Stromleitung
„Wir wollen die Ortschaft verlassen“

Metelen -

Der Netzbetreiber Amprion untersucht für die Ertüchtigung seiner Hochspannungsleitung alternative Trassenführungen im Bereich Metelen-Land. Ein Sprecher sagte: „Wir wollen die Ortschaft verlassen.“

Freitag, 13.03.2015, 10:03 Uhr

Im Bereich Metelen-Land  wurden in den vergangenen Wochen auf einem 60 Meter breiten Streifen unterhalb der Trasse sämtliche Bäume gerodet, die Fläche freigeschnitten und der Waldboden umgepflügt.
Im Bereich Metelen-Land  wurden in den vergangenen Wochen auf einem 60 Meter breiten Streifen unterhalb der Trasse sämtliche Bäume gerodet, die Fläche freigeschnitten und der Waldboden umgepflügt. Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Wir wollen die Ortschaft verlassen.“ Ein Satz, der – zu Ende gedacht – gewöhnlich nichts Gutes verheißt. In der Regel findet er sich in meist dürren Erklärungen von Unternehmen, die eine Betriebsverlagerung ankündigen. Anders im Fall Amprion. Der Netzbetreiber hat im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich zum Ausdruck gebracht, dass er eine Verschwenkung der geplanten 380-Kilovolt-Freileitungstrasse um der Ortslage Metelen-Land herum realisieren will.

„Wir untersuchen verschiedene Varianten rechts und links der vorhandenen Leitungsführung im Bereich der Ortschaft Metelen-Land“, machte Amprion-Pressesprecher Andreas Preuß deutlich. Es seien mehrere Trassenführungen im Gespräch.

Anlieger aus der Siedlung machen sich bereits seit geraumer Zeit für eine solche Verschwenkung stark. Der Wortführer der Gruppe, Karl-Heinz Bückers-Hundehege, der einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb nur einen Steinwurf von der Leitung entfernt betreibt, hatte dem Leitungsnetzbetreiber verschiedene Alternativtrassen aufgezeigt. Diese Trassenführung klopfte er im Vorfeld unter anderm mit Waldbesitzern auf ihre Realisierbarkeit hin ab.

Entsprechende Unterlagen hatte der Metelener Unternehmer auch der Amprion GmbH zur Verfügung gestellt. Dass die ursprüngliche Forderung nach einer Erdverkabelung an den Kosten scheitern würde, hatte sich vergleichsweise schnell herausgestellt. Auf der Trasse der neuen 380-kv-Leitung von Wesel nach Meppen soll es nach dem aktuellen Planungsszenario lediglich drei Abschnitte geben, in denen die Hochvolt-Kabel im Erdreich verlegt werden. Zwei davon befinden sich im Bereich Gescher/Raesfeld, für den dritten, fünf Kilometer langen Bereich zwischen Legden und Asbeck wird das Planfeststellungsverfahren nicht vor 2016 beginnen.

Auch für Metelen sei mit dem Start des Planfeststellungsverfahrens erst Mitte 2016 zu rechnen, erklärte Amprion-Sprecher Preuß zur Zeitplanung des Netzbetreibers für den Trassen-Neubau.

Um die Leitung zu ertüchtigen für den Transport von Windstrom bis an den Niederrhein, werden die Masten ausgetauscht. Bisher lediglich etwa 30 Meter hoch, werden die neuen Masten 65 bis 68 Meter hoch sein. Der Verlauf der Trasse folgt im Prinzip der vorhandenen 220-kv-Leitung. Doch sind Verschwenkungen möglich – und eben auch für den Bereich Metelen-Land ins Auge gefasst.

Anlieger machten sich in den vergangenen Wochen Sorgen im Zusammenhang mit Rodungs- und Freischnitt-Arbeiten unterhalb der vorhandenen Leitung im Bereich Metelen-Land. Befürchtungen, dies seien bereits die vorbereitenden Arbeiten für die neue Trasse, wurden laut. Amprion-Sprecher Preuß beruhigte, dass es sich hierbei um Routine-Arbeiten handele, damit die Baumkronen den Leitungen nicht zu nahe kämen. Dass die Arbeiten auf einer sehr breiten Fläche erfolgten, sei mit einem der Grundeigentümer abgestimmt worden, der hier wiederaufforsten wolle, so der Sprecher.

Aktuell sei die Leitung abgeschaltet, bestätigte Preuß Informationen unserer Zeitung. Sie könne aber jederzeit wieder in Betrieb gehen, machte er zugleich deutlich, warum die Arbeiten erfolgten. Allerdings hatten die Bäume bis zur niedrigsten Leitung noch deutlich Luft. Die unteren Querträger der Freileitungsmasten werden aktuell nicht genutzt.

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