Feuerwehr
10 000 Liter Löschwasser am Haken

Metelen -

Mit einer pfiffigen Idee hat die Feuerwehr fehlendem Löschwasser im Außenbereich den Kampf angesagt. Ein Wechselauflieger in Form eines 10 000 Liter fassenden Tanks hilft. Entworfen hat ihn Bernd Wisse, dem der Tank auch gehört, gelagert wird er auf dem Bauhof-Gelände.

Donnerstag, 28.07.2016, 06:07 Uhr

Zufrieden mit der mobilen Löschwasser-Lösung für die Wehr ist Bernd Wisse, Unternehmer und selber aktiver Feuerwehrmann.
Zufrieden mit der mobilen Löschwasser-Lösung für die Wehr ist Bernd Wisse, Unternehmer und selber aktiver Feuerwehrmann. Foto: Martin Fahlbusch

„Einen vernünftigen und effektiven Löschangriff kannst du letztlich nur starten, wenn du einigermaßen sicher bist, dass es nicht möglicherweise Probleme mit einer kontinuierlichen Wasserversorgung gibt.“ Bernd Wisse weiß, wovon er redet. Er ist schon lange Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Metelen, und er weiß um die mitunter prekäre Wasserversorgungs-Lage – nicht zuletzt in den Außenbereichen und den Bauerschaften.

„Wenn es in Richtung Schöppingen geht, wird es echt schwierig und manchmal ganz schön knapp. Das haben wir ja jüngst bei dem vereitelten Wohnhausbrand in der Nähe von Bus Oskamp gesehen“, erinnert er sich an den nächtlichen Einsatz vor wenigen Wochen. Das größte Löschfahrzeug der heimischen Wehr kann rund 3 000 Liter aufnehmen. Wenn kein Hydrant oder ein Löschteich in der Nähe ist, müssen benachbarte Wehren zur Unterstützung angefordert werden, die dann im Pendelverkehr die benötigten Wassermassen heranschaffen.

Idee hatte er schon lange

„Die Idee für eine effektive und leistungsstarke Großtank-Lösung hatte ich schon viele Jahre“, berichtet Wisse beim Gang von seinem benachbarten Werksgelände für Entsorgung, Transport und Bedachung hinüber zum Gemeindebauhof. Dort steht die gewaltige und in feuerwehrrot angestrichene Lösung. Auf einem Spezialunterbau, der mit einem Hydraulikarm auf jeden Rollenanhänger oder Selbstfahrer in der richtigen Größe gehievt werden kann, liegt ein 10.000 Liter fassender, schmucker Riesentank mit dem erforderlichen Metall-Unterbau.

Bei Ebay zugeschlagen

„Das glaubte mir keiner, dass ich den bei Ebay ersteigert und dann auf meinen Hof gekarrt habe. Bei genauerem Hinsehen wusste ich sofort, dass der im Lebensmitteltransport eingesetzt worden war. Das konnte man an den Ventilanschlüssen sehen“, erzählt der Feuerwehrmann weiter. Er und seine Freunde hätten dann das alte Traggestell abmontiert, abgeschweißt und weggeflext, weil es sich für den gedachten wechselnden mobilen Transport nicht eignete. „Durch den erlösten Schrottwert der abgebauten Metallteile wurde der Kaufpreis für den Tank sogar noch etwas erträglicher“, schmunzelt Bernd Wisse.

Aber das war ja nur der Anfang. „Ein befreundeter Ingenieur hat mir einen neuen Rollenunterbau konstruiert und die Firma Wheelabrator hat den Tank professionell abgestrahlt und zur Lackierung vorbereitet. Mit den üblichen Sicherheitsmaßnahmen haben wir dann die Innenreinigung erledigt“, erläutert der Metelener weiter, der auch an anderen Stellen und bei Vereinen mit Rat und Tat zur Stelle ist.

Schweißen kann er

„Mein Beruf bringt es mit sich, dass ich gewisse Schweißarbeiten selbst erledige. Aber bei den kniffligen Arbeiten, die nur zertifizierte Fachleute ausführen können, hatte ich Gott sei Dank hilfreiche und kundige Hände“, freut sich Wisse noch heute über die prima Unterstützung. Besonders stolz ist der Betriebsbesitzer, dass der gesamte Tank samt Aufbau vom TÜV abgenommen wurde. „Weit über 120 Stunden Arbeit stecken da mindestens drin. Und dabei habe ich den Einsatz der anderen Helfer noch nicht mitgerechnet.

Jetzt steht der mobile Löschtank immer voll befüllt – bis auf die Tage mit strengem Frost – auf dem Gemeindebauhof im Gewerbegebiet sozusagen auf Abruf bereit. „Ob wir den nun auf einem von einem Trecker gezogenen Spezial-Hänger packen oder andere Wehren aus der Nachbarschaft sich den auf einen Container-LKW laden – das Ding ist nützlich und kann auch während eines Löscheinsatzes kontinuierlich befüllt werden“, stellt Bernd Wisse fest.

Er weiß natürlich, dass viele Bauern im Gefahrenfalle Arbeitstanks und Güllefässer anbieten, aber die Feuerwehr-Pumpen müssten da viel mehr „verdauen“ – machten öfter schlapp und seien dann aufwendig zu reparieren oder zu ersetzen. Bernd Wisses vorläufiges Fazit des Löschtanks: „Mit 10 000 Liter Wasser aus diesem Tank, das man theoretisch trinken könnte, kommst du so manchem Feuer bei.“

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