Brandstiftung durch Kinder im Museumsbahnhof
Seltene Ausstellungsstücke zerstört

Metelen -

Teils unwiederbringlich verloren sind Ausstellungsstücke, die einem Schwelbrand im Museumsbahnhof Metelen-Land zum Opfer fielen. Zwei 13-jährige Jungen waren in das Gebäude eingebrochen, einer von ihnen zündelte. Nur dem Umstand, dass die Fenster der Hitze standhielten, ist es zu verdanken, dass nicht noch größerer Schaden entstand. Wann das Museum wieder öffnen kann, ist nicht abzusehen.

Montag, 01.10.2018, 14:40 Uhr aktualisiert: 02.10.2018, 16:48 Uhr
Die Uniform auf der Puppe im Stellwerkteil des Museums zündete einer der beiden Jungen, die ins Museum eingedrungen waren, an. In der Folge des Schwelbrandes wurden vor allem die unteren Räume stark verrußt.
Die Uniform auf der Puppe im Stellwerkteil des Museums zündete einer der beiden Jungen, die ins Museum eingedrungen waren, an. In der Folge des Schwelbrandes wurden vor allem die unteren Räume stark verrußt. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Zwei 13-jährige Jungen drangen am Donnerstagmittag in den Museumsbahnhof Metelen-Land ein. Einer von ihnen zündete im Innern des Gebäudes eine Puppe, auf der eine historische Uniform ausgestellt war, an. Das erklärte am Montag ein Sprecher der Kreispolizeibehörde auf Nachfrage dieser Zeitung. Die Folgen der Tat sind beträchtlich.

Brand im Museumsbahnhof

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  • Der Schaden, den die Brandstiftung durch Kinder im Bahnhofsmuseum verursachte, ist beträchtlich.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Der Schaden, den die Brandstiftung durch Kinder im Bahnhofsmuseum verursachte, ist beträchtlich.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Der Schaden, den die Brandstiftung durch Kinder im Bahnhofsmuseum verursachte, ist beträchtlich.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Der Schaden, den die Brandstiftung durch Kinder im Bahnhofsmuseum verursachte, ist beträchtlich.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Der Schaden, den die Brandstiftung durch Kinder im Bahnhofsmuseum verursachte, ist beträchtlich.

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  • Der Schaden, den die Brandstiftung durch Kinder im Bahnhofsmuseum verursachte, ist beträchtlich.

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  • Der Schaden, den die Brandstiftung durch Kinder im Bahnhofsmuseum verursachte, ist beträchtlich.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe
  • Der Schaden, den die Brandstiftung durch Kinder im Bahnhofsmuseum verursachte, ist beträchtlich.

    Foto: Dieter Huge sive Huwe

Über Stunden kokelte der Schwelbrand vor sich hin, unbemerkt von den Fahrgästen am Haltepunkt gleich nebenan und von Passanten. Letztlich war es nur einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass sich der Schwelbrand nicht zum offenen Feuer entwickelte. Auch so ist der Schaden beträchtlich und die Sammlung des Museums arg in Mitleidenschaft gezogen.

Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf 10 000 Euro. Nach ihren Angaben hielten sich die beiden Jungen, einer kommt aus Metelen, einer aus Ochtrup, am Tattag gegen 15.15 Uhr am Museumsbahnhof auf und drangen über ein Fenster ins Gebäude ein. Nachdem der Ochtruper, so erläuterte die Polizei, die Puppe in Brand gesetzt hatte, verließen die Kinder das Museum ebenfalls wieder durch das Fenster – und schlossen es hinter sich.

„Es war großes Glück, dass das Fenster geschlossen war und auch keine der Fensterscheiben zu Bruch gegangen ist, denn so konnte kein Sauerstoff an den Brandherd gelangen.“ Stadtbrandinspektor Detlef Samberg war der Einsatzleiter, als er mit zwölf Kameraden um 20.31 Uhr zum Museumsbahnhof Metelen-Land ausrückte. Die Blauröcke rüsteten sich mit schwerem Atemschutz aus, denn der Fahrdienstleiter- und der Technikraum mit der alten Stellbank waren stark verqualmt.

Rasch wurde deutlich, dass Löschwasser nicht notwendig sein würde. Die Puppe, auf der eine historische Eisenbahner-Uniform vor sich hingekokelt hatte, wurde nach draußen gebracht, Lüfter aufgestellt und vorsichtshalber die abgehängte Decke an zwei Stellen geöffnet und mit der Wärmebildkamera untersucht. „Wir nennen so einen Schaden unvollkommene Verbrennung“, schildert Samberg das Szenario.

Wesentlich dramatischer stellt sich die Situation für die Eisenbahn Interessengemeinschaft (EIG) dar. Deren Vorsitzender Horst Pitlinski war auch vier Tage nach dem Schwelbrand, nicht sicher, was von der Sammlung der Freizeit-Eisenbahner künftig noch brauchbar ist und was nicht.

Einige Objekte sind verbrannt, teils in Folge der Temperatur geschmolzen, wie etwa Telefonhörer der historischen Diensttelefone. Mit einer dicken Rußschicht bedeckt sind auch alle Objekte in den beiden Räumen, in denen das Feuer über Stunden schwelte. Boden, Wände, Decke, alles ist überzogen mit der schmierigen Schicht. Und auch die Elek­trik hat etwas abbekommen: Die Beleuchtung funktioniert nicht, und auch die Elektronik musealer Gegenstände ist in Mitleidenschaft gezogen. Etwa die der Mutteruhr, welche sämtliche Zeitanzeigen im Außenbereich ansteuert. Sie war im Rahmen der Sanierung des Gebäudes überholt worden, Jetzt stehen alle Zeiger auf fünf Minuten vor vier Uhr – der Zeitpunkt, als die Uhr in der alten Stube des Fahrdienstleiters der Hitze nicht mehr standhielt.

Glück im Unglück hatten die Museumsbahner, dass es eine Feuertür zu den südlichen Räumen des Erdgeschosses gibt. Sie hielt der Temperatur stand, ließ allerdings durch den unteren Schlitz Rauch ins Treppenhaus und damit auch ins Obergeschoss des Gebäudes durch. Zwar ist die Rußschicht dort geringer, aber dennoch deutlich sicht- und vor allem riechbar.

„Am Nachmittag kommen Vertreter der Versicherung, um den Schaden aufzunehmen, und dann wird sich herausstellen, wie weiter verfahren wird“, erklärte am Montagmorgen Metelens Bürgermeister auf Anfrage dieser Zeitung. Die Gemeinde ist ja Eigentümerin des alten Bahnhofs. Ziel müsse es sein, das Gebäude wieder so herzurichten, dass der Museumsbetrieb weitergehen kann.

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