St.-Vitus-Grundschule
Herausforderungen eines Umzugs

Metelen -

Wäre alles glatt gegangen, hätten die Lehrer der St.-Vitus-Grundschule in den Sommerferien die aktuelle Prozedur bereits hinter sich gebracht. Da die Räumlichkeiten an der ehemaligen Droste-Hülshoff-Schule noch nicht fertig sind, verschiebt sich der Einzug. Das Kollegium nutzt jetzt die Herbstferien, um das Lehrmaterial für den Umzug vorzubereiten und meistert die Schwierigkeiten.

Samstag, 27.10.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 27.10.2018, 06:00 Uhr
Altes entsorgen, um Platz für Neues zu schaffen: Melanie Große Lengerich (l.) und Birgit Woermann sortieren veraltete Lehrbücher aus. Das Kollegium der St.-Vitus-Grundschule ist im Umzugsstress. Etwas Chaos auf den Schreibtischen bleibt dabei nicht aus.
Altes entsorgen, um Platz für Neues zu schaffen: Melanie Große Lengerich (l.) und Birgit Woermann sortieren veraltete Lehrbücher aus. Das Kollegium der St.-Vitus-Grundschule ist im Umzugsstress. Foto: Alex Piccin

Ein Umzug ist die beste Chance, alte, im Laufe der Jahre und Jahrzehnte im Keller oder auf dem Dachboden angesammelte Dinge auszusortieren. Was in einem Haushalt schon keine einfache Aufgabe ist, wird in einer Schule um ein Vielfaches potenziert. Die 19 Lehrer der St.-Vitus-Grundschule haben sich während der Herbstferien dieser Aufgabe angenommen. Organisation und Koordination sind dabei die größten Herausforderungen.

Es ist wichtig, sich ein Konzept zu überlegen, wie die Materialien am neuen Standort wieder eingeräumt werden.

Thomas Wissing

In den Gängen des alten Gebäudes an der Schulstraße warten unzählige Kartons und Kisten auf ihren Einsatz. Die Lehrer gehen mit System vor, wie Rektor Thomas Wissing verrät: „Es ist wichtig, sich ein Konzept zu überlegen, wie die Materialien am neuen Standort wieder eingeräumt werden. Bisher haben wir alles an vier Stellen gesammelt, bald wird es nur noch eine sein.“

Am 7. Dezember soll das neue Gebäude am Freistein eingeweiht werden, nach den Weihnachtsferien empfangen die Lehrer dort die Schüler. Wenn es am 7. Januar weiter geht, wird noch nicht alles ausgepackt sein, meint Wissing: „Wir werden aber so vorbereitet sein, dass der Unterricht beginnen kann.“ Im Frühjahr soll bei einem Tag der offenen Tür das neue Schulgebäude der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Zwei Abschnitte

Zurück ins Jetzt: Der Umzug ist in zwei Abschnitte geteilt. „Einerseits gibt es die Verwaltung, andererseits den pädagogischen Bereich“, erklärt Wissing. Akten müssen durchforstet und gegebenenfalls datenschutzgemäß vernichtet werden. Mehr digital, weniger Zettel – so stellen sich die Verantwortlichen den sogenannten Papierkram zukünftig vor.

Die Lehrer haben sich in Kleingruppen aufgeteilt und nehmen sich die einzelnen Klassenräume vor. Sie beschäftigen sich mit Sichten, Aussortieren und Inventarisieren des Lehrmaterials. „Das kann ich noch gebrauchen“, gebe es dabei vereinzelt mal zu hören, berichtet Wissing. Lehrbücher aus den 1970er Jahren, die fachlich überholt sind oder deren Sprache nicht mehr kindgerecht ist, werden entsorgt.

Wir haben 300 Umzugskartons. Damit kommen wir nicht aus.

Thomas Wissing

Schnell ist ein Karton gepackt, den Melanie Große Lengerich und Birgit Woermann in Richtung Papiercontainer transportieren. Viel weiter ist ihr Weg mit der schweren Last nicht, denn um den faktischen Transport auf der gut einen Kilometer langen Strecke zur ehemaligen Droste-Hülshoff-Schule kümmert sich ein Umzugsunternehmen. Das bekommt viel zu tun, verspricht der Schulleiter: „Wir haben 300 Umzugskartons. Damit kommen wir nicht aus.“

Manche Dinge sind aber zu schade zum Wegwerfen. So lugt aus einer Kiste ein Drache aus Pappmaché, der bei einer früheren Musical-Aufführung seinen großen Auftritt hatte. Möglicherweise darf er sich bald wieder in die Lüfte erheben, als Blickfang über einer Fotowand.

Digitalisiert und zukunftsfähig

Vereinzelt sollen Grüntafeln einen neuen Einsatzort finden, beispielsweise im Werk- oder Musikraum. Was mit den anderen passiert, müsse die Gemeinde als Schulträger entscheiden, so Wissing. Der neue Standort wird fast vollständig digitalisiert und zukunftsfähig sein.

Der Berg an zu füllenden Kartons ist noch groß. Doch Wissing ist überzeugt, dass der Zeitplan eingehalten wird. Ohne Klagen kommt er allerdings nicht aus: „Das einzig Kritische ist, dass noch so viel zu tun ist.“ Davon lassen sich die Lehrkräfte nicht abschrecken. Musikalisch aus dem Smartphone untermalt, geht es in den Räumen gut gelaunt voran. Und wenn eine Pause nötig ist: Die improvisierte Frühstückstafel zwischen gepackten Kisten im Nebenraum lockt mit frischen Brötchen und Getränken.

In der Metelener St.-Vitus-Grundschule ist der Umzug gestartet

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  • Die Grüne Tafel wird bald nur noch ein Relikt sein. Sie wird sukzessive mit digitalen Nachfolgermodellen ersetzt.

    Foto: Alex Piccin
  • In den Herbstferien packen alle Lehrer der Metelener St.-Vitus-Grundschule mit an. Zum neuen Jahr soll der neue Standort am Freistein bezogen werden. Foto: Alex Piccin
  • 300 Umzugskartons sind laut Schulleiter Thomas Wissing nicht ausreichend.

    Foto: Alex Piccin
  • In den Herbstferien packen alle Lehrer der Metelener St.-Vitus-Grundschule mit an. Zum neuen Jahr soll der neue Standort am Freistein bezogen werden. Foto: Alex Piccin
  • In den Herbstferien packen alle Lehrer der Metelener St.-Vitus-Grundschule mit an. Zum neuen Jahr soll der neue Standort am Freistein bezogen werden. Foto: Alex Piccin
  • In den Herbstferien packen alle Lehrer der Metelener St.-Vitus-Grundschule mit an. Zum neuen Jahr soll der neue Standort am Freistein bezogen werden. Foto: Alex Piccin
  • Der Drache aus dem Schulmusical schlummert im Karton. Er könnte sich aber bald wieder in die Lüfte erheben.

    Foto: Alex Piccin
  • Die ersten Regale sind leer geräumt.

    Foto: Alex Piccin
  • Für die Stärkung zwischendurch ist eine Frühstückstafel aufgebaut.

    Foto: Alex Piccin
  • Über 40 Jahre alte Lehrbücher fielen den Ausmistern in den Händen.

    Foto: Alex Piccin
  • In den Herbstferien packen alle Lehrer der Metelener St.-Vitus-Grundschule mit an. Zum neuen Jahr soll der neue Standort am Freistein bezogen werden. Foto: Alex Piccin
  • In den Herbstferien packen alle Lehrer der Metelener St.-Vitus-Grundschule mit an. Zum neuen Jahr soll der neue Standort am Freistein bezogen werden. Foto: Alex Piccin
  • Was am neuen Schulstandort keinen Nutzen mehr hat, wird aussortiert.

    Foto: Alex Piccin
  • Die vollen Umzugskartons stapeln sich bereits.

    Foto: Alex Piccin
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