Ein Besuch im Kreativen Bauernstübchen
Aber bitte mit Sahne

Metelen -

Im Kreativen Bauernstübchen wird auch nach den Feiertagen ordentlich geschlemmt. Da gibt es zum Beispiel Schwarzwälder-Kirsch-Torte, Obstkuchen mit Schmand – und auch zur frisch gebackenen Waffel gehört der obligatorische Sahneklecks.

Mittwoch, 04.01.2017, 10:01 Uhr

Auf die Männer aus Schöppingen ist Verlass. Maria Dittrich (r.) versorgt die Stammgäste mit heißem Kaffee und sahniger Schwarzwälder-Kirsch-Torte. Sie und die anderen Damen aus dem Kreativen Bauernstübchen haben immer gut zu tun.
Auf die Männer aus Schöppingen ist Verlass. Maria Dittrich (r.) versorgt die Stammgäste mit heißem Kaffee und sahniger Schwarzwälder-Kirsch-Torte. Sie und die anderen Damen aus dem Kreativen Bauernstübchen haben immer gut zu tun. Foto: Martin Fahlbusch

Nach der Völlerei der Feiertage verzichten viele Menschen lieber auf schwere Kost. Statt des saftigen Bratens wird ein leichtes Gemüsegericht serviert. Obwohl es zu Weihnachten und Silvester auch für den süßen Zahn sicherlich genügend Leckereien gab, ist die Lust auf Gebäck und Kuchen im neuen Jahr trotzdem ungebrochen. Die Damen aus dem Kreativen Bauernstübchen haben jedenfalls gut zu tun.

Um eines aber sofort klarzustellen: Hier ist selbst die Kaffeemaschine eine Gräfin, denn mindestens zwei mit dem blumigen Namen „Contessa 1002“ sorgen für den edlen Trank und geben dem westfälischen Kleinod in Metelens Dorfmitte einen leicht italienischen Touch. Ansonsten gibt es hier nur regionale Leckereien – selbst gemacht versteht sich. „Der Stachelbeerkuchen und der mit Schmand und Obst sind seit Jahren echte Renner“, freut sich Maria Dittrich , die Seele des Kreativen Bauernstübchen. Das hört sie aber gar nicht so gerne. Denn ohne ihre Mitstreiterinnen käme sie überhaupt nicht aus, sagt sie energisch-freundlich, wie es ihre Art ist. „Nehmen wir mal Irmgard Herdering. Die könnte ich nachts um vier Uhr wecken und die würde sofort den Stachelbeerkuchen mit Streußeln backen – ganz ohne Murren“, erzählt sie wie zum Beweis und die Angesprochene errötet leicht und strahlt vor sich hin.

Kaffeerunde

Anneliese Nauschütte dagegen führe im guten Sinne das Regiment in der kleinen Wohnküche hinter dem Kuchenbüffet, wo sich die Mannschaft, zu der heute auch Mathilde Rohling gehört, zur Kaffeerunde getroffen hat. Das sei notwendig, bevor der Sturm an jedem Dienstag kurz nach 14 Uhr losgehe, berichtet Anneliese Nauschütte. Und kaum hat sie es gesagt, da klingelt auch schon die kleine Glocke an der Ladentür und die ersten Gäste freuen sich nicht nur auf die kleinen geschmackvoll und noch weihnachtlich geschmückten Räume, sondern auch auf das, was sie aus der Kühltheke anlacht. „Auf jeden Fall muss es ein Stück Schwarzwälder-Kirsch-Torte sein“, schmunzelt eine Besucherin, die zugibt, ihre guten Vorsätze für das neue Jahr heute ein paar Stunden auf den Parkplatz beordert zu haben.

„Natürlich sorgen wir für noch größere Vielfalt in unserem Tortenangebot. Unsere jetzt gut 20-jährige Erfahrung lehrt uns, dass alle Leckereien mit Obst in der Regel vor den eher üppigen Sahnetorten gewünscht werden“, betont Irmgard Herdering. Viel Zeit zum Plaudern bleibt im Moment wenig, denn die Türklingel kann mittlerweile kaum Atem holen und die Frauschaft arbeitet ohne große Aufforderung wie auf ein geheimes Zeichen hin Hand in Hand. Kaum ist die Bestellung für die „hausgemachten Waffeln – komplett“ ausgesprochen, heizt schon das Waffeleisen vor, die warmen Kirschen kommen derweil auf Temperatur und die Sahne wird elektrisch heftig geschlagen, bis sie die richtige Konsistenz hat.

Bleche leeren sich

Man kann regelrecht zusehen, wie sich die Kuchenbleche allmählich leeren. Die italienischen Kaffeemaschinen stehen dauernd unter buchstäblichen Dampf und erfreuen mit duftenden Ergebnis die Leute mit dem merklichen Kaffeedurst.

Im Laufe der Jahre kennt Maria Dittrich eine lange Liste von Stammkunden. Da kommt beispielsweise nahezu jeden Dienstag ein Mann aus Burgsteinfurt vorbei und freut sich auf das leckere selbst gemachte Weißbrot, das er gerne „am Stück, nicht geschnitten“ mit in den Nachbarort trägt.

Männer mögen Torte

„Umweltbewusst wie wir sind, nähen wir jetzt aus Stoffresten dafür extra Taschen“, weist Mathilde Rohling auf eine der jüngsten Ideen im kreativen Bauernstübchen hin. Neben den heute anwesenden Damen ist der Kreis der Mitmacherinnen – man denke nur an das beliebte Schwarzbrot – noch größer und auch die Männer und Partner helfen im Hintergrund. Beispielsweise, wenn die Gartenterrasse wieder für die kommende Saison in Schuss zu halten ist oder kleinere Reparaturen anfallen. Na, und dann kommen die Männer aus Schöppingen, für die schon ein Tisch reserviert und gedeckt ist. „Auf die ist Verlass und die mögen nicht nur die Damen und den Kaffee aus der gräflichen Maschine, sondern vor allem die Schwarzwälder-Kirsch-Torte.

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