Ein Hauch der weiten Welt
Die Vechtegemeinde rückt bei der Kulturnacht enger zusammen

Metelen -

Das, was Bürgermeister Gregor Krabbe am Freitagabend von der Bühne auf dem Sendplatz zum Publikum sagte, traf den Kern der Botschaft, die das Organisatorenteam von der Kulturinitiative Metelen (KIM) mit der Veranstaltung „Metelen schläft nicht“ transportieren wollte: „Gegenseitige Toleranz und Akzeptanz können am ehesten in der persönlichen Begegnung und im Kennenlernen des anderen und seiner Kultur wachsen.“

Montag, 17.08.2015, 11:08 Uhr

Miteinander feierten am Freitagabend zahlreiche Metelener und Asylbewerber aus der Vechtegemeinde die Kulturnacht, organisiert von der Kulturinitiative.
Miteinander feierten am Freitagabend zahlreiche Metelener und Asylbewerber aus der Vechtegemeinde die Kulturnacht, organisiert von der Kulturinitiative. Foto: Dorothee Zimmer

Angesichts der vielen Besucher war die Bereitschaft offenbar groß, einander näher zu kommen. So saß beispielsweise Davod Rebwar, ein 28-jähriger Asylsuchender aus dem Irak, neben zwei älteren Metelenerinnen. Der junge Mann wohnt an der Staufenbergstraße und antwortete auf die Frage, wie es ihm in Metelen gefällt strahlend: „Oh, very good.“ „Das es im gut gefällt hat er uns auch gesagt“, erklärten die beiden Frauen. Aufgrund Rebwars mangelnder Deutschkenntnisse erschöpfte sich damit zwar das Gespräch, aber seine Freundlichkeit sprach für sich. Außerdem will er am Deutschunterricht der KAB teilnehmen.

Um sich in der Gesellschaft zurechtfinden zu können, sei die Verständigung das A und O, sagte Werner Bever in einem Interview mit Clara Beutler , die als Moderatorin durch das Bühnenprogramm führte. Das KAB-Mitglied berichtete von dem Bemühen, die Asylbewerber durch das Vermitteln der Sprache in das gesellschaftliche Leben zu integrieren. Aus dem Kreis der ehrenamtlich Lehrenden und ihrer Schüler bildete sich mit Blick auf die Kulturnacht ein „Multi-Kulti-Chor“. Dieser trug deutsche Lieder vor, eine kleine Gruppe aus Eritrea sang ein Lied aus ihrer Heimat und eine weitere ein albanisches. „Beim Singen spürt man ihre Gelöstheit, da werden selbst die dunkelsten Gesichter heller“, berichtete Bever von seiner Erfahrung.

Im Gespräch mit Beutler erzählte eine junge Frau aus Mazedonien von ihren Fortschritten im Deutschunterricht. Mit ihrer Familie ist Songül zwischendurch schon einmal abgeschoben worden. Sie wünschte sich, „dass wir hier bleiben können, wenn ihr wollt“. Die Besucher klatschten, was als Zustimmung zu interpretieren ist. Beutler forderte das Publikum auf, sich für die Menschen, die hier Zuflucht suchen, stark zu machen: „Setzt ein Zeichen, sagt den Politikern, dass euch das wichtig ist.“

Olivia Ragulan, geborene Mariadas, hat indische Wurzeln, sie ist in Paris geboren und mit drei Monaten nach Metelen gekommen. Hier ist die heute 29-Jährige mit deutscher Staatsangehörigkeit aufgewachsen. Am Freitag führte sie einen Tempeltanz auf. Es war ein Programmpunkt unter vielen, die sowohl unterhaltend, informierend als auch kulinarisch einen Hauch der weiten Welt verbreiteten. Und mithin eine gute Vorbereitung sein können, denn, so der Bürgermeister: „Wir werden auch in Metelen enger zusammenrücken. Das ist ein Teil der Wahrheit. Ich bin davon überzeugt, dass wir dies schaffen und unseren Teil zum guten Miteinander beitragen.“

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