Tipps zur Winterfütterung
Auch Vögel bekommen Bauchweh

Metelen -

Vogelhäuschen werden nicht nur bei Schnee gerne angesteuert. Heimische Piepmätze freuen sich immer über ein paar Körner. „Gerade kleine Vögel haben es schwer in der aufgeräumten Landschaft“, erklärt Stefan Beike von der LANUV-Außenstelle in Metelen.

Donnerstag, 05.01.2017, 10:01 Uhr

Vogelhäuschen werden nicht nur bei Schnee gerne angesteuert. Heimische Piepmätze freuen sich immer über ein paar Körner. „Gerade kleine Vögel haben es schwer in der aufgeräumten Landschaft“, erklärt Stefan Beike von der LANUV-Außenstelle in Metelen..
Vogelhäuschen werden nicht nur bei Schnee gerne angesteuert. Heimische Piepmätze freuen sich immer über ein paar Körner. „Gerade kleine Vögel haben es schwer in der aufgeräumten Landschaft“, erklärt Stefan Beike von der LANUV-Außenstelle in Metelen.. Foto: colourbox.de

Eifrig pickt eine Meise am Knödel, den ein Mensch für den kleinen Piepmatz und seine Artgenossen an einen Ast gehängt hat. Ob es gerade in milden Wintern wie diesem überhaupt notwendig ist, die daheimgebliebenen Vögel zu füttern, die die kalte Jahreszeit nicht in südlicheren Gefilden verbringen? Da gehen die Meinungen selbst in Expertenkreisen auseinander. Stefan Beike , technischer Leiter der Metelener Außenstelle des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), hat jedenfalls keine Bedenken. „Es gibt sogar Fachleute, die dazu raten, das ganze Jahr über zu füttern“, betont er. „Denn gerade kleine Vögel haben es schwer in der aufgeräumten Landschaft.“ Wichtig sei allerdings, dass es richtig gemacht werde.

Die 10 häufigsten Vögel 2016

1/11
  • „Stunde der Wintervögel“ 2016

    Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden im Januar 2016 auf Initiative des Nabu in 9073 Gärten 334.638 Vögel gezählt. Dies sind die zehn am häufigsten gesehenen Vogelarten.

    Foto: dpa, Montage: gap
  • Platz 1: Kohlmeise

    Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden im Januar 2016 auf Initiative des Nabu in 9073 Gärten 334.638 Vögel gezählt. Die Kohlmeise wurde 45.461 mal gesehen.

    Foto: dpa
  • Platz 2: Haussperling

    Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden im Januar 2016 auf Initiative des Nabu in 9073 Gärten 334.638 Vögel gezählt. Der Haussperling wurde dabei 38.824 mal gesichtet.

    Foto: dpa
  • Platz 3: Blaumeise

    Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden im Januar 2016 auf Initiative des Nabu in 9073 Gärten 334.638 Vögel gezählt. Die Blaumeise wurde 35.677 mal gesehen.

    Foto: dpa
  • Platz 4: Amsel

    Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden im Januar 2016 auf Initiative des Nabu in 9073 Gärten 334.638 Vögel gezählt. Die Amsel wurde 30.546 mal gezählt.

    Foto: dpa
  • Platz 5: Elster

    Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden im Januar 2016 auf Initiative des Nabu in 9073 Gärten 334.638 Vögel gezählt. Die Elster wurde 17.441 mal gesichtet.

    Foto: dpa
  • Platz 6: Buchfink

    Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden im Januar 2016 auf Initiative des Nabu in 9073 Gärten 334.638 Vögel gezählt. Der Buchfink wurde 16.687 mal gesichtet.

    Foto: dpa
  • Platz 7: Feldsperling

    Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden im Januar 2016 auf Initiative des Nabu in 9073 Gärten 334.638 Vögel gezählt. Der Feldsperling wurde 13.675 mal gesehen.

    Foto: dpa
  • Platz 8: Ringeltaube

    Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden im Januar 2016 auf Initiative des Nabu in 9073 Gärten 334.638 Vögel gezählt. Die Ringeltaube wurde 12.900 mal gesehen.

    Foto: dpa
  • Platz 9: Rotkehlchen

    Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden im Januar 2016 auf Initiative des Nabu in 9073 Gärten 334.638 Vögel gezählt. Das Rotkehlchen wurde 11.469 mal gesichtet.

    Foto: dpa
  • Platz 10: Der Grünfink

    Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden im Januar 2016 auf Initiative des Nabu in 9073 Gärten 334.638 Vögel gezählt. Der Grünfink wurde dabei 9762 mal gesehen.

    Foto: dpa

Und dazu gehört erstmal das passende Futter . Die fertige Mischungen, die es auch in Supermärkten zu kaufen gibt, seien die kostengünstigste Lösung, so Beike. Es gebe auch Futter, das auf bestimmte Vogelarten abgestimmt sei, oder getrocknete Insekten. Aber vor allem für Letztere müsse man schon tiefer in die Tasche greifen. „Kann man machen, muss man aber nicht“, sagt der Fachmann.

Wer gerne selbst etwas für die Vögel herrichten möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. „Fett schmelzen, mit einer Futtermischung vermengen und in eine ausgehöhlte Baumscheibe verfüllen“, zeigt Beike ein Beispiel auf. „Da gibt es ganz viele Anleitungen im Internet.“ Eine andere Idee: „Man kann auch einen Apfel halbieren und aufspießen“, erklärt der LANUV-Mitarbeiter. Der schmecke den gefiederten Gartenbewohnern nicht nur gut, sondern versorge sie auch mit der nötigen Flüssigkeit. „Bei Kälte mangelt es an Wasser“, erklärt Beike. In langen Frostperioden könne man daher auch Wasserschalen oder -becken aufstellen.

Für das Wasser gilt, wie für alles andere auch: Es muss frisch sein. Deshalb rät der Experte dringend davon ab, leicht Verderbliches wie Fleisch, Milch oder Brot für die Vögel nach draußen zu legen. „Was schnell zu gären oder zu gammeln anfängt, führt leicht zu Magenschmerzen“, informiert er. Im schlimmsten Fall könne ein Vogel durch verdorbenes Futter sogar verenden.

Auch bei Vogelfutter aus dem Handel müsse man aufpassen und unbedingt auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten. „Es kommt darauf an, ob es mit Fett angereichert ist, so wie es bei Meisenringen oder -knödeln der Fall ist“, erklärt Beike. „Fett ist ein wichtiger Energielieferant für die Vögel im Winter, es kann jedoch irgendwann ranzig werden.“ Daher sei Futter aus der Packung zwar lange, aber eben nicht unbegrenzt haltbar. Der Fachmann hat noch einen Tipp, wie ganz leicht festzustellen ist, ob der Vorrat aus dem Vorjahr noch taugt: „Riecht das Futter unangenehm, sollte man es lieber wegwerfen.“

Auch auf die Art der Darreichung kommt es an. Generell gilt: Das Futter sollte sauber sein, und besonders bei Schmuddelwetter in kleinen Mengen gegeben werden. „Es ist auch sehr wichtig, den Kot regelmäßig zu entfernen, gerade in Zeiten der Vogelgrippe“, betont der LANUV-Mitarbeiter. „Damit sich die Tiere nicht gegenseitig anstecken.“ Außerdem sollten die Vögel an der Futterstelle sicher vor Katzen sein. Davon, ein Schälchen auf die Fensterbank zu stellen, hält er nicht viel: „Das bringt nichts. Es wird viel zu schnell dreckig und es regnet herein.“ Besser seien Vogelhäuser. Die müsse man nicht unbedingt kaufen, sondern könne sie auch selbst bauen. „Es gibt tolle Ideen“, sagt Beike. „Man kann zum Beispiel alte Dachziegel im Vogelhäuschen verbauen, die machen es dann auch besonders wetterfest.“ Für Meisenknödel könne man im Handel kleine Schirmchen erwerben, die verhindern, dass sich Drosseln von oben bedienen und damit den Meisen ihr Futter klauen. Die Alternative für Bastler ist in diesem Fall ein umgekehrt umgehängter Tontopf.

„Wer sich da schlau machen möchte, sollte einfach mal im Internet gucken“, rät Beike. Dort ist auch eine Zusammenfassung der wichtigsten Tipps zur Fütterung von Wildvögeln des LANUV zu finden.

Zum Thema

Die Broschüre steht auf der Internetseite des LANUV zum Download bereit. Zu finden ist diese unter Veröffentlichungen/Publikationen/Informationsblätter und Informationsbroschüren.

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4538578?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F4849626%2F4849629%2F
Nachrichten-Ticker