Windkraft
Windbauer bleibt gelassen

Metelen -

Windbauer Heiner Konert macht sich keine Sorgen darum, dass die in den NRW-Koalitionsgesprächen festgelegte 1500-Meter-Abstandsregelung den Windpark Moddefeld verhindern könnte. Maßgeblich seien hier die Anforderungen des Immissionsschutzes und das Baugesetzbuch.

Freitag, 23.06.2017, 06:06 Uhr

Die ersten Baustellen für zwölf Windkraftanlagen – ähnlich, wie hier im Bereich Gescher – soll es nach den Plänen der Initiative für einen interkommunalen Windpark auf angrenzenden Flächen der Gemeinden Metelen und Horstmar ab Ende des kommenden Jahres geben.
Die ersten Baustellen für zwölf Windkraftanlagen – ähnlich, wie hier im Bereich Gescher – soll es nach den Plänen der Initiative für einen interkommunalen Windpark auf angrenzenden Flächen der Gemeinden Metelen und Horstmar ab Ende des kommenden Jahres geben. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Für große Aufmerksamkeit in den Medien sorgte ein Ergebnis der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und FDP für die Bildung der neuen Landesregierung in NRW: Die Abstandsflächen von neu errichteten Windenergieanlagen (WEA) sollen auf 1500 Meter ausgeweitet werden. Das Aus für viele Anlagen wird in diesem Zusammenhang erwartet. Metelens Windkraft-Experte Heiner Konert blickt da wesentlich gelassener auf die Ankündigung aus Düsseldorf – zumindest mit Blick auf den geplanten Windpark Moddefeld/Haltern: „Der Park steht kurz vor der Genehmigung.“

Bei der von CDU und FDP geplanten Regelung werde es sich um einen Erlass handeln, der letztlich das Verwaltungshandeln der Regierung und nachgeordneter Behörden regeln werde, so Konert. Wesentlich für die Erteilung von Genehmigungen für den Bau von Windkraftanlagen und -parks seien hingegen die Vorgaben des Baugesetzbuches und des Bundes-Imissionsschutzgesetzes.

Im Bereich des Regierungsbezirkes Münster komme noch hinzu, dass es bereits einen rechtskräftig geänderten Regionalplan gebe – anders als etwa in den Bezirken Arnsberg und Detmold. Und dieser sei mit den Flächennutzungsplänen Grundlage für die Prüfung von Anträgen auf die Errichtung von WEA.

Konert rechnet schon bald mit der Erteilung der Genehmigung. „Diese dürfte in den nächsten beiden Monaten erfolgen“, so der Windkraft-Experte aus der Vechtegemeinde. Das allein genüge aber noch nicht, um Baumaschinen und Kräne anrollen zu lassen. Zunächst müsse das Ergebnis des Ausschreibungsverfahrens für WEA abgewartet werden, an dem sich die Initiatoren künftiger Anlagen beteiligen müssen. Und dann gehe es letztlich auch noch um die Finanzierung. Hier sollen sich – und das ist das erklärte Ziel – die Bürger der beiden Orte Metelen und Horstmar, auf deren Gemeindegrund die zwölf Anlagen je zur Hälfte errichtet werden, beteiligen.

Das Verfahren müsse man sich analog zu dem in Steinfurt für den dortigen Bürgerwindpark Sellen vorstellen, erläuterte Konert. In der Nachbarstadt war die Nachfrage von Bürgern, die sich an dem Windpark beteiligen wollten, so rege, dass nicht alle Anlagewünsche berücksichtigt werden konnten.

Für Horstmar und Metelen mit insgesamt gut 13 000 Einwohnern befürchtet Konert dies nicht. „Da werden wir wohl in etwa ein Punktlandung hinlegen können“, ist sich der Windbauer sicher, gemeinsam mit den Bürgern die Finanzierung des Windparks aus den beiden Kommunen heraus stemmen zu können. Ein Prospekt, der die Chancen und Risiken des Projekts darstellen soll, werde im Vorfeld der Bürgerbeteiligung aufgelegt.

Die Chancen von Kritikern des Moddefeld-Projekts, vor den Verwaltungsgerichten den Windpark verhindern zu können, beurteilt Konert als gering: „Die Behörden schauen genau hin und erteilen erst dann die Genehmigung, wenn ganz klar Rechtssicherheit besteht.“

Der erfahrene Metelener Windbauer wies im Gespräch mit dieser Zeitung darauf hin, dass es bis zum Bau der ersten Anlagen noch dauern werde. „Ende des kommenden Jahres“, nannte er einen Termin für die Realisierung des neuen Windparks.

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