Geeignetes Brennmaterial und richtige Bedienung vermeiden Geruchsbelästigungen
„Dicke Luft“ in der Nachbarschaft

Metelen -

Für den einen ist ein flackerndes Kaminfeuer der Inbegriff von Gemütlichkeit – für den anderen bedeutet es eine Einschränkung der Lebensqualität. Zumindest dann, wenn beißender Gestank aus dem Kamin dringt und die Luft im weiten Umkreis verpestet. Was gilt es als Kaminofenbesitzer zu beachten, um Geruchsbelästigungen zu vermeiden? Das Tageblatt fragte bei Bezirksschornsteinfegermeister Alfred Isfort nach.

Montag, 25.11.2013, 16:11 Uhr

Für den einen ist ein flackerndes Kaminfeuer der Inbegriff von Gemütlichkeit – für den anderen bedeutet es eine Einschränkung der Lebensqualität. Zumindest dann, wenn beißender Gestank aus dem Kamin dringt und die Luft im weiten Umkreis verpestet. Spaziergänge werden zu einer atemberaubenden Angelegenheit (erst recht für Menschen mit Atemwegserkrankungen), und wer seine Fenster in der Absicht öffnet, frische Luft hereinzulassen, bewirkt das Gegenteil.

Alfred Isfort , Bezirksschornsteinfegermeister für Ochtrup und Metelen, kennt das Problem – das in seinen Augen eigentlich keines zu sein bräuchte: „Wer die Bedienungsanleitung der Hersteller befolgt, kann seinen Kaminofen ohne störenden Geruch betreiben.“ In der Anleitung steht unter anderem, für welchen Brennstoff der Ofen geeignet ist: ob Stückholz, Holz- oder Steinkohlebriketts.

Das Brennmaterial ist das A und O bei der Frage, wie hoch die Emissionen sind: Bearbeitetes Holz (gestrichen, lackiert, imprägniert) wie Palettenholz, Obstkisten, Spanplatten oder Dachlatten sind tabu. Erst recht Abfälle. Kamine sind schließlich keine Müllverbrennungsanlagen. Dabei müssten die Betreiber wissen, welches Material verbrannt werden darf und welches nicht. Jeder Kamin( ofen )besitzer muss sich nämlich bescheinigen lassen, dass er von einem Schornsteinfeger fachlich beraten worden ist. „Das machen wir im Rahmen der Abnahme“, so der Schornsteinfegermeister.

Isfort rät zudem, auf die Restfeuchte im Brennholz zu achten. „Die sollte maximal 20 Prozent betragen. Im Handel gibt es günstig entsprechende Messgeräte, aber auch Schornsteinfeger führen die Messungen mit professionellen Apparaten durch.“ Frisch geschlagenes Holz enthält 50 bis 60 Prozent Wasser. Dessen Verdampfung verbraucht viel Energie, die Temperatur reicht dann für eine saubere Verbrennung nicht mehr aus. Die Folge: hohe Schadstoffemissionen, bei denen der ganzen Nachbarschaft die Puste wegbleibt. Zudem könne sich der Schornstein mit Abrrand-Rückständen so weit zusetzen, dass ein Kaminbrand entsteht. „Wenn dann die Feuerwehr vor der Tür steht, ist es zu spät“, warnt Isfort. Der Fachmann rät, das gespaltene Holz draußen unter einem Dachvorsprung bei guter Belüftung zwei Jahre zu lagern. „Im dritten Jahr kann es dann verheizt werden.“ Sogar die Art des Anfeuerns hat, wenn auch nicht ganz so großen Einfluss auf den Schadstoffausstoß. „Früher wurde von unten mit Papier und Anzündholz angefeuert. Heute wird empfohlen, es genau andersherum zu tun.“

Isfort bestätigt, dass es in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom bei den Kaminöfen-Käufen gegeben habe. Dies hänge nicht nur mit den stark gestiegenen Preisen für Öl und Gas zusammen, sondern auch mit erhöhten Ansprüchen an die Wohnqualität. „Ein Kaminofen“, weiß Isfort, „ist wird zunehmend auch als Möbelstück gesehen, vom Genuss eines offenen Feuers ganz zu schweigen.“

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