Das Präventionskonzept der Kita St. Marien
Auf Augenhöhe begegnen

Metelen -

Ein kunterbunter Holzelefant hängt demnächst im Eingangsbereich der Kita St. Marien. Er steht symbolisch dafür, dass die

Donnerstag, 14.02.2019, 06:00 Uhr
Erzieherin Gerda Brink und die angehenden Schulkinder Mira, Anton, Tom, Marie und Jane (v.l.) mit dem kunterbunten Elefanten, der durch den Kinderschutzbund Rheine an Einrichtungen und Menschen verliehen wird, die sich in besonderem Maße für Kinder stark machen und nachhaltige Präventionsarbeit betreiben.
Erzieherin Gerda Brink und die angehenden Schulkinder Mira, Anton, Tom, Marie und Jane (v.l.) mit dem kunterbunten Elefanten, der durch den Kinderschutzbund Rheine an Einrichtungen und Menschen verliehen wird, die sich in besonderem Maße für Kinder stark machen und nachhaltige Präventionsarbeit betreiben. Foto: Dorothee Zimmer

Der kunterbunte Holzelefant und die gerahmte Erklärung, in der zu lesen ist, was es mit ihm auf sich hat, sind noch ohne festen Platz in der Kita St. Marien. Beides ist der Einrichtung vom Kinderschutzbund als Anerkennung für gelungene Präventionsarbeit gegen – auch sexualisierte – Gewalt, für großes Engagement im Bereich des kindlichen Schutzes und als Symbol für „Ruhe, Kraft und Geduld“ verliehen worden.

Zugrunde lag der Auszeichnung insbesondere die Würdigung des Einsatzes in dieser Sache über einen Zeitraum von bereits rund zehn Jahren. Vor Kurzem fand wieder ein zweitägiger Workshop statt, dieses Mal mit 34 Kindern und ebenso vielen Elternteilen. Anton, Jane, Marie, Mira und Tom waren mit dabei, ihr Eindruck: „Das war richtig toll und hat viel Spaß gemacht.“

Während die angehenden Schulkinder lebhaft unter anderem von Mutmach-Spielen erzählen und auch einen Mut-Stein erwähnen, der „aber eigentlich ein Ziegelstein war“, wirft Gerda Brink einen umfassenden Blick auf die gemeinsam mit dem Kinderschutzbund initiierte Aktion, deren Inhalte das Team der Kita als täglichen Auftrag versteht.

Kinder, erklärt die Erzieherin, werden bei vielen unterschiedlichen Gelegenheiten dazu befähigt, ein Selbstwertgefühl zu entwickeln, eigene Gefühle wahrzunehmen, sie zu benennen und sich unangenehmen Situationen zu widersetzen. „Wir akzeptieren beispielsweise, wenn Kinder alleine auf die Toilette gehen oder sich alleine umziehen wollen. Oder wenn die Kleinen einen bestimmten Wunsch äußern, wer sie wickeln soll.“

Brink sagt auch, dass alle Mitarbeiterinnen den Kindern auf Augenhöhe begegnen und deren Grenzen ernst nehmen. „Es ermutigt Kinder, wenn man ihnen frühzeitig vermittelt, dass nur sie allein Herr über ihre ureigensten Bedürfnisse sind.“

Gleiches gelte für Entscheidungen nach demokratischem Vorbild. „Was wünscht ihr euch für Karneval?“, haben Erzieherinnen neulich die rote Gruppe gefragt. Die Mehrheit wollte Zirkus. Also gibt es Zirkus.

Nicht nur der Blick auf jüngste Missbrauchsfälle bestätigen die Kita, in ihrer Präventionsarbeit nicht nachzulassen. „Mobbing ist ebenfalls ein aktuelles Thema und fällt in diesen Bereich. Im Kindergarten kommt das noch nicht vor, aber beim Übergang in die Schule machen sich viele Eltern darüber Gedanken. Sie wollen, dass das Kind den Alltag schafft und es gewappnet ist“, erzählt Brink.

Dass der Einsatz nunmehr mit dem kunterbunten Elefanten ausgezeichnet wurde, freut sie besonders. In diesen Tagen bekommt er auch einen festen Platz. „Unten im Flur“, sagt Brink, „dann kann ihn jeder gut sehen.“

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