dreckig und staubig – und so ein bisschen renovieren, das kann ja jeder.“ Praktikanten erlebten, dass Maler grundlegendes Wissen hätten, dass sie sich beispielsweise auch mit dem Schutz von Fassaden und damit von Häusern auskennen.

Von einem „super System“ spricht Jürgen Marpert vom gleichnamigen Autohaus in Metelen. Wer ein Mal in der Woche einen Praktikanten bei sich habe, lerne diesen viel besser kennen als einen, der nur zwei oder drei Wochen da sei. „Es geht nicht nur um Noten, sondern auch um Geschick und Willen.“

Marpert und seine Kollegen haben sich in den vergangenen drei Jahren um jeweils einen Praktikanten aus der 10 a gekümmert, der ein Mal in der Woche zu ihnen kam. Aktueller und wissbegieriger Schüler im Autohaus ist Joseph van Go­er. Und der wird ganz bald, wenn er sein Abschlusszeugnis in der Tasche hat, eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei Marpert beginnen. „Ohne dieses System der Hauptschule wären wir beide wahrscheinlich nie aufeinander aufmerksam geworden“, sagt Marpert.

Er hofft ebenso wie Martin Hüning, dass sich Schülerinnen und Schüler einer 10 a auch bei ihm melden, wenn sie nicht mehr in Metelen unterrichtet werden. Diese Art des Praktikums „ist eine große Chance für die Schüler“, erklärt Marpert – und bringt seine Befürchtung zum Ausdruck, dass den Jugendlichen, wenn sie nicht mehr in Metelen zur Schule gehen können, genau diese Chance genommen werden würde.

Seit zehn Jahren lernen alle Schüler und Schülerinnen der 10 a der Droste-Hülshoff-Schule ein Mal in der Woche über ein ganzes Jahr einen Betrieb kennen. Dieses besondere Jahrespraktikum böten auch andere Schulen im Kreis Steinfurt, sagte im Gespräch mit unserer Zeitung Schulleiterin Claudia Poplutz.

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