Friebaum-Areal wieder hergerichtet
Der Schatz am Friebaum

Metelen -

Freude in der Nachbarschaft Ludenbrey: Nach Fertigstellung des Kreisels am Nordring ist jetzt mit Hilfe des Baubetriebshofes auch die Sitzgruppe samt Gedenkstein am Friebaum wieder hergerichtet worden. Die Gruppe pflegt das Areal, das zum Verweilen einlädt, schon seit Jahrzehnten.

Dienstag, 17.12.2013, 19:12 Uhr

Grobschlächtig, geheimnisvoll und mit viel Patina besetzt – sie mutet schon wie eine Schatzkiste an, die Schatulle, die die Nachbarschaft Ludenbrey von Klempner Anton Wesseler anfertigen ließ und anschließend vergrub. Unter dem Gedenkstein am Friebaum nagte der Zahn der Zeit ein gutes Vierteljahrhundert an dem rundum verlöteten Kupferbehältnis, das nach Aussage von Karl Hollekamp indes keine Edelsteine oder Golddukaten, sondern vielmehr eine Tageszeitung, einen Flachmann und eine Namensliste der damaligen Angehörigen der Nachbarschaft beinhaltet. Dann wurde es wieder ans Tageslicht geholt: In den vergangenen Monaten hat der Ehrenvorsitzende des Ludenbreys das materiell eher geringwertige, dafür ideell umso wertvollere Kistchen unter seine Fittiche genommen. Für die Zeit der Bauarbeiten am neuen Kreisverkehr mussten nämlich Gedenkstein und dazugehörige Sitzgruppe weichen. Und – sicher ist sicher – hat Hollekamp das gute Stück höchstselbst in seinem Haus an der Neustraße verwahrt. Am Dienstagmorgen nun wurde alles wieder an Ort und Stelle gebracht. Das war mit Arbeit verbunden und ging auch nicht ohne externe Hilfe. Trotzdem hatte das Ganze irgendwie auch den Charakter einer kleinen Feierstunde.

„Wir haben uns immer viel Mühe mit der Pflege des Friebaum-Areals gegeben“, betonte Hollekamp, während Manfred Krude und Martin Blanke vom Baubetriebshof und weitere Mitglieder der Ludenbrey-Gemeinschaft mit vereinten Kräften Sitzgruppe und Stein in Position brachten. Dass es so kam, ist beileibe keine Selbstverständlichkeit. Wäre doch der Friebaum um ein Haar dem Kreiselbau zum Opfer gefallen. „Die Eiche war schon zum Fällen markiert“, deutete der 82-Jährige auf den gelben Punkt, der den Stamm noch heute ziert. Doch dank der Aufmerksamkeit von Nachbar Lothar Schründer und des schnellen Eingreifens von Bürgermeister Helmut Brüning habe Schlimmeres verhindert werden können, berichtete der 82-Jährige.

So gab es nach Abschluss der Bauarbeiten am neuen Kreisverkehr am Dienstag ein Happy End für alle Beteiligten. Dank der Unterstützung des Baubetriebshofes, der mit dem neuen Radlader anrückte, waren Sitzgruppe schnell aufgestellt und ein schönes Plätzchen für den mehrere hundert Kilogramm schweren Findling samt Gedenkplatte gefunden.

Karl Hollekamp kündigte an, dass die Gemeinschaft das Areal auch weiterhin so hegen und pflegen werde, wie sie es in den vergangenen 25 Jahren auch getan hat. Im nächsten Frühjahr werde der Bereich neu bepflanzt. „Mit winterfester Heide“, hat sich Hollekamp dazu schon Gedanken gemacht. Und der „Schatz vom Friebaum“? Der ruht nun wieder da, wo er hingehört: Unter dem Gedenkstein, bereit, dem Zahn der Zeit weiter zu trotzen.

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