Sicherheit der Stiftskammer
Alarmgesichert in der Glasvitrine

Metelen -

Der dreiste Diebstahl des Stiftskreuzes in der Borghorster Gemeinde St. Nikomedes, bei dem in der vergangenen Woche vor allem ideell großer Schaden entstanden ist, wirft auch Fragen für Metelen auf. Wie sicher ist die Stiftskammer, in der wertvolle Sakralgegenstände aufbewahrt werden? Das Tageblatt fragte bei Pfarrer Thomas Stapper nach.

Sonntag, 03.11.2013, 19:11 Uhr

Der dreiste Diebstahl des Stiftskreuzes in der Borghorster Gemeinde St. Nikomedes , bei dem in der vergangenen Woche vor allem ideell großer Schaden entstanden ist, lässt auch Pfarrer Thomas Stapper nicht kalt. „Man kann nur hoffen, dass die Täter vielleicht im falschen Glauben, es handelt sich um eine Beute mit hohem monetären Wert, ein Einsehen haben und das Stück zurückgeben“, so der Geistliche, der ganz klar sagt: „Das war eine Auftragstat.“

Die neue Dimension des Sakralraubes wirft auch Fragen für Metelen auf: Hält doch die Stiftskammer der Gemeinde Ss. Cornelius und Cyprianus ebenfalls höchst wertvolles Inventar bereit. Kostbarstes Stück ist ein aus dem 11. Jahrhundert stammendes Taschenreliquiar in Bursenform aus der Anfangszeit christlich orientierter plastischer Kunst in Westfalen. Das mit vergoldetem Kupferblech beschlagene und mit Halbedelsteinen verzierte Exponat wird regelmäßig in überregional bedeutsamen Ausstellungen gezeigt. Noch bis gestern war es in Paderborn als Bestandteil der Präsentation „Credo – Christianisierung Europas im Mittelalter“ zu sehen. Der Versicherungswert beträgt eine halbe Million Euro. Ausschließlich mittels Spezialtransport und unter Aufsicht der Abteilung Kunstpflege des Generalvikariates geht es auf Reisen.

In Metelen wird das kostbare Stück und das weitere Inventar der Stiftskammer jeden ersten Sonntag im Monat der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Reliquiar wird in einer speziellen Glasvitrine aufbewahrt, die alarmgesichert ist. „Das ist Auflage des Generalvikariats“, sagt Pfarrer Stapper. Während der Öffnungszeiten sind ständig zwei Personen vor Ort, die nicht nur für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung stehen, sondern auch Überwachungsfunktion haben. Weitere Sicherheitsvorkehrungen aufgrund des Vorfalls in Borghorst seien zumindest kurzfristig nicht vorgesehen, betonte Stapper. Auch an eine Kameraüberwachung denkt die Gemeinde vorerst nicht. Bislang sei die Stiftskammer, so Stapper, auch noch nicht von einem Diebstahl betroffen gewesen.

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