Schäferhunde-Verein
Schwanzwedelnd auf Verbrecherjagd

Metelen -

Metelens Schäferhundeverein betreibt Hundesport keineswegs ausschließlich auf Leistung fixiert, sondern vermittelt den Vierbeinern spielerisch das richtige Verhalten. Willkommen auf der Anlage am Welbergener Damm sind auch Hunde anderer Rassen. 

Dienstag, 21.07.2015, 10:07 Uhr

Roy Heuting führt den Schäferhund, der einen fiktiven Täter gestellt hat. Das Tier lernt, dass es nur zuschnappen darf, wenn der Einbrecher flieht oder den Hund angreift.
Roy Heuting führt den Schäferhund, der einen fiktiven Täter gestellt hat. Das Tier lernt, dass es nur zuschnappen darf, wenn der Einbrecher flieht oder den Hund angreift. Foto: Martin Fahlbusch

Ein flinker Jack Russell im Verein für deutsche Schäferhunde ? Für die Mitglieder der Ortsgruppe Metelen überhaupt kein Problem. Der spielt erstens prima Fußball und wuselt zweitens ausgelassen über den schönen Hundeplatz am Welbergener Damm hinter dem Regenrückhaltebecken. Als Hund und Herrchen Nico Brockmann entgegenkommt, schwirrt gerade ein Ultraleichtflieger über das idyllische Gelände mit dem kleinen Vereinsheim.

Brockmann schwitzt ganz schön. Das kommt aber ausnahmsweise nicht davon, dass er bei der Schutzhund-Ausbildung in der gepolsterten Latzhose und dem dicken Beißarm mit einem Hund gearbeitet hat. Mit anderen Vereinsmitgliedern ist er gerade dabei, die Platten auf der Terrasse neu zu verlegen. An diesem sonnengefluteten Nachmittag immer noch eine schweißtreibende Angelegenheit. „Wir sind keine Hundeschule, sondern verstehen uns als Hundesportverein, in dem auch das gemeinsame Miteinander auf keinen Fall zu kurz kommt“, betont Heike Thiele .

Sie hat die Hundeleidenschaft von ihrem Vater und Vorsitzenden der Ortsgruppe Metelen, Klaus Averbeck, sozusagen mit in die Wiege gelegt bekommen. Der „Präsident“ kommt etwas später und beobachtet zurückhaltend die Übungen und gibt mitunter seine Fachkommentare. Heute steht die Schutzhund-Ausbildung im Vordergrund.

Vergnügt kommt die Niederländerin Engelien Heutink mit ihrem „Furby“ nach der Arbeit zurück. Der Schäferhund knabbert ausgelassen an seinem Spielknochen. Ihr Mann Roy durfte gerade den Einbrecher spielen und seine Stirn glänzt. „Wenn der Hund den ,Angreifer‘ gestellt hat und dieser ruhig stehen bleibt, soll der Hund ihn heftig anbellen und vor ihm mehr oder weniger ruhig sitzen bleiben. Erst wenn der menschliche Gegner ihn attackiert oder fliehen will, darf er den geschützten Arm anknabbern“, erläutert Thiele die gerade gelaufene Übung. Weil die Hunde teilweise schwanzwedelnd diese Aufgaben meistern, verstärkt das den Eindruck, dass dies für die Tiere eine eher auch spielerisch zu lösende Aufgabe ist.

„Natürlich ist das auch eine vernünftige Form von Aggressionsabbau, aber sie sollen diese Übungen konzentriert und aufmerksam absolvieren“ ergänzt Kirsten Dockmann, die ihren schwarz und leicht grauen holländischer Herder-Drahthaar mit den markanten Löckchen an der Leine führt. Sie kümmert sich um diese auch in den Niederlanden beinahe ausgestorbene Rasse durch gezielte Nachzucht.

Wieder wird deutlich, dass in dem Metelener Verein nicht nur Schäferhunde gerne gesehen sind. Jeder, der die Begleithund-Ausbildung, das Fährtensuchen oder das Schutzhund-Training mitmachen will, ist willkommen. Daneben wird auch für Wettbewerbe und von Fachrichtern abgenommen Prüfungen im Gesamtverband geübt.

Die vierjährige Hündin von Esther Vortkamp ist an diesem Abend ein kleiner Star. Denn obwohl die schwarze Labradorin eher zu den verspielten Rassen gehört, absolviert sie die gestellten Aufgaben erstaunlich gut.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3396597?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F4849643%2F4849649%2F
Nachrichten-Ticker