Diakon feiert Jubiläum
25 Jahre im Dienst der Kirche

Metelen -

Zeitsoldat, Lehrer – und dann Diakon. Ludwig Göbel hat den anderen Weg genommen, um in der Kirche zu wirken. Nicht hautberuflich, sondern ehrenamtlich ist er seit 25 Jahren vor Ort engagiert in der katholischen Kirchengemeinde. Am Sonntag wird das gefeiert.

Samstag, 24.10.2015, 14:10 Uhr

Ludwig Göbel blickt am Sonntag auf sein Silbernes Weihejubiläum zum Diakon zurück
Ludwig Göbel blickt am Sonntag auf sein Silbernes Weihejubiläum zum Diakon zurück Foto: Dorothee Zimmer

Priester zu werden, das wäre für den Abiturienten Ludwig Göbel damals gar nicht so abwegig gewesen, und überrascht hätte es wohl niemanden. Der heute 72-Jährige wuchs mit sechs Geschwistern in Welbergen auf. Seine Eltern waren fromm, sagt er. Die ländliche Prägung, das christlich gesinnte Elternhaus und Anfang der 60er Jahre das Abitur in der Tasche – drei Hintergründe, die laut Göbel für viele Männer seines Alters ausschlaggebend waren, den Weg zu einem Theologiestudium und anschließendem Priesterseminar einzuschlagen.

Er selbst hat sich anders entschieden. In den aktiven Dienst der Kirche stellte er sich erst viel später. Am 14. Oktober 1990 weihte ihn Bischof Reinhard Lettmann in Münster zum Diakon. Am morgigen Sonntag feiert er sein Silbernes Weihejubiläum.

Sein beruflicher Werdegang hatte mit Kirche erst mal gar nichts zu tun. Weil er die „Eltern finanziell nicht belasten wollte“, entschloss er sich zu einem Studium der Elektrotechnik bei der Bundeswehr . Zwölf Jahre verpflichtete er sich, ging im Rahmen seiner Ausbildung eine zeit lang in die USA ins Raketenzentrum in Alabama und wurde Offizier der Deutschen Luftwaffe . Im Anschluss studierte er Wirtschaftswissenschaften fürs höhere Lehramt. Nach seinem Referendariat in Hannover arbeitete er als Lehrer am Lise-Meitner-Berufskolleg in Ahaus.

Seine Beförderung zum Studiendirektor und stellvertretenen Schulleiter fiel in die Zeit, in der er sich zugleich auf seine Weihe als Diakon vorbereitete. Rund fünf Jahre waren die Wochenenden des Ehemanns und zweifachen Vaters weitgehend davon bestimmt. Darüber hinaus nahm er an Fernkursen teil und besuchte das Institut für Diakonatskreise und pastorale Dienste. „Das war ein sehr intensiver und aufwendiger Prozess“, hat Göbel diese Zeit in Erinnerung.

Parallel zum Schuldienst engagierte sich Göbel in der Kirchengemeinde, unter anderem war er Mitglied im Pfarrgemeinderat. Auf den Gedanken, Diakon zu werden, brachte ihn Pastor Erich Elpers. „Sie könnten das doch wohl machen“, stieß der damalige Priester den Gedanken an. Göbel bat um Bedenkzeit: „Ich guck mal.“ Dass er schließlich zusagte, lag unter anderem daran, dass für ihn in den 80er Jahren noch die Euphorie des Zweiten Vatikanischen Konzils nachklang. „Es war ein anderes Kirchenbild, das am Horizont aufleuchtete. Und das gefiel mir.“ Die Voraussetzungen brachte er mit: „Diakone sollen mindestens 35 Jahre sein und sich in Ehe und Beruf bewährt haben.“

All das, was Göbel an Einsatz im kirchlichen Leben leistet, – und das ist zurzeit neben der regelmäßigen Arbeit in der Taufpastoral, dem Predigtdienst und der Gottesdienstgestaltung vor allem im Bereich der Caritas und im Kolpingwerk jeweils sowohl auf Gemeinde- wie auch auf Verbands- und Bezirksebene – geschieht ehrenamtlich. Der persönliche Gewinn ist ideeller Natur: „Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht, verschafft eine innere Zufriedenheit.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3584306?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F4849643%2F4849646%2F
Nachrichten-Ticker