Österliches Brauchtum
Perfekter Palmstock: Schale hart, Kern weich

Metelen -

Es kommt auf das richtige Material an – auch bei Palmstöcken. Die älteren Heimatfreunde wissen das und geben ihre Kenntnisse gerne weiter an junge Väter, die ihren Kindern mit einem selbst gebastelten Palmstock eine Freude machen wollen. Treffen war in der Kita St. Josef. 

Freitag, 18.03.2016, 10:03 Uhr

Heimatfreund Heinz Woltering kennt alle Tricks und Kniffe, um einen schönen Palmstock anzufertigen.
Heimatfreund Heinz Woltering kennt alle Tricks und Kniffe, um einen schönen Palmstock anzufertigen. Foto: Dorothee Zimmer

Harte Schale, weicher Kern – so muss das ideale Holz für einen Palmstock beschaffen sein. „Holunder eignet sich dazu ganz prima – wenn man die Rinde entfernt hat“, erklärt Werner Pöpping. Hart soll es sein, damit es sich wegen der Äpfel nicht gleich biegt und weich, damit es sich für den einzusteckenden Buchsbaum leicht aushöhlen lässt.

Mit einem scharfen Messer zieht der Heimatfreund von Ästen in benutzerfreundlicher Länge und mit mindestens zwei Zentimetern Durchmesser die dunkle Rinde ab. Er fördert das helle Holz zutage, das anschließend rund 15 Väter in der Kita St. Josef mit Hilfe der Heimatfreunde Rudi Bückers, Hermann Schaten und Heinz Woltering weiter bearbeiten. Der Heimatverein bietet diese Aktion in der Woche vor Palmsonntag seit vielen Jahren an. „Damit wollen wir eine alte Tradition bewahren“, sagt Schaten.

Woltering ist selbst mit diesem Brauch groß geworden, jetzt will er ihn an die dreijährige Tochter Mia weitergeben. Die Handgriffe sind Mias Vater nicht unbekannt, oft genug hat er daheim seinen Vater einen Palmstock basteln sehen.

Die kleine Mia hätte auch ohne väterliches Zutun bestimmt am Sonntag einen gehabt – dafür hätte der Opa ganz sicher gesorgt, meint Woltering. „Aber meine Frau Elisabeth hat gesagt: ‚Du musst es auch mal lernen’“, bekennt er schmunzelnd. Der Einsatz seines Schwagers Dirk Bröker für dessen fast dreijährigen Sohn Louis geht ebenfalls zu einem guten Teil auf Ehefrau Christina zurück: „Sie hat mich angemeldet. Aber ich wollte es schon auch selbst.“

In der Regel sind es zwei Äpfel, die die Väter zwischen die mit dem Messer aufgeribbelten, sogenannten Krüsselkes an den Stock stecken. „Anders als beim Holz ist man bei der Wahl der Apfelsorte völlig frei“, weiß Schaten. Bei Thorsten Wellermanns Exemplar für Sohn Lasse hat das Aussehen der Äpfel jedenfalls keine Rolle gespielt: „Das ist mir egal – nur schmecken müssen sie.“

Zum Thema

Am Palmsonntag (20. März) beginnt das Hochamt mit Palmprozession und Palmweihe um 10.30 Uhr auf dem Pausenhof der Grundschule.

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