Zweite vegane Messe
Hier hat der Wurm im Apfel keine Chance

Metelen -

Bunt und lecker präsentierte sich das Angebot der zweiten Messe „Go vegan“ im Bürgerhaus. Die von der Metelenerin Ingrid Hagen organisierte Veranstaltung hat bereits einen Ruf weit über die Ortsgrenzen hinaus und zog viele Besucher aus der weiteren Umgebung ab.

Montag, 21.09.2015, 11:09 Uhr

Verlockend: Das Angebot auf der „Via Culinaria“ im Bürgerhaus war verlockend. Dazu gehörten auch diese süßen Küchlein.
Verlockend: das Angebot auf der „Go vegan“ im Bürgerhaus. Dazu gehörten auch diese süßen Küchlein. Foto: Martin Fahlbusch

Nein, nicht einmal der kleine kecke Wurm im biologisch angebauten Apfel schafft es in die Püriermaschine. „Das wäre ja noch schöner – auf einer veganen Messe“, sagt Ingrid Hagen , die Veranstalterin der zweiten Informationsschau „Go vegan“ im Bürgerhaus am Sonntag. Sie schmunzelt und fischt das Apfelstück mit Fleischeinlage aus dem Trichter. Dann werden der Apfel, Gemüse, weitere Zutaten und Gewürze auf Touren gebracht. Und nach kaum einer Minute lässt sich das Püree „Himmel und Hölle“ probieren.

Aber es geht nicht um Umdrehungen bei dieser bunten Messe. Da ist jede Menge Obst und Gemüse zu betrachten und zu erwerben, das nach ökologischen Prinzipien angebaut wurde. Das hat Christian Dieckmann aus Steinfurt appetitlich dekoriert. Einen anderen Farbtupfer bieten vegane Torten und Leckereien. Um zu zeigen, dass ein fleischloser Burger eine kulinarische Überraschung sein kann, sind Kirsten Lerche und Maik Szczesny sogar aus Dortmund angereist. In ihrem Bistro-Café gibt es Kuchen, Bagel und Burger in veganen Varianten. Klaus Salbeck hält Rohkostspeisen bereit, informiert aber auch über essbare Wildpflanzen und hat eine Menge Informationen für den Weg zur veganen Ernährung und viele selbst entwickelte Rezepte dabei.

Sorgen für Kostproben: Organisatorin Ingrid Hagen (r.) und Schirin Ruland.

Sorgen für Kostproben: Organisatorin Ingrid Hagen (r.) und Schirin Ruland. Foto: Martin Fahlbusch

„Uns geht es um Information, das Ausräumen von Vorurteilen sowie Fehlinformationen. Und auf unserer ,Via Culinaria‘ haben wir eine regelrechte Probierstraße mit verschiedenen Ständen aufgebaut“, erläutert die Veranstalterin und stürzt sich gleich wieder ins Zubereitungsgetümmel. Dabei stehen ihr Schirin Ruland aus Gronau und Diethild Vossenberg aus Steinfurt zur Seite. „Wir waren in den Kochkursen von Ingrid Hagen und sind im guten Sinne infiziert“, beschreibt Schirin Ruland ihre Motivation. In Vorträgen und Diskussionsrunden geht es auch um grundsätzliche Fragen der Ernährung wie Massentierhaltung, Fleischindustrie oder ökologisch strittigen Anbau und problematische Produktionsverfahren. Eine der Referentinnen, Ingrid Landwehr, bringt es auf den Punkt: „Für mich muss es zwischen einer mitunter ideologischen Engstirnigkeit bei Veganern und den Sich-Bedenkenlos-Ernährer-Massen sozusagen einen dritten Weg geben, bei dem Menschen achtsam, nachdenklich und skeptisch gegenüber den geldgierigen Produktionsverhältnissen von Lebensmitteln neue Wege suchen. Ich bin in diesem Sinne auf der Suche, aber eigentlich schlägt mein Herz schon ganz schön vegan.“

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