ASV erhält Klimaschutz-Preis für Strömungslenker
Umweltschutz in Wathosen

Metelen -

500 Euro als erster Preis des Klimaschutz-Wettbewerbs der Kommune und des Energieversorgers Innogy sind der Lohn für das Strömungslenker-Projekt des Angelsportvereins. Schon seit geraumer Zeit engagieren sich die Petrijünger für die ökologische Verbesserung des Fließgewässers, indem sie Hindernisse in die Vechte einbauen und so die Lebensbedingungen der Wasserbewohner optimieren.

Mittwoch, 03.10.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 03.10.2018, 06:00 Uhr
Mit einer Lanze werden die Äste, die die Strömungslenker halten, tief ins Flussbett eingespült
Mit einer Lanze werden die Äste, die die Strömungslenker halten, tief ins Flussbett eingespült Foto: ASV Metelen

Die Vechte ist zwar in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen aufgewertet worden – bestes Beispiel ist die Neue Vechte – doch fließt sie gerade in der Ortslage noch an vielen Stellen fast gerade und kanalähnlich durch Metelen. Der Angelsportverein hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, auch hier mit eigenen Mitteln einen Beitrag zu leisten, um das Gewässer für dessen Bewohner attraktiver zu machen – und wurde dafür mit dem Klimaschutzpreis der Gemeinde und des Energieunternehmens Innogy ausgezeichnet. 500 Euro betrug das anteilige Preisgeld.

Strömungslenker sind ein probates Mittel, um kanalisierte Fließgewässer aufzuwerten. Der ASV erläuterte anlässlich der Preisübergabe (wir berichteten), wie er sich im Laufe der vergangenen Jahre hier eingebracht hat. Totholz, also bereits gefällte Bäume, werden ins Flussbett eingebaut. Sie bilden so künstlich nach, was in naturnahen Gewässern etwa durch Windbruch geschieht: Bäume fallen dort ins Wasser.

Der Effekt für die ökologische Aufwertung des Gewässers ist beträchtlich. „Das Flusswasser wird durch die Strömungslenker aufgewirbelt und bildet sogenannte Gumpen, also Vertiefungen im Flusslauf, in denen sowohl Fische als auch Krebse und sonstige Lebewesen Laichplätze oder auch Unterschlupf finden“, informiert der ASV über sein Projekt. Zusätzlich angeschwemmtes Treibgut verfängt sich ebenfalls in diesen Strömungslenkern und wird anschließend etwa von den Enten und Wasserhühnchen zum Nistbau genutzt.

Die Wirksamkeit solcher künstlicher Hindernisse im Fluss ist längst erwiesen, die praktische Umsetzung allerdings Knochenarbeit. Das erfuhren auch die ASV-Aktiven, als sie, ausgerüstet mit Wathosen, die Strömungslenker in die Vechte einbauten – natürlich bei Niedrigwasser. Die Kunst ist es, die Baumstämme so in der Böschung und im Gewässer zu verankern, dass das nächste Hochwasser sie nicht gleich wieder fortspült. Senkrecht ins Flussbett eingelassene starke Äste halten die Stämme. Nur mit einer Spüllanze, wie sie auch beim Brunnenbau zur Anwendung kommt, konnten diese Äste tief genug in den Flussgrund eingelassen werden.

Wer sich die Strömungslenker einmal selber anschauen will, findet sie unter anderem parallel zum Kunstrasenplatz des Sportparks Süd und flussabwärts ab der Nordring-Brücke.

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