Die Wurzeln des Fahrzeugbauers Krone liegen in Ochtrup
Von der Schmiede zum Global Player

Ochtrup/Spelle -

Mit „Bernard III.“ signiert der Senior des Unternehmens die Chronik, die 256 Seiten stark und schwergewichtig die mittlerweile 112-jährige Entwicklung der Firma Krone am Standort Spelle abbildet. Die römische Drei steht für die Tradition der Firma Krone, nach der der Unternehmensführer den Vornamen Bernard trägt. Krone ist weltweit als Nutzfahrzeug- und Landmaschinen-Hersteller aktiv.

Dienstag, 18.12.2018, 06:00 Uhr aktualisiert: 18.12.2018, 14:26 Uhr
In dem kleinen Gebäude vorne rechts an der Bültstraße richtete Bernhard Krone 1897 seine Schmiede ein. Sie sollte zur Keimzelle des heute weltweit tätigen Nutzfahrzeug- und Landmaschinenherstellers werden. Der Enkel des Gründers, Bernard Krone (kl. Foto), berichtet über die Anfangsjahre, die auch im Firmenmuseum mit dem Nachbau der Schmiede dargestellt werden.
In dem kleinen Gebäude vorne rechts an der Bültstraße richtete Bernhard Krone 1897 seine Schmiede ein. Sie sollte zur Keimzelle des heute weltweit tätigen Nutzfahrzeug- und Landmaschinenherstellers werden. Der Enkel des Gründers, Bernard Krone (kl. Foto), berichtet über die Anfangsjahre, die auch im Firmenmuseum mit dem Nachbau der Schmiede dargestellt werden. Foto: Stadtarchiv Ochtrup/Dieter Huge sive Huwe

„Nur der erste Bernhard hatte das H im Namen“, blickt dessen Enkel im Büroraum des Krone-Museums auf die Anfänge des Unternehmens. Ein kleiner Schreibtisch, ein paar Stühle für die Besucher, in der Ecke der alte Firmentresor, an der Wand ein Kreuz – das Büro am Originalstandort unterstreicht, dass das Familienunternehmen nicht den großen Auftritt sucht, sich aber seiner Tradition bewusst ist.

Und die hatte ihren Anfang in Ochtrup. Bernhard Krone – der mit dem H im Vornamen – kam 1897 in die Töpferstadt. Damals war er 25 Jahre alt, hatte längst ausgelernt beim Schmiedemeister Bernard van Lengerich. In dessen Betrieb wurden bereits Maschinen hergestellt und sein Lehrherr verfügte über gute Kontakte. Einer davon war der Ochtruper Gastwirt Kröger.

„Van Lengerich wusste, dass mein Großvater etwas Eigenes suchte und vermittelte ihn an Kröger“, erzählt der Krone-Chef und schenkt Kaffee nach. Besagtem Gastwirt gehörte ein kleiner Schuppen an der Bültstraße. „Der diente zum Ausspannen der Pferde, wenn die Bauern der Umgebung sonntags zur Kirche fuhren“, blickt Krone in die Familiengeschichte zurück. Kröger verdiente nach der Messe an der Kaffeetafel für die Bauersfrauen und dem einen oder anderen Schnaps für die Landwirte, bevor wieder angespannt wurde und der Schuppen auf den nächsten Sonntag wartete.

Doch damit hatte es 1897 ein Ende. Bernhard Krone wusste, dass das kleine Häuschen zu verpachten war. Die Hochzeit mit seiner Braut Anna Evers stand an, der junge Mann wollte auf eigenen Füßen stehen. Also baute er das Häuschen zur Schmiede um – und befand sich damit in einem harten Wettbewerb. 15 weitere Schmieden gab es seinerzeit im Ort. In einer Zeit, als die automobile Zukunft sich erst wage am Horizont abzeichnete, hämmerten und dengelten die Schmiede des Ortes, was die Ambosse hielten. Die Konkurrenz war groß und trotzdem versuchte Krone sein Glück in Ochtrup – ein Mann, der Industriegeschichte schreiben sollte.

Derweil erblickten seine Kinder Katharina, Maria, Bernard – der erste, bei dem das H im Namen entfiel – und Heinrich Krone in der Töpferstadt im Laufe der Jahre das Licht der Welt.

Das Leben der Krones in Ochtrup war hart. Bernhard Krone schuftete in der Schmiede und seine Frau musste dazuverdienen, damit die Familie über die Runden kam. „Sie hat als Putzfrau in Ochtruper Familien gearbeitet“, schildert Enkel Bernard in dem schlichten Museumsbüro die entbehrungsreichen Jahre.

Eine Anfangszeit, auf die das Unternehmen Krone stolz ist und die es im Museum dokumentiert – in Form eines Nachbaus der alten Schmiede an der Bült­straße. Dem Gründer haben seine Nachkommen überdies eine Bronzeskulptur gewidmet, die vor dem Werksgelände in Spelle aufgestellt ist.

Dorthin zog es die Krones nach dem frühen Tod von Anna Krones Bruder. Der Evert‘sche Besitz im Süden des Ortes fiel Anna und damit den Eheleuten Krone zu. Und diese entschieden sich dann – obwohl das Erbe mit einer Hypothek belastet war – zum Neuanfang auf eigenem Grund und Boden und damit zum Fortzug aus Ochtrup.

Die Unternehmensgeschichte der Firma Krone am Standort Spelle begann mit dem Umzug 1902. Bernhard Krone baute eine Landschmiede für Hufbeschlag und Reparaturarbeiten und legte den Grundstein für das heutige Unternehmen. Mit der ebenso geschäftstüchtigen wie resoluten Anna Krone hatte er eine Ehefrau an seiner Seite, die die Entwicklung stets förderte.

Meilensteine waren die Übernahme des Lanz-Bulldog-Vertriebs für die Region, die Entwicklung und Vermarktung eigener Landmaschinen und später die Diversifizierung in die Bereiche Nutzfahrzeuge und Landmaschinen.

Das Unternehmensmuseum, in dessen kleinem, schlichten Büro Bernhard Krone III. auf diese Entwicklung zurückblickt, stellt die Krone-Geschichte anschaulich dar – von der kleinen Schmiede an der Bültstraße bis zum Konzern mit einem Umsatz, der die Zwei-Milliarden-Grenze mittlerweile überschritten hat.

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