Metelenerin über das Essen in Indien
Von Kokos-Chutney und Chai-Tee

Metelen -

Ein Jahr lang lebt und arbeitet Johanna Buss nahe der indischen Großstadt Bangalore. Dort engagiert sich die 25-jährige Metelenerin im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit in einem Projekt für die Abwasserreinigung. Kurz vor ihrer Rückkehr in die Heimat berichtet sie von einem wichtigen Bestandteil ihres Alltags während des Auslandsaufenthalts – dem Essen.

Freitag, 24.08.2018, 12:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 24.08.2018, 12:00 Uhr
Ravi Kumar (r.) und sein Team in der Küche, in der Chai-Tee gekocht, aber auch Kokosnuss-Chutney zubereitet wird.
Ravi Kumar (r.) und sein Team in der Küche, in der Chai-Tee gekocht, aber auch Kokosnuss-Chutney zubereitet wird. Foto: Johanna Buss

Es ist frisch draußen und ich trage zum ersten Mal seit langem eine Strickjacke, als wir uns um 6 Uhr morgens aufs Rad schwingen, um unserem täglichen Mittagessen auf die Spur zu gehen. Wir – das sind Annika, meine Mitbewohnerin, und ich.

Am Stand angekommen, erklärt Ravi Kumar, der uns seit neun Monaten fast täglich das Mittagessen serviert, den Weg zu seiner Zweigstelle, wo auch gekocht wird. Und nach cirka drei Kilometern radeln, sind wir angekommen.

Frische Zutaten

Als sich das Rolltor des kleinen Gebäudes öffnet, zeigt sich eine Küche mit Platz zum Verkauf von Essen, Tee und Tabak, die sogar einen Tresen und eine Sitzmöglichkeit bietet. Kaum sind unsere Fahrräder abgestellt, führt Ravi uns auch schon durch seine heiligen Hallen, erklärt uns Gerätschaften und zeigt uns die frischen Zutaten, die er selbst auf dem Markt kauft: „Ich könnte die auch liefern lassen, aber dann sind sie nicht so frisch und halten sich nicht so lange“, erklärt er stolz.

Und schon beginnt die Arbeit, die komplett durchgetaktet ist. Da ist es auch gut, dass wir beiden nicht versuchen, zu helfen, sondern einfach nur dem wuseligen Treiben zuschauen. Naga Rathna, Ravis Frau, setzt als erstes Reis auf die Gasflamme – rund 20 Kilo werden pro Tag gekocht. Dann werden die Zwiebeln geschnitten und die Zutaten für das Kokosnuss-Chutney gesammelt, das bei keinem südindischen Frühstück fehlen darf. Ravi bereitet indes Chai-Tee vor. Das Chutney wird im elektrischen Mörser gemischt und zu einer feinen Konsistenz gemahlen, während im Hintergrund indische Musik aus dem Radio klingt.

Gasherde und Dampfgarer

Mittlerweile sind auch Begam und Madava, zwei weitere Mitarbeiter, gekommen, die direkt gekonnt anpacken. Madava schneidet die aggressiven Zwiebeln ohne zu weinen und Begam bereitet die Formen fürs Idli vor und widmet sich dann dem Puriteig. Ravi füllt schließlich die Idliformen mit dem frisch aufgeschlagenen Teig. Durch die zwei Gasherde und den Dampfgarer für das Idli wird es langsam immer wärmer im Laden und um 7.30 Uhr kommen die ersten Männer aus der Nachbarschaft zum Tee trinken. Für den Milchtee Chai nimmt Ravi nur spezielle Milch: „Damit schmeckt der Tee einfach besser.“ Es stimmt – trotz des typischen Zuckerüberschusses schmeckt er definitiv besser als der im Büro.

Kurz danach verschwindet Ravi und fährt zurück zu sei-nem Wohnhaus und Ver-kaufsstand, denn dort kom-men auch bald die ersten Kunden zum Tee trinken und Frühstücken. Während er mit dem Motorrad fährt, wird das Essen von Batava stilecht mit der Autorikscha in Metallboxen verpackt gefahren.

Das frische Idli

Annika und ich genießen mit den nun eintrudelnden Frühstückskunden das frische Idli und eine Dose mit Chutney und fahren dann zurück zur Arbeit, die nur ein paar Minuten zu Fuß von Ravi Kumars Haus entfernt liegt.

In der Hütte am Rande der Millionenstadt wird indes weiter gekocht – um 13 Uhr gibt es Mittagessen.

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