DRK-Großübung am Bahnhof Metelen Land
Schwerverletzte im Party-Waggon

Metelen -

Aus dem alten Waggon am Bahnhof Metelen Land dröhnt laute Partymusik. Wo sonst die Mitglieder der Eisenbahn-Interessengemeinschaft (EIG) ihre Versammlungen abhalten, sitzt am Samstagnachmittag ein Haufen heiterer Jugendlicher. Textsicher grölen sie die Schlagermusik mit; auf dem Tisch steht eine Vielzahl leerer Bierflaschen.

Montag, 11.02.2019, 05:00 Uhr
Viele alkoholisierte Verletzte galt es in und vor der alten Lokomotive am Bahnhof Metelen Land zu versorgen. Die EIG hatte den Waggon für die Übung zur Verfügung gestellt.
Viele alkoholisierte Verletzte galt es in und vor der alten Lokomotive am Bahnhof Metelen Land zu versorgen. Die EIG hatte den Waggon für die Übung zur Verfügung gestellt. Foto: Maximilian Stascheit

Die Mitglieder der Jugendrotkreuze Metelen und Neuenkirchen sowie der Jugendfeuerwehr Ochtrup finden allmählich in ihre Rollen hinein. Natürlich ist die muntere Bierlaune nur gespielt – sie sind die Mimen für eine Großübung des Deutschen Roten Kreuzes ( DRK ), für die soeben dessen Ortsverbände aus Metelen, Ochtrup, Wettringen, Neuenkirchen, Rheine, Mesum und Burgsteinfurt alarmiert wurden.

Das Szenario: Eine Vielzahl von mitunter alkoholisierten Verletzen muss erstversorgt und abtransportiert werden. Insgesamt handelt es sich um rund 20 Betroffene. Und damit dies für den Übungsfall so realistisch wie möglich dargestellt wird, gibt es das Team der Realistischen Unfalldarstellung (RUD). Mit offensichtlich großer Freude hat sich deren Teamchefin Nancy Thielscher mit der Kunstblut-Tube bewaffnet, um die zwei Schwerstverletzten optisch mit einer Beckenfraktur und einem Schädelbasisbruch zu versehen. „Es gibt dafür spezielle Lehrgänge, in denen die Mitglieder lernen, wie man diese Unfälle richtig darstellt und sich passend schminkt“, erklärt sie. „Es geht zum Beispiel darum, dass man bei einer schweren Bauchverletzung nicht einfach nur ,Aua‘ sagt“, verdeutlicht Michael Reinke die Bedeutung der Truppe. Der stellvertretende Zugführer vom DRK-Ortsverband Neuenkirchen weiß: „Die können sich richtig in Fahrt spielen“.

Und das demonstrieren sie eindrucksvoll, als die Rettungskolonne wenig später auf dem Parkplatz des Bahnhofs anrollt. Unüberhörbar sind jetzt nicht nur die Partysongs aus dem Waggon, sondern auch die Schreie eines Schwerverletzten, der eingeklemmt auf den Schienen liegt. Doch auch von diffamierenden Beleidigungen und erbitterten Tränen der Opfer lassen sich die Sanitäter nicht aus der Ruhe bringen. Zuerst sichten sie die Verletzungen der Betroffenen und teilen sie in unterschiedliche Härtefallgruppen ein. Anschließend werden sie mit Wärmedecken und ersten medizinischen Maßnahmen versorgt.

„Natürlich passieren bei so einer Übung ein paar Fehler, aber im Großen und Ganzen sind wir mit dem Ablauf sehr zufrieden“, bilanziert Zugführer Manuel Rabbers, als die Übung nach einer Stunde beendet ist. Dann finden auch die jugendlichen Darsteller allmählich aus ihrer Opferrolle heraus zurück ins wahre Leben.

  Foto: Maximilian Stascheit

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