Rettungsdienst
Es kommt auf jede Minute an

Metelen -

Die Initiative „Sanitäter vor Ort“ ist jetzt amtlich: Vertreter von Kreis, Gemeinde und dem federführenden DRK unterzeichneten einen Vertrag, der die freiwilligen Helfer einbettet in die Rettungskette. Sie können nämlich oft schneller vor Ort sein als der Rettungswagen. 

Samstag, 03.12.2016, 06:12 Uhr

Vertraglich besiegelt wurden die „Sanitäter vor Ort“ von Metelens Bürgermeister Gregor Krabbe, dem ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes beim Kreis Steinfurt, Dr. Karlheinz Fuchs, Kreisdirektor Dr. Martin Sommer und Thomas Krabbe, Geschäftsführer des DRK Metelen.
Vertraglich besiegelt wurden die „Sanitäter vor Ort“ von Metelens Bürgermeister Gregor Krabbe, dem ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes beim Kreis Steinfurt, Dr. Karlheinz Fuchs, Kreisdirektor Dr. Martin Sommer und Thomas Krabbe, Geschäftsführer des DRK Metelen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Es geht hier darum, das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu verkürzen.“ Kreisdirektor Dr. Martin Sommer brachte die Funktion der Sanitäter vor Ort auf den Punkt. Ab Februar wird es auch in Metelen diesen zusätzlichen Ersthelfer-Service geben. Am Freitagmorgen wurde ein entsprechender Vertrag unterzeichnet.

Dieser ist notwendig, da die 23 Ersthelfer aus Metelen, die bisher zu der Gruppe der Sanitäter vor Ort gehören, in die Rettungskette eingebunden sind und über ihre Funkmeldeempfänger parallel von der Leitstelle immer dann alarmiert werden, wenn auch der Notarzt rausfährt zum Patienten oder zum Unfallort.

„Es ist wichtig, auch die vom Land vorgeschriebenen Anforderungern festzuhalten, damit die Qualität der Hilfe stimmt“, brachte es Dr. Karlheinz Fuchs auf den Punkt. Er ist der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Steinfurt und hocherfreut darüber, dass mit Metelen jetzt die neunte Kommune mit einem derartigen Ersthelfer-System dazu kommt. In den Startlöchern ist überdies Horstmar. „Damit hätten wir dann in 20 von 26 Kommunen des Kreises entweder Rettungswachen, First Responder von der Feuerwehr oder Sanitäter vor Ort – wie hier in Metelen“, freute sich Fuchs.

Ihm und Dr. Sommer ist es wichtig, dass die freiwilligen Helfer dazu beitragen, die Versorgung von Patienten noch schneller sicherzustellen, als das mit den professionellen Rettungskräften möglich ist. Der Anfahrweg sei zwar in 90 Prozent der Fälle innerhalb der anvisierten Zeiten einzuhalten, aber im Notfall zähle eben jede Minute. Fuchs: „Mit jeder dieser Minuten, in der ein Patient in lebensbedrohlicher Lage unversorgt bleibt, verschlechtert sich seine Chance um sieben Prozent. Ersthelfer die schnell vor Ort sind, können entscheidend dazu beitragen, dass auch Spätfolgen verhindert oder zumindest minimiert werden.“

Bürgermeister Gregor Krabbe lobte die offene Atmosphäre, mit der das Projekt „Sanitäter vor Ort“ seitens des Kreises aufgenommen worden war: „Die Gemeinde ist im Bereich der schnellen Erstversorgung künftig besser aufgestellt, als bisher.“ Er zeigte sich froh über das Engagement der Ersthelfer, unter denen auch Profis sind, die selber für den Rettungsdienst Qualifiziert sind, und über die Unterstützung der Sanitäter vor Ort durch Spenden und Sponsoren.

Dem schloss sich DRK-Ortsgeschäftsführer Thomas Krabbe an. Das Rote Kreuz hat die Federführung in dem neuen Angebot.

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