Kulturetage: Sabine Swoboda thematisiert Indien
Faszinierender Subkontinent

Metelen -

Indien ist das große Thema in der Kunst der Ochtruperin Sabine Swoboda. Die Faszination für den Subkontinent und seine Menschen drückt sich in zahlreichen Reisen aus. Die Inspiration, welche die Künstlerin dort erfährt, verarbeitet sie in Bildern und Fotos. Einige davon sind aktuell in der Kulturetage zu sehen. Und noch in diesem Monat wird die Ausstellung durch weitere Werke ergänzt.

Dienstag, 04.09.2018, 15:24 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 04.09.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 04.09.2018, 15:24 Uhr
Indien, immer wieder Indien: Sabine Swoboda findet in dem Land der Kontraste Anregungen für ihre künstlerische Auseinandersetzung mit den Eindrücken ihrer Reisen.
Indien, immer wieder Indien: Sabine Swoboda findet in dem Land der Kontraste Anregungen für ihre künstlerische Auseinandersetzung mit den Eindrücken ihrer Reisen. Foto: Sabine Sitte

Es ist Einladung und Retrospektive zugleich: „Nach Indien“ heißt die aktuelle Ausstellung der Künstlerin Sabine Swoboda in der Kulturetage. Wer sich einlassen mag, begibt sich als Besucher auf eine unglaubliche Sinnesreise voller fremdartiger Klänge, rasanter Installationen und berührender Fotografien schlafender Menschen auf den Straßen Indiens. Die „Indian Sleepers“ polarisieren: Wie empfinden die Betrachter den Anblick?

„Eigentlich bin ich eher eine Stille“, beschreibt sich Sabine Swoboda selbst. Doch spricht sie über Indien, dann leuchten ihre Augen, das Gesicht strahlt und leidenschaftlich weiß sie die faszinierendsten Geschichten über dieses uns so ferne Land zu erzählen.

Seit 1994 zieht es die Ochtruper Künstlerin immer wieder nach Asien, und längst ist der zweite Reisepass mit Stempeln gefüllt. Ihr erster Besuch sei ein Kulturschock gewesen, so Swoboda. „Alles ist chaotisch, aber es funktioniert.“ So begleitet die Ausstellung gleichfalls ein Sammelsurium blinkender Lichterketten, farbenprächtiger Dekorationen und traditioneller Spielzeugfiguren inmitten ihrer Arbeiten. Passend dazu der „Soundtrack“ – ein Klangteppich aus lautem Stimmengewirr, originalem Straßenlärm, dem Gebetsruf des Muezzins oder typischen Hochzeitsgesängen, musikalisch arrangiert von Wilhelm Bakenecker aus Rheine.

Immer wieder thematisch aufgegriffen und eingearbeitet: der Wirrwarr loser Stromkabel, die sich symbolisch über Leinwände und aus Installationen schlängeln. Offene Elektrokästen und tief hängende Leitungen über den Köpfen der Menschen seien tatsächlich ein normaler Anblick in Indien, weiß Sabine Swoboda, und gleichwohl auch ein Synonym für die Künstlerin, die sich „von diesem Land wie elektrisiert fühlt“. Bereits 14 Mal hat die Ochtruperin Indien und dessen Halbwüstenstaat Rajasthan besucht und sich immer wieder mit ihrer Kamera auf Spurensuche nach neuen fotografischen Themen begeben.

„Bei einem frühmorgendlichen Spaziergang durch Alt-Dehli sind mir die Schläfer aufgefallen, die sich auf Bänken, in Nischen oder zwischen Paketen zur Ruhe begeben hatten.“ So entstand die Serie „Indian Sleepers“. Mit dem Druck auf den Auslöser hat Sabine Swoboda einen der privatesten Momente eines Menschen eingefangen: den im Schlaf. Doch die farbenprächtigen Hochglanzfotos spiegeln keinen billigen Voyeurismus wieder, sind kein bloßes Abbild von Armut, sondern zeigen in stiller Ästhetik das, was es ist – einen Schläfer. Mal einen ermatteten Rikscha-Lenker auf seinem Karren zwischen zwei Fahrten, mal einen Verkäufer inmitten seiner verpackten Ware, Pilger zwischen den Reisen, Obdachlose, Büroangestellte während einer Pause im Park, aber auch schlafende Tiere und Gegenstände, die des Nachts oder aus der Hitze des Tages zur Ruhe gekommen sind. Trotzdem blendet Sabine Swoboda die Armut des Landes nicht aus: „Es gibt sie, aber in der Fülle der Eindrücke dieses Landes nimmt man sie anders wahr.“

Sabine Swoboda hat sich künstlerisch der Formensprache verschrieben, und so verbindet ihre Videoinstallation einen Teil des indischen Lebensgefühls mit künstlerischer Symbolik. Die rasanten Umdrehungen dreier Riesenräder inmitten eines wilden Volksfestgetümmels sind eingefangen als permanentes Drehmoment für das „Lebensrad“. Als Reisende ist Sabine Swobada längst nicht fertig mit Indien. Als Künstlerin erst recht nicht. Auch die kommende Ausstellung ab 23. September (Freitag) widmet sie dem facettenreichen Land.

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