Eine besondere Vater-Kind-Exkursion der DRK-Zwergenburg
Auf der Fledermaus-Pirsch

Metelen -

Es ist kurz nach 19 Uhr. Die Abenddämmerung beginnt, den Tag zu verdrängen. Normalerweise hören die Jungen und Mädchen aus der DRK-Zwergenburg um diese Zeit daheim eine Gute-Nacht-Geschichte, bevor sie einschlafen. An diesem Freitagabend aber gehen sie mit ihren Papas noch einmal zu ihrer Kita. Denn dort startet ein Fledermaus-Entdeckungs-Spaziergang mit dem Biologen Martin Relligmann.

Montag, 01.10.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 01.10.2018, 06:00 Uhr
Nicht nur plüschige, auch echte Fledermäuse gab es bei der spannenden Exkursion zu sehen. Ebenso Fledermauskästen als Unterschlupf für die Tierchen.
Nicht nur plüschige, auch echte Fledermäuse gab es bei der spannenden Exkursion zu sehen. Ebenso Fledermauskästen als Unterschlupf für die Tierchen. Foto: Irmgard Tappe

„Wenn ihr schlafen geht, dann werden die Fledermäuse wach. Und wenn ihr morgens aufsteht, dann ziehen sie sich in ihre Schlupflöcher zurück“, beschreibt der Fledermauskenner den Lebensrhythmus dieser nachtaktiven Tiere, die streng geschützt sind.

Die kleinen und großen Fledermausforscher erfahren, dass es weltweit mehr als tausend Fledermausarten gibt. Die meisten leben in der Nähe des Äquator. Doch einige fühlen sich auch in unserer Region wohl. Zum Beispiel die Abendsegler sowie Breitflügel-, Zwerg- und Wasserfledermäuse. „Mit ein wenig Glück“, hofft Relligmann , „könnten wir die Arten heute Abend zu sehen bekommen.“ Dann verteilt der Biologe Ultraschalldetektoren. Das sind Geräte, die die Sprache der Fledermäuse für menschliche Ohren hörbar machen.

Und los geht die Exkursion die Vechte entlang in Richtung Plagemanns Mühle. Inzwischen ist es schon fast dunkel. „Da oben, eine Fledermaus, ich hab sie gesehen“, ruft ein Junge und zeigt in die Luft. Alle Blicke richten sich gen Himmel. Nichts mehr zu sehen. Doch die Geräusche in den Detektoren sagen, dass tatsächlich Fledermäuse in der Nähe sind. Am Klang der Stimmen glaubt Relligmann zu erkennen, dass es Zwerg- und Breitflügelfledermäuse sein müssten. Nebenbei erklärt er, dass eine Zwergfledermaus nur sechs Gramm wiegt und ihr Körper so klein wie ein Kinderdaumen ist.

Da huscht wieder eine Fledermaus durch die Luft. Und noch eine. „Die jagen zwischen den Bäumen hin und her und suchen Nahrung. Fledermäuse mögen nämlich keine Pommes oder Pizza, sondern sie ernähren sich von Insekten. Davon verspeist eine Fledermaus pro Nacht etwa 2000 Stück“, gibt der Biologe weitere Einblicke in das Leben dieser kleinen Nachtschwärmer.

Als die Gruppe die Vechtebrücke erreicht hat, schlägt der Detektor erneut aus. Der Experte leuchtet mit einer Taschenlampe ins Wasser und entdeckt eine Wasserfledermaus, die sich schnell wieder versteckt. Im Laufe des Abends melden sich die Fledermäuse noch etliche Male auf den Detektoren, Zu sehen sind sie allerdings nicht mehr. Dafür entdecken die kleinen Abenteurer oben an einem Baumstamm einen Fledermauskasten.

Der Biologe hat den Exkursionsteilnehmern während dieses geheimnisvollen Entdeckungs-Spaziergans viele spannende Dinge über Fledermäuse erzählt. Nun aber geht es mit Papa nach Hause und ab ins Bett. Vielleicht flattern in dieser Nacht noch einige Fledermäuse durch die Träume der Kinder.

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