Engagement für Spielplätze gesucht
Initiative für attraktivere Spielplätze

Metelen -

Zu einer gemeinsamen Initiative der Bürger Metelens ruft die Gemeinde auf. Angeregt wurde die Aktion, die in den kommenden Monaten die Spielplätze auf Vordermann bringen will, durch Herbert Liedtke, der großes Potenzial sieht, die Anlagen mit Eigenleistung zu verbessern.

Samstag, 24.02.2018, 06:02 Uhr

Sie laden die Bürger ein, die Spielplätze attraktiver zu gestalten: Bürgermeister Gregor Krabbe (unten r.), Martin Blanke vom Bauhof (links daneben), SPD-Fraktionschef Andreas Sievert (oben l.) und Herbert Liedtke.
Sie laden die Bürger ein, die Spielplätze attraktiver zu gestalten: Bürgermeister Gregor Krabbe (unten r.), Martin Blanke vom Bauhof (links daneben), SPD-Fraktionschef Andreas Sievert (oben l.) und Herbert Liedtke. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Die Farbe erinnert an den ehemals realsozialistischen Alltag Ostdeutschlands. In schmuddeligem Betongrau präsentiert sich der Kriechtunnel, der auf dem Spielplatz an der Danziger Straße aufgestellt ist. Eigentlich ein tolles und zugleich perfektes Spielgerät – unkaputtbar und für die Kinder ein toller Ort für Versteckspiele. Aber warum macht man die Betonröhre nicht auch optisch attraktiver?

Das fragt sich Herbert Liedtke schon seit mehreren Jahren. Der Ruheständler, einst als Ingenieur auch im Sportgerätebau beschäftigt, kennt sich mit der Materie aus und hat die Spieloasen im Ort unter die Lupe genommen. Seine Erkenntnis: „Da gibt es viele Möglichkeiten, mit vergleichsweise wenig Aufwand viel zu verbessern.“ Als Fachmann hat er dies auch zu Papier gebracht. „In 950 Arbeitsstunden lässt sich viel erreichen“, rechnete er aus und zeigte seine Untersuchung auch Andreas Sievert .

Der ist wie Liedtke Sozialdemokrat, Fraktionschef im Rat der Gemeinde, zugleich auch Familienvater und weiß um den Wert, den attraktive Spielplätze für Mädchen und Jungen haben. Liedtkes Idee, die Bürger des Ortes mit einzubinden in die Verbesserung der Spielplätze am Ort, transportierte er in die Politik. „Dabei will ich ausdrücklich herausstellen, das das hier keine SPD-Aktion ist“, machte Sievert bei der Vorstellung des Projekts auf dem Spielgelände an der Danziger Straße deutlich, dass möglichst Viele am gleichen Strang ziehen sollten, um die Spielplätze auf Vordermann zu bringen.

Metelens Bürgermeister Gregor Krabbe ist mit im Boot und schließt sich dem Aufruf an: „Wir haben im Etat jährlich zwar 5000 Euro für die Spielplätze vorgesehen. Doch sind dies in erster Linie Mittel für Ersatzanschaffungen, Reparaturen und Wartung.“ Martin Blanke vom Bauhof pflichtet seinem Chef bei: „Wir sind zwar regelmäßig auf den Spielplätzen und haben im Sommer jede Woche einen Mitarbeiter, der nach dem Rechten schaut und die Plätze pflegt – damit stoßen wir allerdings auch an unsere Grenzen.“

Es sind vor allem Reparaturen, etwa der Austausch morscher Bretter oder die Aufstellung neuer Geräte an Stelle abgängiger Spielelemente, für die die Bauhof-Mitarbeiter neben der Pflege des Geländes sorgen. Für Verschönerungsmaßnahmen bleibe keine Zeit. Blanke stellt klar, dass der Bauhof vor allem die Sicherheit der Spielplätze im Auge habe. Dafür würde auch externer Sachverstand eingeholt und festgestellte Mängel anschließend beseitigt. Bei der Initiative geht es denn auch weniger um dieses Thema, obwohl Herbert Liedtke an einigen Orten durchaus Verbesserungen mit einfachen Mitteln für möglich hält. Seiner Ansicht nach könnten beispielsweise Sechskant- durch Schlossschauben ausgetauscht werden – damit spielende Kinder dort nicht hängen bleiben können.

Doch sind dies eher Details. Die Initiative zielt vielmehr darauf ab, die vorhandenen zehn Spielplätze im Ort ansprechender zu gestalten, sie praktisch grundzuüberholen. „Wenn die Arbeit auf viele Schultern verteilt wird, müsste das bis zum August zu schaffen sein“, ist sich der Ruheständler mit Blick auf seinen Plan sicher. Entrosten, frischer Anstrich, die farbige Gestaltung monotoner Geräte und auch die Schaffung eines attraktiveren Umfeldes für begleitende Eltern – etwa von Bänken und Unterständen – könnten Bürger in Eigenleistung erbringen. „MMM“ für „Metelen macht mit“, hat Liedtke das Projekt überschrieben, mit dem er auch in der Verwaltung offene Türen eingerannt ist.

„Wer mitmachen will, kann sich bei Matthias Ewering im Rathaus unter Telefon 8942 melden“, wirbt Bürgermeister Krabbe um Unterstützung. Daneben soll es ein erstes Treffen aller, die sich einbringen, gleich nach Frühlingsanfang geben. „Am 24. März (Samstag) geht es los und zwar um 11 Uhr auf dem Kokela-Spielplatz an der Ketteler Straße“, lädt Herbert Liedtke ein und freut sich über jeden, der mit anpackt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5546217?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F
Nachrichten-Ticker