Kniffelig wird’s bei den Krüsselkes
Heimatverein pflegt Tradition des Palmstockbastelns und gibt Wissen weiter

Metelen -

Das Palmstockbasteln hat in Metelen Tradition. Mitglieder des Heimatvereins gaben diese Kunst jetzt erneut an die Eltern der Mädchen und Jungen aus der Kita St. Marien weiter. Die lernten schnell: Das schwierigste sind die Krüsselkes.

Freitag, 27.03.2015, 12:03 Uhr

Ein bisschen Übung braucht es schon: Heimatvereinsmitglied Heinz Woltering schneidet die Krüsselkes für die Palmstöcke mit der Schere zurecht.
Ein bisschen Übung braucht es schon: Heimatvereinsmitglied Heinz Woltering schneidet die Krüsselkes für die Palmstöcke mit der Schere zurecht. Foto: Dorothee Zimmer

Die älteste Tochter von Stefan Fislage ist schon gespannt auf den Palmstock , den ihr Vater in der Kita St. Marien für sie bastelt. Die Fünfjährige hat ihn gefragt, ob er ihr den Stock auch zeigen wird, wenn er damit nach Hause kommt. „Sie freut sich schon“, erzählt Fislage. Er fertigt an diesem Abend gleich noch ein weiteres Exemplar an; die Jüngste, zwei Jahre, soll zu Palmsonntag nicht hintanstehen.

Die Väter Stefan Fislage und Nico Tietmeyer (v.l.) haben die Palmstöcke für ihre Kinder bereits fertig.

Die Väter Stefan Fislage und Nico Tietmeyer (v.l.) haben die Palmstöcke für ihre Kinder bereits fertig. Foto: Dorothee Zimmer

Einen Palmstock zu basteln, erfordert etwas Geschick. Heinz Woltering zieht mit dem Messer über den zuvor entrindeten Holunderstock, und der gewünschte Effekt tritt sofort ein. Kleine weiße Holzlöckchen, sogenannte Krüsselkes, bilden sich. Wer in dieser Sache weniger geübt ist als der Heimatfreund, dem bleibt beim eigenen Versuch derselbe Erfolg zuweilen versagt. Verzagen müssen die Väter deswegen aber nicht. Neben Woltering stehen ihnen Hermann Schaten und Werner Pöpping vor allem mit Tat zur Seite, damit ein vorzeigbarer Palmstock entsteht. Auch der Vorsitzende Bernhard Iking ist gekommen und schaut sich das Treiben beim Gemeinschaftsangebot der Kita und des Heimatvereins an.

Es ist das fünfte Mal, dass der Heimatverein kurz vor Palmsonntag interessierten Eltern – in der Regel sind es Väter – die richtigen Handgriffe für die Herstellung eines Palmstocks zeigt. Äpfel und Buchsbaum lassen sich vergleichsweise einfach anbringen, kniffelig wird’s bei den Krüsselkes, die den optischen Mehrwert bieten. Derlei Handarbeit ist erfahrungsgemäß gefragt: Vor rund zehn Jahren haben Heimatfreunde die Stöcke noch in Eigenregie hergestellt, manchmal in der Mühle, manchmal beim Heimatfreund Franz Bückers in dessen Werkstatt. Die Nachfrage, sagt Hermann Schaten, stieg in den Jahren danach sprunghaft an: „Zuletzt haben wir über 100 Palmstöcke gemacht.“ Angesichts dessen verlegte sich der Heimatverein auf ein anderes Vorgehen: „Wir wollten künftig die Eltern unterstützen und in die Lage versetzen, es selbst zu können.“

Stefan Fislage ist im vergangenen Jahr dabei gewesen, jetzt, beim zweiten Mal, zieht er gekonnt das Messer über das Holz. „Ich finde es gut, dass der Heimatverein diese alte Tradition weitergibt“, sagt er. Heimatfreund Schaten erinnert sich noch an seine eigenen Kindheit, wo es üblich war, dass Großväter für ihre Enkel diese kleinen Schmuckstücke produzierten. Damals kam statt eines Messers auch gelegentlich eine Glasscherbe zum Einsatz. „Die konnte man dafür genau so gut gebrauchen.“

Was weniger eine Rolle spielt, ist die Wahl der Apfelsorte. Da könne jeder nach eigenem Gusto aussuchen, meint Woltering. „Im Grund eignet sich jeder Apfel. Nur schön rot sollte er sein.“

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