Polizisten attackiert
Umzug endet mit Bewährung

Metelen -

Zu einer Bewährungsstrafe wurde am Donnerstag ein 27-jähriger Syrer verurteilt. Der Mann hatte sich vor dem Amtsgericht

Donnerstag, 10.01.2019, 06:00 Uhr

Eigentlich sollte es nur ein Umzug von der einen in eine andere Asylunterkunft für einen 27-jährigen Syrer in Metelen vor über einem Jahr werden.

Daraus wurde aber ein kleines Drama, das mit verletzten Polizisten, und am Donnerstag mit einer viermonatigen Freiheitsstrafe, die unter Auflagen zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie der Übernahme der Verfahrenskosten durch den Angeklagten vor dem Amtsgericht in Steinfurt endete.

In einer mehrstündigen Verhandlung, in der alle Details für den jungen Syrer durch einen Dolmetscher übersetzt werden mussten, ließen sich die gegen ihn erhobenen Vorwürfe des Widerstandes gegen Vollzugsbeamte und der Körperverletzung ziemlich zweifelsfrei belegen. Lediglich der Vorwurf der versuchten schweren beziehungsweise gefährlichen Körperverletzung durch eine scharfkantige Spiegelglasscherbe ließ sich nicht zweifelsfrei nach Auswertung der unterschiedlichen Zeugenaussagen und der Darstellung des Angeklagten erhärten.

„Ich wollte den Umzug auf keinen Fall, weil an dem anderen Ort Drogen und Diebstahl vorherrschen“, gab der Syrer über den Übersetzer zu Protokoll. Andeutungsweise waren wohl auch ethnische Vorbehalte für sein Ausrasten mitverantwortlich. Die Gemeinde hatte ihm lange vor dem Zwangsumzug in Kenntnis gesetzt. Da er aber die Schreiben mangels ausreichender Deutschkenntnisse nicht verstand und erst kurzfristig durch einen Freund übersetzt bekam, wehrte er ich anfangs störrisch gegen die Mitarbeiter der Verwaltung, die geduldig versuchten, ihn zum Umzug zu bewegen. Als dann zwei Polizisten geholt werden mussten und die nach längerem guten Zureden ihm dann die berühmte Hand auf die Schulter legten, rastete der 27-Jährige wohl vollends körperlich aus. „Er hat sich gegen seinen Abtransport nicht einfach gesperrt, sondern hat heftig um sich geschlagen“, qualifizierte ein Polizist das dann Folgende. Auch die Mitarbeiter des Gemeinde-Bauhofs, die beim Umzug behilflich sein sollten, konnten das nur unterstreichen.

Vor Wut rammte der Syrer dann seinen Kopf wohl in einen Spiegel und griff im Affekt nach einer Scherbe, was zum Einsatz von Pfefferspray durch die Polizisten und seinen gewaltsamen und Abtransport als Gefesselter führte. In der Verhandlung zeigte er Reue, entschuldigte sich bei den Verletzten, konnte aber die Strafwürdigkeit seines Verhaltens dadurch natürlich nicht ungeschehen machen.

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