Ergebnislose Suche
Bisher keine Nachfolge fürs Bauernstübchen

Metelen -

Das Ende des Kreativen Bauernstübchens im Haus Kirsch scheint besiegelt. Trotz der Ankündigung der Frauengruppe um Maria Dittrich, das Café-Angebot zum Ende des Jahres aufgeben zu wollen, hat sich keine Nachfolge-Regelung ergeben. Gruppen aus dem Ort signalisierten kein Interesse, und auch gewerbliche Betreiber für die urige Kaffeestube am Vitustor sind bisher nicht in Sicht.

Donnerstag, 27.09.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 27.09.2018, 06:00 Uhr
Vitustor 1 – das ist nur noch bis Mitte Dezember die Adresse des „Kreativen Bauernstübchens“. Bisher sind alle Gespräche über eine Nachfolgeregelung für das Café ergebnislos verlaufen.
Vitustor 1 – das ist nur noch bis Mitte Dezember die Adresse des „Kreativen Bauernstübchens“. Bisher sind alle Gespräche über eine Nachfolgeregelung für das Café ergebnislos verlaufen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Wenn ich doch nur noch zehn Jahre jünger wäre, würde ich weitermachen.“ Maria Dittrichs Herz blutet, wenn sie auf den 16. Dezember schaut. Es ist der Sonntag, an dem sich das Kreative Bauernstübchen am Vitustor zum letzten Mal öffnet und an dem sie die Haustür, wenn der letzte Gast gegangen ist, für immer schließen muss.

Seit der Ankündigung Ditt­richs, dass sie und ihre Gruppe rühriger Frauen, die seit mehr als zwei Jahrzehnten das urgemütliche Café betreiben, aufhören wollen, – nein, aufhören müssen – habe es viele Gespräche mit Gästen über das Thema gegeben, berichtet Dittrich. Schon jetzt werde deutlich, dass das Bauernstübchen, diese Institution westfälischer Gastlichkeit mit nostalgischem Charme, vielen Besuchern fehlen werde.

Doch eine Lösung ist nicht in Sicht. Die Gruppe um Dittrich selber muss aufhören, weil die Damen teils hoch betagt sind. Und auch Maria Dittrich will nicht länger in der ersten Reihe stehen. Auch sie ist mittlerweile 78 Jahre alt, und mit 54 stand sie erstmals hinter dem Tresen des Bauernstübchens.

Traurig stimmt sie, dass trotz aller Gespräche, die sie in den vergangenen Monaten führte, keine Nachfolge in Sicht ist. Gruppen aus dem Ort, die möglicherweise in Betracht gekommen wären, gaben ihr einen Korb, und auch eine Fortführung des Cafés unter gewerblichen Vorzeichen zeichnet sich bisher nicht ab. „Es gab Interessentinnen, aber das hat dann doch nicht geklappt“, merkt man Dittrich an, dass sie in großer Sorge ist um die Zukunft des Bauernstübchens. Dabei liege es nicht an der Nachfrage. Die ist nach wie vor groß. Viele Stammgäste nehmen an der Kaffeetafel Platz und das Flair der gemütlichen Stube hat sich mittlerweile bis nach Greven und Münster herumgesprochen.

Es ist genau dieses Atmosphäre, die das Bauernstübchen auch ausmacht. „Ein modernes Café würde hier, glaube ich, nicht funktionieren“, sagt Dittrich. Doch sie gibt die Hoffnung nicht auf, dass sich doch noch jemand findet, der in die Fußstapfen der rührigen Damenrunde tritt, die das Café über all die Jahre betrieben hat. Vielleicht finde sich ja auch in einem der Nachbarorte jemand, der ein Interesse hat. Maria Dittrich (Telefon 02556/510) jedenfalls würde sich sehr freuen, wenn sie am 16. Dezember den Schlüssel nicht letztmals umdrehen müsste, sondern ihn weiter geben kann.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6080637?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F
Kameraden nehmen Abschied von getötetem Feuerwehrmann
Hunderte Einsatzkräfte waren zum Trauergottesdienst in der Reithalle des Zucht,- Reit- und Fahrvereins Lienen gekommen.
Nachrichten-Ticker