Haus Vitustor Nummer zehn
Schmuckstück an der Vechte

Metelen -

Rund ein Jahr hat der Umbau gedauert – jetzt kehrt neues Leben ein ins Haus Vitustor Nummer zehn. Mitte des Monats sollen fünf Bewohner einer Außenwohngruppe des St.-Sophien-Hauses in das im Kern aus dem 19. Jahrhundert stammende Gebäude samt Anbau einziehen. Das Tageblatt durfte schon mal vorab einen Blick in die Räume werfen.

Dienstag, 04.11.2014, 21:11 Uhr

Rund ein Jahr hat der Umbau gedauert – jetzt kehrt neues Leben ein ins Haus Vitustor Nummer zehn. Mitte des Monats sollen fünf Bewohner einer Außenwohngruppe des St.-Sophien-Hauses in das im Kern aus dem 19. Jahrhundert stammende Gebäude samt Anbau einziehen. „Wir warten nur noch auf das Okay der gesetzlichen Vertreter“, erklärt Monika Schmelter . Die Heimleiterin ist froh, mit Hausbesitzer Heinz Teupen einen Vermieter gefunden zu haben, der ein für den Zweck der Unterbringung geistig behinderter, gleichwohl aber weitgehend selbstständig agierenden Menschen nahezu ideale Unterkunft anbieten kann und will. Ist doch die Immobilie nicht nur von der Lage her ideal, sondern auch komplett modernisiert sowie durchgängig barrierefrei. „Sogar ein Aufzug fehlt nicht“, wie Teupen betont.

Für den Hausbesitzer ist die Vermietung eines Großteils der Räumlichkeiten – nur das Erdgeschoss des Anbaus ist anderweitig vermietet – an das Sophien-Haus eine Wunschlösung. Nach dem Tod des Vaters 2011 musste sich Teupen konkret mit einer Nachnutzung befassen. „Nachdem die Gemeinde auf Nachfrage deutlich gemacht hatte, dass sie es gerne sehen würde, dass die vorhandene Blockbebauung erhalten bleibt, kam ein Abriss nicht mehr infrage“, so der Eigentümer, der unweit des Elternhauses schon vor Jahren ein Haus errichtet hat, das er mit seiner Familie bewohnt. Also entschloss er sich für den Umbau zu einem Mietobjekt.

Von Beginn an hatte der Metelener dabei auch das St.-Sophien-Haus als möglichen späteren Nutzer im Auge. „Es gab schon mit dem Vorgänger, dem Krankenhaus, eine langjährige gute Nachbarschaft“, berichtet Teupen von Kindheitserlebnissen, als die Ordensschwestern immer auch bei Familienereignissen der Teupens mit dabei waren. Dass es dann relativ zügig mit der Teilvermietung an die Behinderteneinrichtung geklappt habe, sei eine „gute Fortführung dieser Verbindung“, so Teupen. „Wir kennen uns schon lange, es sprach nichts dagegen, eine Zusammenarbeit ins Auge zu fassen“, ergänzt Schmelter.

Beim Umbau für die Bewohner des Sophien-Hauses galt es einige Auflagen zu beachten, die die Heimaufsicht vorschreibt. So verfügt die angemietete Wohneinheit über insgesamt drei Bäder und hat zwei Küchen – eine für das Ober- und eine für das Untergeschoss. Jeder Raum hat eine Mindestgröße von 14 Quadratmetern. Es gibt einen großen Aufenthaltsraum. Die Anbringung einer Fluchttreppe war Bestandteil der Brandschutzauflagen. „Es war ein ziemlich langer Weg durch die Institutionen“, sagt Teupen. Von Landschaftsverband bis Feuerwehr reicht die Liste der Einrichtungen und Behörden, die ein Wörtchen mitzureden hatten.

Der lange Atem hat sich gelohnt: Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und: Das modernisierte Gebäude Vitustor ist nicht nur funktional. Auch der Wohnwert ist hoch: Fußbodenheizung, Wärmepumpe, Dreifachverglasung, automatisierte Rollladen, auf all das müssen die Bewohner nicht verzichten. Besonderes Schmankerl: Auf der Seite zur Vechte hin gibt es einen Balkon, der eine tolle Aussicht nicht nur auf das Geschehen auf dem Fluss, sondern auch auf den benachbarten Sinnesgarten des St.-Sophien-Hauses erlaubt. „Ich bin von Bekannten schon darauf hingewiesen worden, dass sie durchaus spontan einziehen würden, wenn es wider Erwarten doch nichts wird mit der Vermietung an die Caritas“, schmunzelt Teupen. Indes: Der Mietvertrag ist unterzeichnet, die Bewohner stehen in den Startlöchern. Die Historie des Hauses Vitustor Nummer zehn erfährt eine Fortsetzung – zum Wohle von Menschen mit Behinderung.

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