Theaterprojekt mit Demenzkranken in der Kulturetage
Ziel: Wertschätzung und Würdigung

Metelen -

Demenzkranke spielen Theater – geht sowas? Es funktioniert, sagt Erpho Bell. Der Theatermacher hat Erfahrung im

Mittwoch, 19.09.2018, 17:46 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.09.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 19.09.2018, 17:46 Uhr
Regisseur Erpo Bell erläutert im Interview mit unserer Zeitung die Ziele, die er mit seinem Theaterprojekt verfolgt.
Regisseur Erpho Bell erläutert im Interview mit unserer Zeitung die Ziele, die er mit seinem Theaterprojekt verfolgt. Foto: Nico Herzog

Theaterstücke initiieren, bei denen Menschen mit Demenz die Hauptrolle spielen – das ist ein Schwerpunkt des in Havixbeck lebenden Theatermachers und Autors Erpho Bell . Auch in Metelen plant Bell jetzt ein Theaterprojekt für Demenzkranke und deren Angehörige.

Am morgigen Donnerstag findet um 17 Uhr in der Kulturetage für alle Interessierten eine Informationsveranstaltung zu diesem besonderen Kulturangebot statt. Unsere Mitarbeiterin Irmgard Tappe sprach mit Erpho Bell über seine Theaterprojekte.

Ist das in Metelen Ihr erstes Theaterprojekt mit Demenzpatienten?

Erpho Bell: Nein. Mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind, mache ich schon seit 2004 Theater. Aber es ist das erste Projekt dieser Art auf dem Lande. Insgesamt werde ich es in vier Orten des Münsterlandes anbieten.

Und wie kamen Sie darauf, Metelen als einen dieser Orte auszuwählen?

Bell: Ich hatte in Erfahrung gebracht, dass es in dieser Gemeinde eine Kulturetage gibt. Die ideale Infrastruktur für mein Vorhaben, zumal sich in dem Gebäude auch eine Arztpraxis befindet. Denn ein Arzt sollte das Projekt begleiten. Ich wandte mich also an die Leiterin der Kulturetage, Clara Beutler, und stieß sofort auf offene Ohren.

Gab es für Sie eine Art Schlüsselerlebnis, das Sie auf die Idee brachte, mit Demenzkranken Theater zu machen?

Bell: In Moers hatte ich damals ein Theaterkonzept mit Senioren vorgestellt. Daraufhin regte ein Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes an, ein ähnliches Projekt auch mit Demenzpatienten zu erarbeiten. Dieser Vorschlag reizte mich, zumal Demenz ein gesellschaftliches Thema ist, das an Bedeutung zunimmt.

Wie gestaltet sich das Konzept dieses Theaterprojektes?

Bell: Mit Goethe und Shakespeare werden wir uns nicht auseinandersetzen. Es ist eher ein Improvisationstheater, bei dem sowohl Menschen mit Demenz als auch Personen aus dem Alltag der Betroffenen mitwirken. Die jeweiligen Rollen können die Darsteller selbst auswählen. Außerdem wird immer eine Person mit Theatererfahrung dabei sein.

Was möchten Sie mit diesen Projekten erreichen?

Bell: Ich möchte kein Therapietheater machen. Es geht mir darum, während eines gemeinsamen Schaffensprozesses ein Miteinander auf Augenhöhe zu erleben. Im Mittelpunkt stehen Anerkennung, Wertschätzung und Würdigung der Betroffenen.

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