Prunksitzung der KG Stadtwacht Metelen
Wo Kater Männchen machen

Metelen -

Sie hatten sich viel Mühe gegeben, der Elferrat der KG Stadtwacht mit dem Programm auf der Bühne und die vielen Zuschauer davor mit ihren fantasievollen Kostümen. Entsprechend bunt und abwechslungsreich ging es bei der Prunksitzung am Samstagabend zu.

Sonntag, 02.02.2014, 16:02 Uhr

„Dr. Weritz schau’ herüber, Deine Leute feiern wieder.“ Mit diesen Worten eröffnete Sitzungspräsident Herbert Graes am Samstagabend vom Tisch des Elferrates aus die Prunksitzung der KG Stadtwacht – umringt von den SFZ-Musikern und mehreren Tanzgarden. „Feiern, bis der Arzt kommt“ lautete das Motto. Wobei Kondition fraglos vor allem beim Narrenvolk im vollen Saal des Bürgerhauses gefragt war. In dem gut fünfstündigen Programm hieß es aufstehen, hinsetzen, klatschen, Raketen zünden, schunkeln, singen. Und dann das Ganze von vorne.

Den Eisbrecher machte „Der Schlawiner“ alias Andreas Hille aus Ibbenbüren , der als geplagter Ehemann von seinem „Dornröschen“ berichtete und seinen Hochzeitsfilm am liebsten rück-wärts sieht: „Herrlich, am Ende war ich wieder Jung-geselle. Dies ist ein Teebeutelwitz, der muss lange ziehen.“ Ganz anderen Schwung in die Bude brachte die Jugendtanzgarde der KG Stadtwacht, als sie die Bühne enterte.

Mit Alfons Abeln ging es dann weiter. Der bewährte Büttenredner kam leicht angesäuselt als Schützenbruder, der seine Passion als echten Kampfsport outete. Von ihm gab es auch Spitzfindiges zur Politik, als er Klaus Wowereits Rückkehr als Vorsitzender der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg kommentierte: „Das ist ja so, als wenn Ratten wieder auf das sinkende Schiff zurückkommen.“

Was die Jugend kann, wollten auch die Junioren der Tanzgarde zeigen. Sie ließen die Beine fliegen und die Herzen der Betreuer sowie der vielen Zuschauer höher schlagen.

Dann erschien ein kleines Fahrrad mit einer „Kleinen aus Kalkar“. Und schwuppdiwupp hatte die vermeintliche Oma die Gäste um den Finger gewickelt. Und ein Kater aus dem Publikum machte sogar Männchen. Die quirlige Rheinländerin blies im roten Kleid dem Elferrat so den Marsch, dass die Herren zu Nonnen aus „Sister act“ mutierten.

Augenweide und Akrobatik herrschten bei den Showtänzen der Garden, die als grüne Meerjungfrauen vorbei schwammen oder die Fäuste fliegen ließen. Die „Garde-Tenöre“ schallerten nicht nur aus voller Brust, sondern entpuppten sich als spiralverstärkte Bewegungskünstler. Ein Postbote lieferte neben Briefen auch eine neue Diagnose vom Arzt: „Porcus piger“ oder frei übersetzt „faule Sau“. „Die Landeier“ aus Harsewinkel konnten als prächtige Stimmungsband eigentlich nichts mehr falsch, wenn Technikprobleme ihnen und einigen Zuhören anfangs nicht einen ärgerlichen Streich gespielt hätten.

Was bleibt, ist ein echt närrischer Gesamteindruck, zu dem viele fantasievoll verkleidete und prächtig geschminkte Jecken beitrugen. Und die vielen guten Geister vor und hinter den Kulissen, Gäste aus dem Umland sowie „ehrwürdige“ Ehrensenatoren und Pastor Thomas Stapper, der erneut ganz tief in seinem Kostümfundus gekramt hatte, wie der routinierte Sitzungspräsident messerscharf und augenzwinkernd kommentierte.

Da bleibt fürs nächste Jahr nur zu hoffen, dass sich mal wieder ein Eigengewächs in die Bütt wagt. Die Jungs von der Stadtwacht haben hier und da die Latte ganz schön hoch gelegt. Da sollte man vielleicht den Arzt oder Apotheker fragen . . .

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