Stornos Jahresbilanz bissig wie eh und je
Dornenkrone für die Kanzlerin

Metelen -

Auf den Punkt genau beschrieb das Kabarett Trio „Storno“ in seinem aktuellen Programm die Irrungen und Wirrungen der

Sonntag, 02.12.2018, 20:00 Uhr
Die drei Storno-Kabarettisten beim Ablästern über die Kanzlerin (kl Foto, v.l.): Thomas Philipzen, Harald Funke und Jochen Rüther. In ihrem Jahresrückblick sparte das Trio nicht mit bissigen Anmerkungen und gestenreichen Einlagen.
Die drei Storno-Kabarettisten beim Ablästern über die Kanzlerin (kl Foto, v.l.): Thomas Philipzen, Harald Funke und Jochen Rüther. In ihrem Jahresrückblick sparte das Trio nicht mit bissigen Anmerkungen und gestenreichen Einlagen. Foto: Irmgard Tappe

Beschwingten Schrittes betritt Thomas Philipzen die Bühne und sprüht schon mal ein paar bissige Jahreshäppchen unters Volk. Als dann Jochen Rüther hinzukommt und verkündet, dass Harald Funke noch an einer Dornenkrone für Mutti aus der Uckermark bastelt, ist der Funke bereits übergesprungen im rappelvollen Bürgersaal. Alle Jahre wieder gastiert das Kabaretttrio „Storno“ auf Einladung der Kulturinitiative Metelen (KIM) in der Vechtegemeinde und beschert dem Publikum im Laufe des Abends Lachat­tacken am laufenden Band.

In ihrem satirischen Jahresrückblick blättern die Drei das Jahr 2018 noch einmal auf. Kein gutes Jahr für Harald Funke. „Was sollen wir nur mit ihm machen, wenn Merkel aufhört? Ihre Restzeit ist so kurz wie Funke selbst“, fragt Philipzen und legt seine Stirn in ironische Sorgenfalten. Funke hält seine Hände zur Raute geformt und singt inbrünstig: „Ich liebe ein Mädchen aus der Uckermark. Bei der kleben die Fingerspitzen stark...“

Unentwegt plappern die Stornisten über Politik, Online-Einkäufe, Klimawandel und einer Hitzewelle, bei der die Kühe auf den Weiden H-Milch gaben und der Mais als Popcorn geerntet wurde. „Nach diesem Sommer müsste man der Aa in Münster eigentlich das zweite A aberkennen“, überlegt Rüther. Er ist der sachlich-theoretische Satiriker, der auch über intuitives und analytisches Denken redet, und für Verblüffung sorgt, als er in Form von tänzerischen Verrenkungen über seinen Schatten springt.

Das versetzt auch Funke in Staunen. Seine unübertreffliche Mimik sagt mehr als tausend Worte. Und wenn er losplappert, blinkt zwischen seinen einfältigen Bemerkungen sein schelmisches Wesen hervor. Philipzen, pfiffig und beweglich, redet gern und in akrobatischen Worten Tacheles. Obwohl in seiner Familie neuerdings die Kommunikation ausschließlich per Whatsapp abläuft. „Klick dich ins Knie-Ökonomie“, nennt er das und die Stornisten nehmen das digitale Zeitalter aufs Korn. Sie finden, dass der analoge Lehrer ein veraltetes Modell ist, weil ein Smartphone nun mal weitaus mehr Speicherkapazität haben soll.

2018 war außerdem das Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Das Trio fachsimpelt gestenreich über Jogi Löw und seine Mannschaft. „Die deutsche Nationalelf war doch die einzige Mannschaft, die Putins WM wegen der Krim boykottiert hat, indem sie gar nichts gemacht hat“, lautetdas Storno-Fazit.

Klar, dass die drei ihre Lästernasen eifrig in den Bundestag stecken. Dort, wo 2018 eine „Seehofer gegen Merkel-Politik“ herrschte. Die Stornisten sind der Meinung, dass der Horst nur „in Maaßen“ zu ertragen ist. Auch die SPD und Andrea Nahles bekommen ihr Fett weg. Die Seitenhiebe haben die Kabarettisten in einen Song verpackt. „Wir waren früher mal ‚ne Partei....“

Kanzlerin Merkels „Schmusi-Schmusi“ mit Macron in Verdun findet natürlich ebenfalls einen Platz in der Storno- Abrechnung. Die Kabarettisten haben außerdem beobachtet, dass Angie einen Karrenbauer bestellt hat, nachdem sie den Karren in den Dreck gefahren hat. Und dass „der Brutus aus dem Münsterland schon seit Jahren an Muttis Stuhl hobelt.“

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