Inklusion am Sophien-Haus
Von der Gemeinschaft getragen

Metelen -

24 Bewohner im Haupthaus, weitere 21 in nahe gelegenen Außenwohngruppen – die Menschen mit Behinderungen, die im St.-Sophien-Haus leben, gehören zu Metelen wie die Pfarrkirche oder die zahlreichen Vereine. Die Einrichtung ist vorbildlich in das gesellschaftliche Leben der Vechtegemeinde integriert. Es ist das Ergebnis eines langjährigen Prozesses und des immer wieder Aufeinanderzugehens, auf das Leiterin Monika Schmelter schon ein wenig stolz ist.

Mittwoch, 13.11.2013, 19:11 Uhr

24 Bewohner im Haupthaus , weitere 21 in nahe gelegenen Außenwohngruppen – die Menschen mit Behinderungen, die im St.-Sophien-Haus leben, gehören zu Metelen wie die Pfarrkirche oder die zahlreichen Vereine. Die Einrichtung ist fest in das gesellschaftliche Leben der Vechtegemeinde integriert. Es ist das Ergebnis eines langjährigen Prozesses und des immer wieder Aufeinanderzugehens, auf das Leiterin Monika Schmelter schon ein wenig stolz ist. Die Inklusion , also die uneingeschränkte Teilhabe in allen Bereichen der Gesellschaft, sei ein zentrales Thema der Betreuungsarbeit im St.-Sophien-Haus, an dem fortlaufend gearbeitet werde. „Wir müssen uns da immer wieder einbringen und vor allem auch die Menschen, die wir betreuen, mit einbeziehen“, betont Schmelter. „Wir sind sozusagen stets auf dem Weg, um es noch besser zu machen.“

Indes: Ein gutes Stück des Weges ist schon gegangen. Schmelter macht das an vielen Beispielen fest. Nicht zuletzt an der Tradition des Hauses, welche schon über 30 Jahre währt. „Da ist seit über die Zeit viel an Solidarität gewachsen.“ Zudem gebe es eine ganze Reihe von Mitarbeitern und auch Bewohnern aus dem Ort, so seien viele Anknüpfungspunkte gegeben. Als „gelebte Inklusion“ bezeichnet die Einrichtungsleiterin das in vielen Teilen selbstständige Leben der Bewohner in den Außenwohngruppen. Diese lebten in ganz gewöhnlichen Mietshäusern. Das Gespräch auf der Straße, der Einkauf beim Bäcker – all das sei für sie Normalität. Was das Haupthaus am Vitustor anbelangt, führt Schmelter den guten Kontakt zur Nachbarschaft als Beispiel für gelungene Inklusion an. Seit das alte Krankenhausgebäude („Ein richtiger Klotz war das“) nicht mehr da ist, sei dieser noch besser geworden. Dazu beigetragen habe aber auch die regelmäßige Teilnahme der Nachbarn am Sophientag, der alljährlich im Mai stattfindet.

Inklusion bedeutet, offensiv auf die Gesellschaft zuzugehen. „Wir nehmen an vielen Veranstaltungen in der Gemeinde teil“, berichtet Schmelter und zählt eine ganze Reihe von Beispielen auf: Fettmarkt , Kegelmeisterschaft, begehbarer Adventskalender, Kreatives Bauernstübchen, „Wir um die 60“-Treffen. Und die Wohnheimchefin sieht weitere Möglichkeiten: „Ich könnte es mir durchaus vorstellen, dass es in Zukunft noch mehr werden.“

Umgekehrt erhält das Sophien-Haus auch viel Unterstützung, wenn hauseigene Aktivitäten oder Veranstaltungen angesagt sind. Stichwort Betriebsausflug der Mitarbeiterschaft: Wenn der wie in dieser Woche auf dem Programm steht, übernehmen Ehrenamtliche aus dem Ort – unterstützt durch Fachkräfte aus der Werkstatt in Langenhorst – die Betreuung der Bewohner.

Geradezu überwältigend ist das Engagement der Vereine und Verbände, wenn das Sommerfest ansteht. Bei der letztjährigen Feier waren 120 Ehrenamtliche dabei – von kfd über VdK, Hobbymusikern bis hin zu den Schützen. „Da merkt man, wie gut unsere Einrichtung integriert ist“, freut sich Schmelter.

Einen wertvollen Beitrag zur Inklusion leiste auch der öffentlich zugängliche Sinnesgarten des Hauses, der beim Sommerfest eingeweiht wurde. Er habe eine Klammerfunktion in den Ort hinein. Vielfach hielten sich dort Familien auf und kämen mit den Bewohnern ins Gespräch.

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